B. B.
28.-30.11.2003: Die 3GroschenOper von
Bertolt Brecht und Kurt Weill,
inszeniert von Brian Burger
Aufführung im JuZ Kirchheim vom 28.-30.11.2003

B. B.

xED:
brian burger, du bist initiator und motor der plattform heimstetten. derzeit versucht du dich zum ersten mal als regisseur.
was können wir von der inszenierung erwarten? versuchst du dem klassiker eine spezielle handschrift zu verleihen?

b.b.:
ich inszeniere das stück in der grausam-amüsanten atmosphäre eines raritätenkabinetts mit rumpelkammer mit dem touch absurder komik in richtung karl valentin. d. h. ich inszeniere dieses sehr ernste stück in einer komödiantischen manier, denn was die leute heute mit dem unrecht machen, ist: darüber lachen.

die größte innovation meiner inszenierung ist die starke rock-musikalische umarbeitung durch die musikalische leitung von robert neussendorfer und richard glaser.
jedoch werde ich als gegengewicht zu der musikalischen neubearbeitung den schauspiel-text des stücks im original präsentieren. das ist ein interessanter kontrast: neue musik mit altem text. er unterstützt die von brecht intendierte "harte fügung" innerhalb einer epischen dramaturgie. ausserdem wurden bis jetzt immer große teile der texte in den liedern und dialogen gestrichen - teils aus feigheit, teils aus unverständnis.

da sich seit 1928 ja nicht sehr viel im bewußtsein der menschen geändert hat, lasse ich die sprache so wie sie war. es gibt auch leichte objekt- und puppentheaterelemente... besonders klar wird die spielfreude der laiendarsteller. den hauptrollen wird viel abverlangt: eine menge text und viel gesang. es ist ein stück für ein reihenhauskeller-proletariat des 21. jhdts. mit dem motto: "Miese Typen, rockiger Sound und Moral".

weitere Info mit Bildern der Probeaufführungen Veranstaltungen vom 28. bis 30.11.03