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zur Kartoffelfeier am 29.12.
bei der Plattform in Heimstetten

Am 11.12. gabs einen längeren Artikel von Peter B. Heim zu unserer 2. Ausgabe in der Erdinger SZ.
Zwar klingt der Titel "Frostige Atmosphäre zwischen den Zeilen" eher frostig-negativ. Allerdings kommt bei der Unterüberschrift "Mehr Umfang und mehr Autoren: Erdinger Literatentreff legt abwechslungsreiche Publikation vor" schon eine positive Tendenz durch. Der SZ-Redakteur endet mit dem Fazit "eine Lektüre, die nicht nur nach dem Weihnachts-Einerlei willkommene Abwechslung bietet."
den ganzen Artikel gibts hier

Am Sonntag, dem 09.12.01 fand zwischen vier Personen aus Germering und Erding ein erstes Treffen zu Philosophie und gemeinsamen Aktionen statt.
So soll sich der "Gedanken-Sprung" ab der nächsten Ausgabe auch auf andere Regionen im Münchner Umkreis ausweiten.
Näheres auch zu weiteren Themen und Ergebnissen im S6-Forum.

Erdinger Literatentreff in Dorfen
2. Ausgabe des "Gedanken-Sprung" wird beinahe zur Nebensache

Trotz Nikolaus und der parallel zum Treff der Erdinger Literaten stattfindenden Lesung der bekannten Autorin Anna Mitgutsch im Erdinger Gymnasium waren am 06.12. immerhin 17 Personen dem Ruf in den Dorfener Buchladen gefolgt.

Nach Wolfi Hofers kleinem Erfahrungsbericht zur Entstehung des neuen "Gedanken-Sprung", begrüßte Jane Clouston, die Inhaberin der Buchhandlung die Gäste.
Mit einer bisher in diesem Kreis noch nicht dagewesenen Performance aus Musik und Text läuteten die Initiatoren Delissen und Koppe dann das 14. Treffen der Erdinger Literaten in Dorfens Buchhandlung ein.

Bekhs Ungeduld bezüglich der inneren Sinnfrage unserer Treffen, sowie beim ersten Textbeitrags des Gymnasiasten Martin de Rukovszky, der "den Stern" vortrug, prägten die Minuten danach.
Der Ausflug in die Sternenwelt des jungen Taufkirchner, in dem dieser die Vergänglichkeit der Zeit, eine Mahnung an die Erdenbürger mit ihrem Planeten sorgsamer umzugehen, zum Thema hatte, war Bekh viel zu leise vorgetragen.
Christian Hartl, ein ebenfalls noch junger Autor aus Schwindegg hatte mit "Die Krone von Xyr" einen soeben im Eigenverlag erschienenen Phantasyroman mitgebracht, las aus einer spannenden Trilogie, die in einer mittelalterlich angehauchten Szenerie auf einem unbekannten Planeten spielt. Durchaus spannend, locker geschrieben, ein Leckerbissen für Phantasyliebhaber; wenngleich bezüglich Rhetorik wie bei Martin ebenso noch gut verbesserbar - doch eben dieses Sich-Ausprobieren-Können, Kritik und den Vergleich zu schon routinierteren Lesern zu erfahren, ist wichtiger Bestandteil unserer Treffen.
So holte Betti Simmerl die Zuhörer, natürlich routiniert und gekonnt, auf den Boden der Erde und in die bayrische Mundart zurück; las die Geschichte einer "seltsamen Christmette"; eine kleine amüsante Historie aus ihrer Dorfener Kindheit.

Nach der Pause, die mit belegten Brötchen und Getränken vom Dorfener "Tagwerk" und DUKA organisiert, der lebhaften Diskussionen wegen viel zu schnell um war, stellte sich Wolfgang Johannes Bekh hinter das Rednerpult.
Seine Glosse "Verteidigung der Nähe", in der er eine Rückkehr zu lokal überschaubaren Strukturen, bis hinunter zu Gartenzaun und Markierungssteinen forderte, sowie eine Abkehr von überschallschnellen Flugzeugen und multikulturellen Vielfliegerpunktesammlern, die heile, heimatlich gebundene Welt von Kafka, Grass und Proust beschwört, zeitigte eine kritische Auseinandersetzung der Anwesenden.
Monika Kleeblatts Beitrag, genauso wie Bekhs Beitrag in der neuesten Ausgabe der Kulturzeitschrift "Gedanken-Sprung" zu finden, hieß "Abenteuertheater" und schildert eine skurrile Begegnung mit einem Mann des Straßentheaters.
Hans Jürgen Vogel, - noch ein weiteres neues Gesicht bei den Erdinger Literaten, die sich über Neuzugänge und neuen Kontakten in der letzten Zeit wirklich nicht sorgen mußten, trug seine nüchtern spöttischen "Blickmachenden" Texte vor.
Ein eindringliches Gedicht von Frau Sybille Böhmer Rawas, eines von Martin Pollok, in seiner unnachahmlichen "Rap-Art" vorgetragen und schon neigte sich der übereinstimmend als tolles, interessantes Treffen eingestufte Abend dem Ende zu.

So wurde das eigentliche Hauptereignis, das Erscheinen der zweiten Ausgabe der Erdinger Literatenzeitung beinahe zur Nebensache. Dabei ist das mittlerweile auf über 70 Seiten angewachsene Werk inzwischen von erstaunlicher Qualität, so daß fürs nächste mal überlegt wird, den Sprung ins Überregionale zu wagen: zumindest aus einigen weiteren Landkreisen wie FFB und STA wurde dafür bereits Interesse signalisiert.
Außerdem liegen bereits zwei weitere Einladungen des Literatentreffs, sowohl nach Dorfen wie nach Taufkirchen (als Open Air im nächsten Sommer) vor. Und so wurden auf die Frage Bekhs zu Beginn des Abends gleich eine ganze Reihe von Antworten gefunden.

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06.12.:

14. Erdinger Literatentreff im Dorfener Buchladen
bei Jane Clousten (links)
mit Präsentation unserer 2. "Gedanken-Sprung"-Ausgabe
hier gehts zu Skizze und Fahrplan
und hier ist die Webseite vom Dorfener Buchladen
(einen Tip wert ist auch deren Seite "Erlesene Bücher für belesene Leute")

01.12.:

Info-Stand zum Treffen am 06.12. in Dorfen
mit den Covern der Erstausgabe (links)
und der neuen Zweiten (mal 3)

29.11.:

Juliane Hutterer (4. v. r.) liest im Rahmen des literarischen Herbst in Freisings Szenelokal "Abseits"

22.11.: Vereinsgründung der "Erdinger Literaten" vom Wetterchaos zerzaust
Während es beim ersten mal noch organisatorische Fragen waren, verhinderte am Abend des 23.11. teils dichtes Schneetreiben die Vereinsgründung der Erdinger Literaten.
Auch wenn manche Sommerreifen den Weg vom östlichen oder südlichen Landkreis nicht zum vereinbarten Ort, dem Gasthaus Mayer Wirt fanden, war das Treffen durchaus sinnvoll, denn sowohl Vereinsziel wie Satzung wurden spezielleren Debatten incl. Elchtest unterzogen, und nochmals verbessert; die Vereinsgründung nicht aufgehoben, sondern nur an den Rand des 14. Literatentreffen am 06.12. in Dorfen aufgeschoben.

Cover (links)
und Rückseite (rechts)
zur Winterausgabe des "Gedanken-Sprung".

Der Inhalt der 2. Ausgabe unserer Literatenzeitung wird erst am 06.12. in Dorfen verraten.



festliches Ambiente: der Asamsaal
Irmgard Koch & Friedrich Kohlsaat vom Modern Studio Freising

neu in der Runde: Ludwig Zaccaro
und Sieglinde Ostermeier, alle aus Freising
Mundartautor Dieter Illek aus Aufhausen
Spannung garantiert: Juliane Hutterer
Gesprächsreiches 13. Treffen der "Erdinger Literaten" in Freisings Asamsaal

In entspannter Atmosphäre, das Ambiente des Asamsaales mit seiner barock anmutenden Bestuhlung trug dazu bei, fand die dieses Mal original bayerisch angehauchte Zusammenkunft des "Erdinger Literatentreffs" statt.
Nach der Einleitung von Walter Koppe, in der die wichtigsten organisatorischen Fragen angesprochen wurden, so der Termin für das nächste Treffen, die kommende Vereinsgründung inkl. Redaktionssitzung und ein großes Dankeschön an die Frau Renate Koch und Herrn Kohlsaat vom Verein "Modern Studio", die die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatten, ausgesprochen wurde, trug der bekannte Mundartautor Dieter Illek aus Aufhausen, aus seinem demnächst im Rosenheimer Verlag erscheinenden Textband vor. Wie immer mit hintersinnigem Humor, spöttisch, zynisch die "G`leckten dabläkand", das jedoch in durchaus feinsinniger Manier, nicht zu vergleichen mit anderen, deren "Gstanzerl" eher karnevalistisch klingen.
Auch Sieglinde Ostermeier aus Freising schreibt bayerisch, spöttisch, witzig, doch mit einem engagierten Schuss tiefen inneren Ökologiebewusstseins, man merkt, die Sache liegt ihr am Herzen. Sie trug Texte aus, der Name spricht für sich, ihren ersten Buch "D`Wejd dahoidn" vor. "Wo andere Porzellan zerschmeißen, das wird bei mir ein Gedicht." Mittlerweile hat sie zwei weitere Bände in der Bayernland Verlagsanstalt veröffentlicht.
Ludwig Zaccaro, ein Schriftsteller, ebenfalls aus Freising, trug Teile seines autobiographischen Romans "Achava wir kommen wieder!" vor, einer Aussteigergeschichte aus den 70iger Jahren, über die man sich im Anschluss und auch überhaupt interessiert unterhielt. Dazu Anlass gegeben hatte eigentlich der von Wolfgang Hofer vorgetragene Text "Irgendwie Berlin", in dem er versucht Scherben des Berliner "Flairs", wie er sie erst kürzlich erlebt hatte, zu schildern.
Sibylle Böhmer-Rawas las ihre eindringlichen Appelle, zeichnete ihre traurigen aber realistischen Bilder von Leid, entstanden durch Krieg, den nur die Oberen möchten.
Eine wie immer spannende Beschreibung eines Kampfgetümmels im Phantasy-Space kam von Juliane Hutterer, ein Auszug aus ihrem Roman "Die Gabe des Wanderers".
Auch Thom Delißen trug Texte vor, schöne Bilder teils, "das Wort als Mikrokosmos im Universum", doch auch zynische, blickhaft machende Anklage.
Ein wütender Protestschrei in die Ohren der dahinvegetierenden, mittelmäßigen Konsumgesellgesellschaft die Texte von André Körber, die ebenfalls zum Vortrag kamen. "Wo hört Literatur auf ästhetisch zu sein?", über diese Frage wurde locker diskutiert.
Günther M. Doliwa, beschloss die Lesung mit scharfsinniger Dichtung, beschäftigte sich mit "Aids", skizzierte die Betroffenen einer Scheidung, prangerte die Gleichgültigkeit der Menschheit an.
Es war ein wunderschöner Abend, in einer zauberhaften Umgebung mit toller Stimmung und nicht nur die Schale berührenden Gesprächen und Beiträgen.
Das nächste Treffen wird am 06.12.2001 um 20.00 Uhr in Dorfen stattfinden. Frau Jane Clouston von der Dorfener Buchhandlung wird ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.
Bei dieser Gelegenheit wird auch die Winterausgabe der Kulturzeitschrift "Gedanken-Sprung" der Öffentlichkeit vorgestellt, außerdem wird der "Erdinger Literatentreff" das erste Mal als Verein auftreten. Weiterhin bemerkenswert: Das einjährige Bestehen wird gefeiert werden.
Alle, die schöne Bilder, gemalt mit wundervollen Worten, herbe Gesellschaftskritik, oder witzige Mundarttexte lieben, sind herzlich eingeladen, mitzufeiern. Nähere Informationen unter www.xed.de oder www.gedanken-sprung.de.
Thom Delißen

Frau Sibylle Böhmer-Rawas gewann einen der ersten Preise beim Literaturwettbewerb "Weltbilder Kosmopolitana" von "Die Brücke" aus Saarbrücken.
Der Erdinger Literatentreff gratuliert recht herzlich.
Übrigens wird Böhmer-Rawas auf der Rückseite des Covers zur nächsten Ausgabe der Erdinger Literatenzeitung noch seperat vorgestellt.

2. Redaktionssitzung am 25.10. im Erdinger Weissbräu:

Thom Delissen hatte die "Nullausgabe" des 2. "Gedanken-Sprung" (gut 50 % des Anfang Dezember erscheinenden Heftes) mitgebracht, um im Kreis der neun anwesenden Personen betrachtet und wo nötig verbessert zu werden. Dann ging es auch um neue Grafiken (vor allem von Juliane Hutterer, vielleicht auch von Monika Steiger (Tip von G. M. Dolliwa), bzw. das Aufhellen bereits vorhandener; auch der Bilder der Literaten.
Ein längeres Diskussionsthema betraf das Cover zur nächsten Ausgabe. Der Surfer auf dem Heft der Erstausgabe sollte für die Frühlingsausgabe herhalten (so Wolfi Hofer), auch des Grüns im Hintergrund wegen.
Aber vielleicht reicht es, wenn der Hintergrund anders gestaltet würde, nämlich mit einer Wand aus Büchern. Mehr demnächst über xED.
Das 13. Treffen findet am 08.11. nun nicht in Hallbergmoos sondern mitten in Freising statt. Dies wird ebenfalls demnächst geklärt. Am Samstag zuvor findet in Freising ein Infostand statt (11 - 15 Uhr am Marktplatz).
Das 14. Treffen am 04.12. bei Jane Clouston im Dorfener Bücherladen.
Die nächste Redaktionssitzung könnte im Attelier von Peter Hauber stattfinden.
Ein gemeinsames Projekt wird zusammen mit der Plattform in Heimstetten in Markt Schwaben geplant. Auch deshalb wäre für uns das nächste Treffen in der Heimstettener Plattform am 30.10. interessant. Übrigens feiert man dort auch das Einjährige - was wir ja auch vor uns haben, vielleicht um nebenbei unseren Verein zu gründen (Freising wär ein ungünstiger Ort, weil es gut wäre auch Leute aus Dorfen dabei zu haben!).
Längerfristig ist auch eine Performence geplant, vielleicht in Verbindung mit einer größeren Veranstaltung (Open Air?).
Auch der wiedergenesene Dieter Illek gab Texte weiter, und bot außerdem seine Mithilfe bei der Rekrutierung neuer Werbepartner an.


Sibylle Böhmer-Rawas gewann vom Saarbrücker Verein "Die Brücke" einen der vordersten Plätze beim Lyrik-Wettbewerb "Weltbilder Kosmopolitania"
Unser herzlicher Glückwunsch an das Mitglied des Erdinger Literatentreffs!

"Erdings Literaten: Krieg wird von Medien schöngeschrieben"
Presseartikel des Erdinger Anzeiger vom 18.10.01 zum 12. Erdinger Literatentreff (siehe: hier")

Vorschlag zum Cover des 2. "Gedanken-Sprung" (links die Rückseite mit Sibylle Böhmer-Rawas):

Worte für den Frieden am 07.10.01 in Germering:
(Thom Delissen)

Unter dem Motto "Worte für den Frieden" lud die Stadtbücherei Geremering nebst lokal bekannten Schriftstellern (einer kam auf dem Weg zu Lesungen auf der Frankfurter Buchmesse auf einen Abstecher vorbei) auch Mitglieder des Erdinger Literatentreffs zu den freien Lesungen ein.
Obwohl das erst 16-jährige aus Lengdorf stammende Science-Fiction-Talent Juliane Hutterer kurzfristig absagen mußte, wurde ihre Geschichte "..."

über eine Begegnung mit zum Leben erweckten Steinskulpturen von den gut 40 Zuhörern mit großen Beifall bedacht, denn Monika Kleeblatt von der befreundeten "Wortfamilie" trug Julianes Manuskript durchaus gekonnt vor.
Neben Literaten aus Germeringer und der ebenfalls befreundeten Heimstettener "Plattform", die nebst Geschichten und Gedichten auch Musikalisches oder Theatralisches darboten war von Erdinger Seite auch Thom Delissen vertreten. Dessen sehr energisch vorgetragenes Werk "Der abgrundtiefe Haß" wurde mit großem Applaus bedacht, und gab in der Pause Anlaß zu mancher Diskussion; und viele der Gäste wollten mehr über Erdings Literatentreff wissen.

Allgemeiner Konsens bei 12. Treffen der Erdinger Literaten am 04.10.


Einig waren sich alle der 19 Anwesenden beim Treffen der Literaten im evangelischen Pfarrheim in Altenerding, in dessen erster Hälfte Texte verschiedener Genres zum Thema "Krieg und Frieden" vorgetragen wurden: "Worte sind bessere Waffen als Granaten und Bomben."
Nach kurzen einleitenden Worten von Günther M. Doliwa, der sich bereit erklärt hatte, den Abend wieder einmal zu moderieren, lasen Walter Koppe und Thom Delißen.
Und hier wurde gleich zu Beginn klar gemacht, dass die Ursachen des allgemeinen Stimmungsumschwunges in der Bevölkerung hin zum Repressionistischen wohl wirklich nicht von ungefähr kommen, nicht nur an der Oberfläche der Gesellschaft zu suchen sind.
Mangelndes Verständnis einer fremden, andersgearteten Kultur, die offensichtliche Manipulierung der Massen durch die Medienmacht, verborgene Triebe im Menschen, die wohl in der frühgeschichtlichen Entwicklung des Homo Sapiens entstanden sind, All das waren Punkte, die auch in den nachfolgend vorgetragenen Texten ihren Niederschlag fanden.
Doch auch zur Hoffnung und zum literarischen Schaffen rief man auf.
Mit eindringlichen Worten erklärte Nepomuk Hauser den Menschen für unfähig, den wahren Frieden, der wohl existiere, zu sehen und noch viel weniger zu vollziehen.
Auch griff er das Thema Kolonialismus auf, erinnerte an die ungezählten Toten, die der unbarmherzige Kampf der Menschen im Namen des Christentums, des Fortschritts, in vergangenen Jahrhunderten und auch heute gefordert hat und hatte, und doch letztendlich nur als Vorwand galt und gilt auszubeuten, zu unterdrücken und vor allem sich zu bereichern.
Frau Sybille Böhmer-Rawas vertrat die Ansicht eines Schriftstellerkollegen, der, so zitierte sie ihn, den Versuch, gewählte eindrucksvolle Worte zu dem schrecklichen Geschehen zu finden, als Blasphemie empfand. Konsequenterweise las sie ältere Formulierungen zum Kosovokrieg, die in ihrer Eindringlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Juliane Hutterer zeigte die Situation als abstraktes Theaterstück auf - mit der Erde als Bühne und Wolfgang Hofer kam zu dem Fazit: "Die Welt ist ein ständiger Hexenschuß!". Die Überheblichkeit des Menschen prangerte Günter M. Doliwa mit seinem Gedicht "Flugbrandschrift" an, unterstrich die verblüffende gedankliche Verbindung zwischen World Trade Center und dem Turmbau zu Babel.
Nach einer im melodiösen Rap-Stil von Martin Pollock brillant intonierten Ode über Gleichgültigkeit und Hass innerhalb der Menschheit folgte eine kontroverse Diskussion über allgemeine Wertigkeiten, bei der Stadtschreiber Albert Sigl nachhaltig mahnte, das Positive im Menschen nicht zu vergessen.
David Molnar stellte die kritische Frage: "Betrifft, beeinflusst uns diese Situation wirklich?" und Cezar Curtis, eine Schwarze, kritisierte, daß durch die Medienberichterstattung rund um den Terror das Unrecht andersowo vergessen wird. Dort wo tausendfacher Tod durch Hunger, Krankheit und Krieg der Normalfall sei, ist dies in unserem Erdteil kaum eine Schlagzeile wert.

Nach einer kurzen Pause läutete Günther M. Doliwa die zweite Runde ein.
Veronique Dehlimi wortmalte ein wirklich ausdrucksstarkes Bild der Gefühlswelt einer sich einem rothaarigen Studenten hingebenden Frau. Albert Sigl las eine Kurzgeschichte,- eine kleine Moralpredigt wohl,- über menschlichen Ehrgeiz und Wertigkeiten im Leben, aus einer soeben im Deutschen Taschenbuch-Verlag erschienenen Anthologie mit dem Titel "Stille Zeit? Heilige Zeit?", für die unter anderen auch Günther Grass einen Beitrag geliefert hat.

Kurz und schmerzhaft, nach morbider Schönheit duftend die Zeilen von Brian Burger.
Kurzweilig und flockig zuzuhören, wie immer, die "Auszüge aus einer Geschichte" von Juliane Hutterer, nachdenklich der Text zum "Tag der deutschen Einheit" von Wolfgang Hofer, abstrus die Schilderung einer "Nachtwahnderung" von Martin Pollok, an die verübten Gräuel der USA in Vietnam, erinnernd der abschließende Text von Thom Delißen "Sonneuntergang am Song da".
Ein Treffen, dass viel von den Teilnehmern gefordert hat, denn sichtlich müde, abgespannt und erschöpft verließen die letzten Gäste gegen 23.30 Uhr den Ort des literarischen Geschehens.

Infostand am 29.09.01:
Bei Buchstabensuppe wurde am Samstag die zweite Auflage unserer Literatenzeitung "Gedanken-Sprung" der Öffentlichkeit präsentiert.
Innerhalb eines Info-Standes auf Erdings Kleinen Platz zur Langen Zeile hin bot eine bunte Reihe von Literaten Lesungen, man informierte über den Inhalt der Hefte wie zukünftige Lesungen, oder experimentierte mit spontaner Performence.

Auf dem Bild noch unsere Erstausgabe der Erdinger Literatenzeitunt "Gedanken-Sprung".
Auch die 2. Ausgabe (Herausgekommen am 06.12.2001, zum 14. Treffen im Dorfener Buchladen können Sie hier bestellen.

Erdinger Literatentreff Januar 2002

Erdinger Literatentreff Januar 2002 - Dezember 2002

Erdinger Literatentreff Sept. bis Dez. 2001

Erdinger Literatentreff bis August 2001