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kräftiges Lebenszeichen der Erdinger Literaten | Artikel der SZ vom 12.02.02 |
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Die Donnerwolken während des letzten Treffens sind verflogen. Und auch wenn das Unwetter einige mit sich hinfortriss, andere sich noch weiter entfernt auf Urlaubreisen befinden, dritte den Weg bis ins Moos nicht fanden, so glich man dies teiweise mit neuen Besuchern aus; konnte das mittlerweile 16. Treffen am 07.02.02 sowohl der dargebotenen Texte wegen, wie auch der Kommunikation drum herum als bunt, dabei harmonisch und recht gelungen betrachtet werden. Zu Beginn machte Walter Koppe auf den Ort aufmerksam. "Schweigen" wolle man in Schwaig nicht, immerhin befinde man sich hier vom schweren "Erd"- auf halbe Strecke zum luftig-leichtem "Frei"-sing; und man trage auch durchaus mit Absicht das "Einhorn" im Wappen; um dem kaltblütig schweren Landkreiswappentier Mut zu machen, und ihm zum Mitspringen zu animieren, um sich z. B. offen auch an anderen Orten umzusehn; im Markt der vielfältig bunten Möglichkeiten, ob in Freising, Heimstetten, oder demnächst in Dorfen, sich wie ein Springer in einem Schachspiel über Bauern und dessen -feinden hinwegzubewegen - scheinbar unberechenbar zwei Felder nach vorn und ab und an auch eines nach links zu wagen. ... oder auch mal zurück: Christian Hartl (2. Bild, links) jedenfalls ist ein Vertreter eher historisch anmutender Science-Fiction-Fantasy Marke Tolkins Herr der Ringe, der die Zuhörer in die Welt funkelnden Schwerter, Burgen und Drachen entführt. Er las bereits zum zweiten Mal in dieser Runde, und zwar aus dem ersten Teil seines demnächst als Dreiteiler zu erwerbenden Roman "Die Krone von Xyr". Und dann philosophierte Wolfgang Hofer (rechts) über "Drei Gedanken", die zwar nicht im Zusammenhang zueinander standen, die gerade weil sie nicht zu ende gedacht, spannend waren.
Es folgte Marta Melniczuk (rechts darunter), die zunächst sehr anschaulich ihre Erlebnisse in der Ukraine schilderte, den Unterschied zwischen Ukrainisch und Russisch erklärte. Mit dem Freisinger Mundartddichter Wolfgang Ammer und seinen lustigen und zugleich kritischen Gedichte "Nächstenliebe" und "Der Hirschkäfer" landeten wir wieder mitten in Bayern. Ins Surreale führte uns Brian Burger, der seine abstrakten Geschichten "Der Hund Luria" und "Der Fleischberg" vortrug, die einen tief ins traurige Innenleben unglücklicher Menschen führten. Im Anschluss daran brachte Sibylle Böhmer-Rawas ihre Geschichte "Nein", in der ein völlig abgehobener Professor jegliche Bodenhaftung verliert. Bruno Neri, ein weiterer Literatentreff-Neuling las ein Gedicht über eine schwere Identitätskrise mit dem Titel "Das Kind im Spiegel", das allseits großen Anklang fand. Nach einem bayrischen Gedicht über einen kranken Postboten und seine junge Stellvertreterin, welches Wolfgang Hofer vorlas, kam man zu einer angeregten Diskussion über bayrische Dialekte und fand zum Schluss, daß diese sogar ortschaftsweise unterschiedlich seien, was den "Bayrischen Dialekt" zu einer wirklich lebendigen Sprache mache, fand die Parallele sowohl zum Ukrainischen gegenüber dem Russischen; und auch Neri gab sein Wissen zum Italienischen dazu. Zum Abschluß führten Walter Koppe und Wolfgang Hofer eine Performance auf, in der auf witzige und launige Art die Folgen des Klonens und der Genforschung aufs Korn genommen wurden.
Einige der vorgetragenen Texte werden im dritten "Gedanken-Sprung", der Erdinger Literatenzeitschrift erscheinen, welche beim nächsten Treffen, dem 17. am 7. März bei Jane Clouston im Dorfner Buchladen der Öffentlichkeit präsentiert wird. Immerhin haben bereits einige weitere Gäste ihr Kommen angekündigt. . .
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