24. Literatentreff im Jugendzentrum Erding
wer weis schon zuvor, in welche richtung die post abgeht
- und welche facetten unsere treffen entwickeln.
PRESSEMITTEILUNG 14.10.02

Das gewisse Etwas, eine tolle Atmosphäre

Und da war es wieder, das gewisse Etwas beim 24. Treffen der Erdinger Literaten. Ihren zweiten Geburtstag feierten sie in aufgeschlossener Runde im Erdinger Jugendzentrum. Der von Maler Reiter in der SZ angebotene Platz in seinem Atelier war nämlich leider bereits für eine Ausstellung verplant.

Um so anregender waren die Texte, die vorgetragen wurden, angenehm prickelnd wie Champagnerschaum die Atmosphäre. Nachdem Walter Koppe und Thom Delißen die Anwesenden begrüßten, und bezüglich der Kulturhaus-Debatte zum durchatmen animierten, begann die Reihe der Vortragenden bei Martha Melniczuk. Eine Auswahl von Haikus trug sie vor, Impressionen vom Schwarzen Meer zu denen auch Bilder existieren. Fragen zur Situation der Menschen dort wurden gestellt, und die Halb-Ukrainerin gab bereitwillig Auskunft.

Drei Texte gab es von Wolfi Hofer, der die Gefühle innerhalb einer Sitzung beschrieb, und eine "etwas" autobiographische Geschichte über eine asiatische Wüstenspringmaus vortrug.
Dazu passend stellte Brian Burger die in Frage: "Wer ist hier verrückt?" und las das Gedicht "Hamlet, der Idiot".
Monika Kleeblatt lies sanftere Töne anklingen, trauerte über ein Waldstück in ihrer Umgebung, das einer Autobahnauffahrt weichen muss.
In "Orientierungslos" berichtete uns Wolfgang Ammer über eine verirrte Frau am Flughafen, und erzählte noch zwei weitere amüsante Mundart- Anekdoten in Gedichtform,
und Bruno Neri machte in seiner Geschichte "Das brodelnde Spülbecken", den Versuch den Stoismus der Italiener zu beschreiben.

Nachdem man sich in der Pause mit den neu hinzugestossenen Besuchern austauschte und zukünftige Projekte besprach, begann die zweite Runde mit Thom Delißen, der in der Uralubszeit drei neue Texte verfasste, und den Zuhörern u. a. mit einem ganz besonderes Erdbeben überraschte, und große Heiterkeit erzielte.

Das erste Mal im Kreis der Literaten fasste Erna Anders sich ein Herz und trug, durchaus gekonnt, ein Herbstgedicht aus eigener Feder vor.
Den Abschluß machte Sybille Böhmer-Rawas mit ihrem Prosa-Text "Der Weg zum Erfolg", einer Reflektion über Moral, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Jeder Literatentreff - für Aussenstehende schwer erklärbar - hat inzwischen etwas ganz besonderes, mystisches; spinnen noch Stunden und Tage danach ein eigenes Netz in den Köpfen der Beteiligten; regen und spornen an, ähnliche Texte, abstrakt oder unterhaltend, zu verfassen, Personen, Auren, Lockerheiten kennenzulernen.
Wieder waren neue Gesichter, vorsichtig und ein bisschen schüchtern, darunter, sich langsam öffnend und Vertrauen findend. Leider mußte man schon gegen 23 Uhr die Räumlichkeiten des Jugendzentrums verlassen.

Doch keine Angst, es gibt ein nächstes Mal: Nach dem Treff im Jugendzentrum sind wir am 07.11.2002 ab 19 Uhr im Fischers Seniorenheim zu Gast.
Mit alter Frische werden weitere neue Texte geschmiedet, geknüpft, - werft die Netze aus. Wir und Sie, Er und Du.

Erdinger Literaten

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