Präsentation von Gedanken-Sprung Nr. 7 31. Erdinger Literatentreff in Gottfried Bachs ARTELIER |
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Das 31. Literatentreffen am vergangenen Mittwoch, den 14.05.2003, im "Artelier" von Gottfried Bach war gewürzt mit vielen illustren Zutaten. Nach der Einleitung von Literatentreff-Gründer Walter Koppe und Mitinitiator Thom Delißen setzte sich Sibylle Böhmer-Rawas auf den hölzernen Antikstuhl, um ihre Geschichte einer Frau zu erzählen, die Probleme mit ihrer lesbisch-dominanten Redakteurin einer Frauenzeitschrift hat und zudem bei einer Kontaktanzeige auf einen bereits verheirateten Mann stößt. Das ganze geschieht nicht ohne Anspielung auf die tatsächlichen Redaktionstreffen zum "Gedanken-Sprung", dessen siebte Ausgabe am selben Abend der Öffentlichkeit präsentiert wurde und großen Anklang findet. Wolfgang Hofers Text "Erwin" aus einer ganzen Reihe von "Skurrilen Personen", die er derzeit verfaßt, hinterläßt die Zuschauer nachdenklich. Sie handelt von einem geistig Verwirrten, der mit sich selbst spricht und auch ansonsten der Welt entfremdet ist und zuletzt - ohne seinen Tod zu ahnen - in Wasser geht und dort ertrinkt. Kurios-amüsantes bringt Wolfgang Ammer, der sich in bayrischer Mundart über Mobilfunkmasten, die alte Hausapotheke und die neue Cyberwelt lustig macht, in welcher der alte Opa aber immer noch "live zum Schafkopfen geht". Ludwig Zaccaro, ebenfalls im Gedanken-Sprung vertreten, und Autor des Buches "Achava - Wir kommen wieder!" liest ein weiteres Kapitel seines Aussteigerromans, der autobiographisch ist. Nach einer Textpassage berichtet er ergänzend über seine Erfahrungen im Ort Soria in Gran Canaria. "Der Zitronengarten" heißt die feinfühlige Erzählung von Bruno Neri, in der es um Giovanni geht, der für einen kurzen Moment aus seiner Alltagstristesse entflieht und einen wunderschönen Garten findet. Doch vermutlich wird er sein Leben auch in Zukunft nicht ändern. Wortgewaltig trägt im Anschluß daran Wolfgang Johannes Bekh einen Ausschnitt seiner Biographie "Anton Bruckner" vor. Er greift sich das Kapitel rund um die Exhumierung Schuberts heraus, die er mit anrührendem Pathos vorträgt. Er liest im Anschluß daran drei Gedichte des von ihm sehr geschätzten Mundartdichters Franz Stelzhammer, der heuer seinen 200. Todestag hat. Nach einer halbstündigen Pause, bei der sich die Literaten und Künstler am üppigen Büffet von Gottfried Bach laben und seine Bilder, die in seinem architektonisch reizvollen Atelier und im Garten hängen, beäugen, geht es weiter mit Thom Delißen, der mit "Felice" eine surrealistisch ausgeschmückte Geschichte eines Mannes vorträgt, der Selbstmord begeht. Sein Text regt zu einer interessanten Diskussion an, ob er sich selbst in diesem Menschen wiederfindet, was er damit beantwortet, der Text sei lediglich ein Bild in Worten. Sonja Lenz, die mit ihren drei Töchtern derzeit ein Lyrikbuch herausgibt, und auch im neuen Gedanken-Sprung Nr. 7 vertreten ist, trägt vier Gedichte vor. Lea Tomaschowski liest ihre Gedichte "Schule, Schule" und "Das Ei", sowie ihren Text "500 Tage". Zum Abschluß des eindrucksvollen Abends liest Horst Theiß aus Taufkirchen seinen Text "Der bayrische Pferdeflüsterer". Die von Walter Koppe moderierte Lesung schließt mit einem Dank an Gastgeber Gottfried Bach, dessen Motto der gerade laufende Ausstellung "Kunst im Dialog" an diesem Tag der Literatur galt. Die nächste Aktion der Erdinger Literaten findet am Freitag, den 30.05. anläßlich der Benefizveranstaltung des Vereins "Mit Sicherheit für eine gute Sache" von 16:30 - 18:30 Uhr in der Stadthalle Erding statt, die von Seiten des Flughafenvereins von Wolfgang Hofer organisiert wird. |
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