Architekturstudium in Wismar

Kurzfassung dieser Seite: 

Fast totgeschlagen von einer Schnapsflasche aus alkoholisiert jugendlichen Händen (siehe Umfeld) hatte ich mein Architekturstudium schließlich etwas weiter gefasst. 
Ich begann mich zu fragen, was ich selbst
tun kann, entwickelte eine Idee, die unter dem Projekt "Café Brutto" bekannt wurde, gewann einen bundesweiten Innovationswettbewerb, 100.000 DM Startfinanzierung waren in Aussicht gestellt, ...  
Es war mir ein Bedürfnis, unter Studium deutlich zu machen, dass ich trotz dieser ganz wichtigen Ablenkung vom Kernstudium kein schlechter Student war, sah mich auch hier des öfteren als Pionier, etwa in Richtung ökol. Bauen. Ich hatte bereits mein Diplomthema, als mir das bafög wegen Übertretung der Regelstudienzeit gestrichen wurde - Exmatrikulation, und damit auch das Ende des Café-Brutto-Projekts waren die Folge.

Für mich persönlich bedeutete das wohl den zentralsten Einschnitt in meinem Leben, denn hinterher befand ich mich etwa genau in der Position, weswegen ich mich für andere engagiert habe. Ganz unten. 
Doch (siehe Nachtrag) auch das war nicht das Ende der Geschichte. Weitere Projekte folgten.

 

Das Umfeld

Ich weis noch, wie ich an den ersten Tagen (im Sept. 1993) in Wismar mit Block und Bleistift die nähere Umgebung ums Studentenwohnheim erkundete. Als Oberbayer schien mir die Plattenbausiedlung Friedenshof seltsam fremd; auch die Bewohner, noch nicht so dem reinem Wohlstandsdenken verhaftet; die kleinen Kinder, die vollkommen offen den Kontakt suchten, sich für meine Zeichnungen interessierten.
Auch wenn mir bis zum Schluss so vieles fremd blieb, so hatte ich in den nächsten Monaten und Jahren doch genügend Zeit und Gelegenheiten, das Bild meines selbstgewählten Studienorts neu zu zeichnen, und dabei viele neue Details zu entdecken. Darunter waren auch einige Erlebnisse, die mein soziales Engagement wecken sollten. 
An den Weg vom Wohnheim in Richtung Hochschulgelände erinnere ich mich noch gut. Eines Tags gingen zwei 12 bis 14-Jährige etwa 50 Meter vor mir, als sich ihnen eine kleine Katze näherte. Das schwarze Ding wollte ganz offensichtlich mit ihnen spielen. Doch dann erlebte ich, was ich seit dem noch nie und auch danach nie wieder gesehen habe. Eines der Kinder holte mit dem Fuß weit aus, und schoss das Tier wie einen Fußball mit dem Stiefel in hohem Bogen durch die Luft. Danach lag es tot am Wegesrand.
Einige Monate später komme ich von einer Zugfahrt aus Berlin zurück. Christo hatte den Reichstag verhüllt. Ich war eine Nacht in Berlin geblieben und grade seit einigen Stunden wieder im Wohnheim. 
Es ist Sonntag, der 02.07.1995., kurz nach 18 Uhr. Die Studentenunterkunft ist noch fast leer, alles scheint ruhig, plötzlich vernehme ich von unten merkwürdig Laute. In regelmäßigen Abständen schreit jemand eindringlich laut, völlig irrsinnig in höchster Tonart. Von meinem Balkon am 5. Stock erahne ich nur in etwa die Richtung der Quelle. Es sind keine Schmerzens- oder Hilfeschreie, aber nachdem die Situation auch 10 Minuten später unverändert und auch bei geschlossenen Fenstern und Türen unerträglich ist möchte mir ein Bild von der Situation machen. Ich mache mich auf den Weg, und erkenne in einer Garagenruine zwischen den Betonplattenblocks der Wohnheime 21 und 23 etwa 10 - 12 Jugendliche, hochprozentige Alkoholflaschen in den Händen; einer liegt wie tot am Boden. 
Gerade als der Schreihals erneut seine Stimme erhebt, gehe ich auf ihn zu, spreche ihn an, erkenne grade noch rechtzeitig, dass mir ein anderer eine Flasche auf den Kopf schlagen will, ich ducke mich reaktionsschnell zur Seite, die Flasche streift mich nur, trifft dann einen anderen...
Im nächsten Moment laufe ich um mein Leben, verfolgt von einer wilden Horde. Ich rase quer über einen Parkplatz zwischen Autos hindurch, weiche der Wurfbahn einer Flasche aus, flüchte endlich in eine offene Haustür, ich Klingle Alarm und schreie, bis mir eine Wohnungstür geöffnet wird. Während die alkoholisierte Bande das Haus umlagert, rufen die Bewohner die Polizei. 15 Minuten später werde ich von der Polizei befreit, sitze in einer grünen Minna, und erlebe weiterhin unbeschreiblich abartige Szenen. insgesamt besteht das Polizeiaufgebot aus zwei grünen Kombis und einem Sani, der die Verletzten und Alkoholisierten versorgt. Einige der Jugendlichen verfolgen mich selbst, wo ich nun im sicherem Polizeiauto sitze. Einer schlägt wie wahnsinnig auf das Fenster ein, bis seine Hand blutig ist; nebenbei schwört er mir den Tod und verdammt mich bis in alle Ewigkeit.
Anschließend bin ich wegen meiner Aussage bei der Polizei, erfahre dass mich die Gruppe wegen Körperverletzung angezeigt hat, wobei ihnen dies nicht abgenommen und schließlich alleine meine Aussagen als reale Beschreibung gilt. Ich selber gehe Tags darauf wegen der kleinen Kopfwunde zum Arzt, unterlasse es allerdings, die Gruppe selbst auf Schmerzensgeld anzuzeigen, weil auch unabhängig meiner Anzeige die Angelegenheit vors Jugendgericht käme, so die Polizei.
Ich begann mich zu fragen, was ich selbst als Architekturstudent tun kann, und bald entwickelten sich interessante Ideen, die unter dem Projekt "Café Brutto" bekannt wurden. 

Das Studium

Ich stieß als einer der letzten zu den übrigen Studenten des Fachbereichs Architektur. Die ersten einführenden Vorlesungen hatten bereits stattgefunden und auch viele der Kommilitonen hatten sich offenbar bereits an den vergangenen Abenden ausgiebig miteinander bekannt gemacht.  
Dies erwähne ich einerseits deshalb, weil er mir schwer fiel, die teils bereits verfestigten Strukturen aufzubrechen, zum anderen, weil ich am zweiten Tag zu spät zur Vorlesung bei Prof. R. erschien. Ich hatte erst am Vortag ein Zimmer im Stadtteil Wendorf organisiert, und von da aus das Hochschulgelände nicht rechtzeitig  gefunden, weil ich den Bus um eine Haltestelle zu früh verlassen hatte.
R. merkte dann auch aufgrund meines Eintreffen an, dass es gerade für Architekten wichtig wäre, sich möglichst schnell ein Bild von einer Stadt machen zu können, um sich darin zurechtzufinden. 
Noch innerhalb seiner ersten Stunde gab er uns zur Aufgabe, ein vorgegebenes Papierformat mit wenigen Handgriffen zu einer ganz bestimmten Größe zu falten, und sich dann zu melden. Als ich damit fertig war, sah R. leider in die verkehrte Richtung, wo er bald eine eine zweite Hand nach oben gehen sah. Sei es ein Zufall oder auch nicht, von nun an hatte er "seinen" Studenten gefunden, dem er künftig einiges an Zutrauen schenken sollte, und den er später nach Amerika mitnahm.
Ein anderes mal stellte er uns die folgende Aufgabe. Es ging um eine quadratische Ausgangsform eines Papierwürfels, der modifiziert werden sollte (sich gegen ein Ende hin sich verjüngend, erweiternd, o. ä.). Ich hatte eine riesige, ziemlich komplexe Idee: aus einem quadratischen Grundriss des ersten Würfels schnitt ich zum zweiten Abschnitt ein Viertel (ein Quadrat der halben Längsseite) aus der Körperfläche heraus, setzte dies solange im Urzeigersinn fort, bis sich alle Seiten auf Null verkürzt hatten. Die Berechnung der Schnitteile war ziemlich komplex und aufwendig. Während sich andere Bücher ausliehen, um entsprechende Modelle samt Schnittmuster einfach abzukopieren und dafür beste Zensuren erhielten (ich hatte zugesehen, wie diese Würfelmodelle entstanden, nun durften sie ihre Erzeugnisse ausstellen), gestand mir R. nach einigem Verhandeln wenigstens noch eine 2,3 zu.
Eine weitere Aufgabe, bei der wir im ersten Semester die Phantasie freien Lauf lassen durften, war bei Prof. O. die Planung eines "Tempels der Kontemplation" (der Meditation). Die Aufgabe war in Gruppenarbeit von ca. 7 - 8 Leuten anzufertigen. Da es mit René, Bernd, Jeanette, Sven, Martin,... große Abstimmungsprobleme gab, nahm ich die Arbeit in die eigenen Hände; von der Grundidee bis zur Fertigstellung der Zeichnung. Diese Arbeit wurde mit 1,0 mit Abstand als beste Arbeit bewertet.
Die erste Semesterarbeit fand bei Prof. O. statt, als Zweitkorrektor stand wieder Prof. R. zur Verfügung. Unsere Aufgabe war es, einen Anbau zum Marienkirchturm zu planen. Als Ansporn ließ uns O. wissen, dass der Wettbewerbssieger 1.000 DM erhalten sollte. Außerdem würden die besten Arbeiten im Rathaus der Öffentlichkeit gegenüber präsentiert.

Meine Motivation war groß, bald schon hatte ich die Idee, wie das geforderte Raumprogramm unterzubringen sei. Für mich war es auch wichtig, mit dem Bau den gesamten Bereich des Platzes aufzuwerten, weitere Funktionen zu realisieren und die Öffentlichkeit einzubeziehen.

Schließlich wurde meine Arbeit (rechts) auch als die Beste bewertet; bekam trotzdem aber nur eine 2,3, da die meisten der anderen Arbeiten als kaum ausreichend bewertet wurden. Von den 1.000 DM war nicht mehr die Rede, auch nicht davon, dass die Pläne und das Modell in der Öffentlichkeit präsentiert würden. Sehr schade, denn einige Monate später standen die Wettbewerbsbeiträge von Architekten im Rathaus aus. Ein Beitrag wurde als erster Platz prämiert, der nach Meinung der meisten Besucher als der Schwächste galt (eine recht einfache, fast geschlossene Mauer wurde in der bereitgelegten Kladde z. B. mehrfach als Erweiterung des dort vorhandenen Gefängnisses bezeichnet. Jener erste Preis wurde bis heute nicht gebaut, immerhin erhielt er relativ sicher sein Preisgeld. Vor allem finde ich es schade, dass die besseren unserer Arbeiten nicht diesem spannenden Dialog des Für und Wider ausgesetzt wurden.
Für mich wäre das sehr wichtig gewesen, u. a. auch in Bezug zu Kontakten innerhalb der Stadt, z. B. zu möglichen Praktikumstellen oder Arbeitgeber, aber auch, weil das später noch mittels des oben genannten Projektes (Café Brutto) ganz wichtig gewesen wäre.
Im zweiten Semester stand die Planung eines Kindergartens an. Wieder hatte ich eine recht gute Idee, dem zuvor ausgiebig begutachtetem Standort angepasst. Wegen der vorhandenen Höhenunterschiede am vorgegebenen Baugelände und dem kleinen See plante ich mit zwei Ebenen, die jeweils direkten Bezug (Eingangssituation, Spielfläche im Grünen) nach draußen hatten. Das Gebäude sollte der Wasserfläche wegen Ähnlichkeiten mit einem gestrandetem Schiff haben (Reling, ...). Ich war mir sicher, auch diesmal wieder eine sehr gute Arbeit abzuliefern. Das meinten auch viele der Kommilitonen. Weil ich mit meiner gezeichneten Perspektive noch nicht ganz zufrieden war, war ich zunächst froh, dass die Professoren O. und R. zunächst andere Arbeiten für die sehr intensive Beurteilung im großen Kreis aussuchten. So hatte ich noch ein wenig Zeit, die Perspektiv-Zeichnung zu verbessern. Ich freute mich schon auf die Präsentation und Bewertung der eigenen Arbeit, als die Professoren den Durchgang beendeten, weil die Zeit zu schnell fortgeschritten sei. Die restlichen Arbeiten wolle man ein andermal durchsehen. Dieses geschah dann Tage später recht knapp in irgendeiner nachmittäglichen Freistunde in Abwesenheit der meisten Studenten.
Für den kommenden "Tag der offenen Tür der Hochschule" sollten einige Studenten eine Auswahl der besten Arbeiten treffen, welche der Öffentlichkeit gegenüber zu präsentieren seinen. Jene Studenten wählten, falls nicht ihre eigenen, jene Arbeiten aus, die in ihrer Erinnerung die besten Beurteilungen der Professoren erhielten. Meine war nicht dabei.
Über ein für den Fachbereich Architektur völlig unbekanntes Thema referierte ich ebenfalls im 2. Semester bei Prof. W.
"Baubiologie zwischen Philosophie und Praxis" lautete mein Vortrag. Zuvor hatte ich erste Kontakte zwischen der Hochschule zu einem kleinen Familienunternehmen in Neu-Wodorf hergestellt, Gespräche mit sympathischen und engagierten Leuten geführt, nebenbei den wohl schönsten wildblühenden Garten Mecklenburgs gefunden. Ich hatte mich über die Befüllung mit dem Wärmedämm-Material "Isofoc" informiert, hatte als hochwertiges Anschauungsmaterial das Modell eines Wandaufbaus und div. ökol. Dämm-Materialien dabei, schließlich, obwohl mit der Ausarbeitung meines Referats nicht ganz fertig geworden, eine 2,0 erhalten.
Im Gegenzug für die Hilfe der kleinen Firma hoffte ich, diesen Kontakt für die Hochschule auszubauen. Doch lange Zeit gab es außer mir niemanden, der sich für den Themenbereich interessierte. Als dann zwei Semester später eine ganze Gruppe interessierte Leute (E., ...) dazukamen, ich meinen Tip weiterzugeben suchte, hatten diese bereits einer anderen Öko-Firma aus Schwerin den Vorzug gegeben, und Kontakt zur Hochschule aufgebaut - obwohl diese im Vergleich zu meinen Kontakten weder engagiert, noch das fachliche Wissen hatten, sich diese bloß wegen des zu erwartenden Geschäftes auf ökologische Gesichtspunkte umorientiert hatten (dies waren während einer Messe deren eigene Worte), hielten die neu ernannten studentischen Ökologen an ihrer Wahl fest.
Ich fand es insgesamt sehr schade, dass gerade unter jenen Studenten, mit denen ich mir Kommunikation und Kooperation am ehesten vorstellte, und mich darin mühte, kaum eine Zusammenarbeit zustande kam; dass ich immer wieder feststellen musste, dass auch hier der eigene Vorteil wichtiger war.
Später (Café Brutto) stellte ich fest, auf welche Weise manche der eigene Ideen kleingeredet, oder verschwiegen wurden. In der Zeitschrift "AStA aus und Basta", oder "Lies mich" wurde für die eigenen Projektideen geworben, die nun so ähnlich unter anderem Namen Tikozigalpa wieder auftauchten.

Einige Semester später war das Entwickeln eines vertikalen Transportmittels eine Stegreif-Aufgabe. Zusammen mit Jan Schumann überlegte ich in der Mensa; skizzierte zunächst so eine Art Riesenrad; Jan zeichnete weiter innen einen zweiten Kreis mit Gewichten dazu; dort, wo die Gewichte den Weg nach oben nehmen, verkürzte er den Abstand zum Mittelpunkt und erzielte damit eine Art selbstdrehende hydraulische Hebelwirkung; ich verband die beiden Funktionen: die Gondeln selbst wurden nun die Gewichte und gab dem Ganzen den Namen "Radulus". Diese Arbeit wurde mit Abstand als beste Arbeit ausgezeichnet (Prof. A. + Prof. O.), wir erhielten die 1,0 (!) und - die Arbeit wurde ausgestellt.
Eine weitere Stegreif-Aufgabe war das Entwickeln von Sitzelementen. Diesmal warf mich der Zufall mit Birgit und Frank zusammen. In den Arbeitsräumen des Block 17 überlegten und diskutierten wir die Ideen, schlossen Kompromisse und teilten die Arbeit ein: das variable Sitzelement-Modul "Modulus" wurde als beste Arbeit ausgezeichnet, wir erhielten eine 1,0 (!) und - die Arbeit wurde ausgestellt.
Im Fach Bäderarchitektur in Rerik bei Prof. H. sollte eine Gruppe von Studenten (Frank, Birgit, Jeanette, Guido, Annemarie, Maren, Cindy und ich) für Stadt wie für Touristen mit Hilfe von Fotos und eigenen Texten eine Art kritische Bestandserfassung der Gebäude vornehmen. Wenn möglich sollten historische Fotodokumente und sonstige alte Zeugnisse eingearbeitet werden. Leider hatte kaum jemand Zeit und Lust, und so machte ich die Arbeit wieder einmal fast allein, sämtliche Texte von der Einleitung bis zum Schluss, auch den Bildvergleich mit der Analyse alt - neu. Schließlich profitierten alle von mir, denn alle erhielten den Haken. Schade fand ich, dass auch diesmal nie eine Kritik oder Reaktion für die teils recht frechen aber passenden Texte zum guten Bildmaterial gemacht wurden. Das recht anschauliche Material wäre eine Ansicht, vielleicht auch eine Auflage wert gewesen.
Als weitere Semesterarbeit sollte der Architekturneubau der Hochschule von uns geplant werden. Wieder gelang mir eine der besten Arbeiten, z. B. laut Prof. N. oder dem Kommilitonen Mark Pepper, den ich damals sehr schätzte. Wieder waren für mich die Bezüge zum Umfeld wichtig: Orientierung zur Stadtmitte; Blickachse zum Marienkirchturm; Einbindung des sich damals in Planung befindliche Wegenetz, das ich im Grünflächenamt im Stadtteil Wendorf mitdiskutiert hatte, und über die Kuhweide zur Stadt sowie zur Mensa und den Wohnheimen im Stadtteil Friedenshof führte. Den Standort des Gebäudes wollte ich hier als Eingangstor der Hochschule neu definieren. Eine weitere interessante Idee des Gebäudes lag innerhalb des mittleren Atriums, in das ich, z. T. verdreht, quadratische säulenartige Einbauten anordnete. Obwohl ich mit dieser Arbeit nicht ganz fertig wurde, erhielt ich schließlich immerhin eine 2,3.
Ein Professor, zu dem ich guten Kontakt hatte, und dem ich auch zu Dank verpflichtet bin (- und nebenbei auch noch Geld schulde), war Prof. Neumann aus der Schweiz, dessen Einjahresvertrag aber leider nicht verlängert wurde. Die Entscheidung dafür fiel während meiner Praktikumszeit, so dass ich z. B. über die AStA keinen Einfluss, nehmen konnte, wo ich inzwischen gut eingebunden war. Später wären grad solche Professoren, die oft auch außerhalb des reinen Studiumbetriebs für einen da waren, wichtig gewesen. 
Mein Praxissemester absolvierte ich bei Architekt Hager in München-Haidhausen.
Ich zeichnete Pläne und Ansichten, Vermaß und Vertrat den Architekten bei den Handwerkern.
Stolz bin ich darauf, dass mein Vorschlag umgesetzt wurde, an den Sozialwohnungen in der Pariser Str. 12 a Balkone einzuplanen. Das war der Stadt München ursprünglich zu teuer, doch die Vorschriften legten ohnehin Fluchtwege fest. Ich konnte über meinen Architekten die Vertreter der Stadt davon überzeugen, dass die Mehrkosten für dieses Stück Lebensqualität sich damit in Grenzen hielten.
Das Foto rechts (aufgenommen im April 2003) zeigt die Umsetzung mit den Balkonen.
Die letzte Semesterarbeit war die Planung eines Solargebäude in Bad Doberan; betreut von Prof. R.
Ich hatte zwar wieder einmal eine Menge von Ideen, gerade weil die Vorarbeit diesmal noch längere Zeit in Anspruch nahm, begann meine aktive Arbeitsphase nun noch später. Immerhin machte ich die letzten 24 Stunden und die ganze Nacht dann durch, zeichnete, klebte, druckte bis zur letztmöglichen Sekunde. Kaum jemand hatte geglaubt, dass ich noch fertig werde, geschweige, dass es für eine gute Arbeit reicht. Obwohl ich nicht geschlafen hatte, verlief auch die Präsentation der Pläne und des Modells am Vormittag optimal. Siehe auch hier.
Leider wurde aus der groß versprochenen Diskussion mit den Vertretern der Stadt Bad Doberan nichts. Lediglich ein einziger Vertreter des Bauamts der Stadt war bei der Verteidigung unserer Arbeiten anwesend, und auch dieser nur sehr missmutig bei der Sache.
Die vielen Ideen, Bezüge, die Platzbildung und städtebauliche Einbildung, die Einbeziehung des vorhandenen Wirtschafts- und Mühlengebäude des Klosters, oder der technischen Details und Potentiale wurden vorgetragen und anschaulich im Modell und mittels Plänen fern jeder Öffentlichkeit präsentiert. Gerade weil ich denke, dass meine Arbeit eine riesige Idee für Bad Doberan wäre, fand ich es sehr schade, sie fern jeder Öffentlichkeit zu präsentieren - Wieder einmal!

Innerhalb des Bereichs Städtebau bei Prof. M. bearbeite ich zwei Aufgaben.
1. Die Innenstadt von Lübben, die vollkommen neu gestaltet wird, erhielt von mir, im Gegensatz zu allen anderen Planungen, eine kleinteilige Struktur. Obwohl ich nur eine 2,3 erhielt, war dies von über 40 Teilnehmern (A93 und A92!) die drittbeste Arbeit. Da die schwächeren Arbeiten nicht bewertet wurden und jene Studenten eine andere Aufgabe erhielten, die dann weit besser zensiert wurde (viele Einsen und Zweien), war meine 2,3 am Ende zur mittelmäßigen Leistung geworden.
2. In die Wohnbebauung an der Wissmarer Straße von Goslar plante ich aus Gründen der Flächenersparnis Wendehammer und Senkrechtparker ein, und hatte dadurch mehr Platz für sinnvolle Wegebeziehung und öffentl. Grünanlagen. Hier wurde zwar keine Zensur vergeben, aber ich erfuhr von Prof. M. dafür Anerkennung. Über ein Jahr später erinnerte er sich noch an
meine Arbeit und wollte deswegen Studentinnen zu mir schicken.

Der Wettbewerbsbeitrag zur Expo 2000 war eine Gruppenarbeit zusammen mit René und Jan. Die Grundidee mit den würfelartigen Modulen (vor allem von René), die variabel, und wiederverwendbar die Elemente der Gebäude ergab, sowie den Innen- und Außenausbauten , z. B. den Verbindungsbrücken über den Gebäudeteilen, war riesig.
dass wir in Weimar bereits in der ersten Runde aus dem Wettbewerb flogen lag sicher daran, dass unser Modell im Gegensatz zu den vielen Weimarer Modellen z. B. die lange Reise nicht überlebt hat. Leider erfuhren wir diese Tatsache erst sehr spät (Dieter u. Fred) - alle näheren Umstände sind bis heute Spekulation geblieben. Es ist ein blödes Gefühl und absolut demotivierend, wenn man denkt, man hat DIE tolle Idee, fällt dann aber in der ersten Runde aus dem Wettbewerb, ohne zu erfahren, woran es denn gelegen hat. Gerade bei einem studentischen Wettbewerb finde ich es unsinnig, wenn man keine Zeile der Kritik erfährt.

Parallel zu jenem Wettbewerb der Expo war bei Prof. R. ein Vergleich dreier Ökobilanzen für abzuliefern. Die Gruppenarbeit sollte ich zusammen mit René und Bernd abliefern. Schließlich machte ich mal wieder alles alleine - Bernd sollte eigentlich die Vorarbeit leisten; er schrieb auch viel, schrieb aber die von Prof. R. an mich weitergereichten Unterlagen lediglich ab, ohne sich mit dem Thema befasst zu haben, so dass ich mit Bernds Schreiben gar nichts anfangen konnte; immerhin half er mir kurz beim Umzug in die Schatterau; René dagegen sollte zusammen mit Jan (Computer) die Ausarbeitung am Expo-2000-Projekt machen. So lag die Unmenge von Arbeit, sich durch die Unterlagen zu quälen, dann eine neutrale Gliederung der drei Arbeiten, und schließlich Unterschiede herauszuarbeiten, wieder einmal allein an mir. Mit viel Fantasie, kritischen Anmerkungen und selbst entwickelten Schautafeln gelang es mir, für uns drei eine 1,7 herauszuholen.

Brutto e. V.

Weil ich die Situation innerhalb der Studentenschaft als ziemlich unbefriedigend und unkommunikativ empfand, es auch Wismar kaum interessante Freizeitangebote gab, vor allem aber wegen der Geschichte oben ("Das Umfeld"), kam mir die Idee, inmitten des studentischen Umfeldes zwischen Hochschule, Wohnheimen und Stadtmitte, im OG des EKZ-Friedenshof (überm Lebensmittelmarkt "Netto" eine Art Studenten- und Jugendcafé aufzubauen. Neben dem idealen Standort waren eine Masse von Ideen vorhanden; z. B. das Potential der Hochschule in dieses Projekt einzubinden; mittels Internet, Ausstellungen (gerade für Architekturstudenten interessant), Videothek (z. B. über Architekturthemen, Diplomverteidigungen), Vorträgen, Diskussionen, usw. neue Perspektiven, sowohl für Studierende, aber vor allem auch innerhalb des Problemstadtteils Friedenshof (über 25 % Arbeitslosigkeit) zu bringen. Es gab noch eine Vielzahl anderer Funktionen und Ideen, wie der Aufbau eines alternativen Verkehrskonzepts, Integration des StellenInformations-System in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt, u. v. m., auf die ich hier nicht nochmals eingehen möchte (dazu gibt es eine Unmenge an Vereinsbriefen, Gesprächsnotizen, Konzeptblätter, Zeitungsartikel, usw.). Das Konzept dieses von mir 1997 gegründeten, als gemeinnützig eingetragenen Vereins Brutto wurde Anfang 1998 unter 43 Teilnehmern Sieger eines bundesweiten Innovationswettbewerbs; wir gewannen 1000 DM; Mitglieder des Vereins wurden nach Oberfranken, München  und bis nach Schweden eingeladen.

 


zum Presseartikel der Erdinger SZ

Im Mai ´98 beteiligten wir uns an der Jubiläumsfeier der Hochschule; durch Kontakte zur "Gesellschaft für erneuerbare Energien m.b. H." organisierte ich ein Solarfahrzeug, und wir transportierten bei schönstem Wetter Besucher zu den Veranstaltungen außerhalb des FH-Bereichs, arbeiteten hier mit verschiedenen Stellen der Hochschule zusammen, es gab Gespräche bis hin zu Kanzler und Rektor Kulzer, die unsere Idee allesamt unterstützten, weil wir mit dem Personentransport mittels des Solarfahrzeuges die Zukunftsfähigkeit der Hochschule deutlich machten. Neben den knapp 100.000 DM an Landesfördermittel, sowie Unterstützung der Stadt (Dirk Menzel, Geschäftsführer des Stadtjugendrings) und AStA (2.000 DM, beschlossen) ging es nun also darum, die Hochschule selbst besser ins Boot mit zu holen. 
Da jedes Jahr ein für Studenten offener, mit 10.000 DM dotierter Innovationswettbewerb der Hochschule stattfand, beteiligten wir uns mittels der Idee einer Schnittstelle zwischen Hochschule und Stadt. Prof. M. (Städtebau) war begeistert, nachdem ich ihm nochmal etwas konkreter den Stand der Dinge inkl. einige Funktionen und Beziehungen geschildert hatte. Für ihn waren wir klarer Favorit, entsprechend engagiert fiel seine Begründung zur Wettbewerbsteilnahme aus. 
Das Jury-Mitglied, das den FB Architektur zu vertreten hatte, war aber leider nicht Prof. M., sondern Prof. O.. Obwohl ich einige Male versucht hatte, auch ihm das Konzept näher zu bringen, fand er nie Zeit für ein Gespräch. So war er dann auch weder in der Lage noch Willens, der Frau Bürgermeister (die sich unserem Konzept gegenüber von Anfang recht sonderbar verhielt - im Gegensatz zu Vize-Bürgermeister Beyer oder Wirtschaftssenator Breyer etwa) etwas entgegenzusetzen. Für sie war unsere Idee lediglich ein Internet-Café "... und was hat Internet-Café mit Innovationen zu tun?" - Dies war der Originalton jener Frau. Die Originalantwort von Prof. O. war Schweigen (soweit der nicht näher genannte Berichterstatter an jener Jury-Sitzung). Als ich Prof. O. später bezüglich des Ausgangs fragte, wiederholte er mir gegenüber die wortwörtliche Begründung der Bürgermeisterin - Kommentar überflüssig.
Es wäre schön und auch wichtig gewesen (ich hatte immerhin sehr viel Energie, Zeit und Geld in dieses Projekt investiert), gerade vom FB Architektur mehr Unterstützung zu erfahren.
Der geplante Ausstellungsrahmen um das Café im Durchgangsbereich des EKZ wäre vor allem für Studenten dieses Fachbereichs eine ideale Möglichkeit gewesen, ihre Werke (und endlich auch einige der eigenen Arbeiten) einer größeren Öffentlichkeit gegenüber zu präsentieren.
So blieb es dabei: die meisten Professoren wussten kaum etwas von dieser "selbstgestrickten" sehr engagierten Arbeit, die immerhin viel mit Städtebau zu tun hat, mit Verteidigung von Ideen, mit Rhetorikkurs und integriertem Selbstsicherheitstraining. Immerhin wurden Dutzende von Gespräche mit Vertretern von Stadt, Hochschule, div. Ämtern, Sponsoren, Journalisten, ... z. T. vor Mikrophonen (z.B. viermal für Antenne MV), und bis zu einigen Hunderten Leuten (Jubiläumsveranstaltung vor dem Hauptgebäude der Hochschule) geführt.
Nachdem sich immer wieder Hindernisse aufbauten (mangeldes Interesse der für mich entscheidenden Professoren; der Vermieter nimmt mündliche Zusagen zurück), begann die eigene Motivation zu bröseln. Dann erfahre ich, dass mit Überschreiten der Regelstudienzeit mein bafög in Gefahr gerät. Ich erkundige mich in Rostock, rede im bafög- Amt des Studentenwohnheims. Doch dort, wo ich kurz zuvor noch um Unterstützung des Projekts nachsuchte, und man sich mit Rostock rücksprechen wollte, erhalte ich keine Antwort. Schließlich erfahre ich: die entsprechenden Personen seien bereits in Urlaub. So zielen meine Argumente ins leere. Niemand scheint sich dafür zu interessieren, dass ich ohne bafög die letzten Monate meines Studiums nicht finanzieren kann und evtl. ganz beenden müsste, oder dass damit dann auch die gesamte bafög- Rückzahlung gefährdet sein könnte.
Immerhin hatte ich kurz zuvor laut Prof. R. u. a. ein für Wismar höchst interessantes Thema für meine Diplomarbeit gefunden, wollte in den Mühlenteich hinein ein nach Süden in den See orientiertes Solargebäude planen, welches neben der zu realisierenden Technologien und Funktionen (z. B. Solar-Tankstelle -> Zusammenhang mit den Solarfahrzeugen über den obigen Verein!) die ökologische Situation des Teichs berücksichtigt, wie auch in städtebaulicher Hinsicht (sinnvolle Erweiterung der Fußgängerzone zum bislang ungenutzten Potential des Sees) attraktiv sein könnte; hatte eine Vielzahl von Gesprächen geführt (div. städt. Ämter, Fr. Seifert vom Bauamt, ...; Photovoltaikfirma, ...).  
(nur bis zum Anfangsstadium)
Um den aktuellen Stand des Diplom-Themas zu vertiefen, hatte ich im Sommer 1998 in Köln an der Konferenz über Solarenergie von "EuroSolar" teilgenommen, Redner war u. a. Bundesumweltminister Töpfer, hatte mich, wieder einmal als einziger Student aus Wismar, mit Studenten anderer Hochschulen ausgetauscht, auch mit der Hoffnung, Ideen auch über die Hochschulen hinaus miteinander zu vernetzen, um Synergien zu finden. Dies war schließlich Grundidee der meisten meiner Einzelarbeiten, wie auch beim Café-Brutto-Projekt.
Ich kam eben zurück, als ich feststellte, dass mir zwischenzeitlich das bafög gestrichen worden war, und nun wegen der Urlaubszeit dort auch niemand mehr erreichbar war. Ich hatte gerade über 200 DM ausgegeben, allein 120 DM für die Teilnahme an der Veranstaltung, stand nun beinah ohne Geld da. So blieb mir nichts übrig, als das Angebot meiner Eltern anzunehmen, die restlichen Belege in Erding anzufertigen. 
F
ast 1000 km von Wismar entfernt erfahre ich, dass sich der Verein aufgelöst hatte. Alles ging schief, ich verlor den Kontakt zu Kommilitonen und Professoren. Es war wie ein Negativ-Strudel, in den ich geraten war, und nicht mehr heraus kam. Ich nahm es kaum mehr richtig wahr, als ich Post aus Wismar erhielt: Irgendeine TWL-Prüfung hätte ich wiederholt nicht bestanden - von der ich nie etwas erfahren hatte! Im Brief enthalten war die quasi- Exmatrikulation. Innerhalb weniger Monate war alles, was ich jahrelang mit so viel Leidenschaft aufgebaut hatte zu Bruch gegangen. 
Mein Engagement, mit dem ich Menschen Perspektiven geben wollte, mit dem u. a. über den Stadtjugendring als Jugendleiter Ansprechpartner geworden bin, hatte sich gegen mich selbst gerichtet. Nun war ich plötzlich selbst perspektivlos, arbeitslos geworden. Ich war am Ende! 
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Da meine größte Stärke meine Ideen sind, und weil die kreativste Phase bis in die spätesten Nächte reicht, war es mir oft kaum möglich, ab 7:30 Uhr (1993 - 94) dem Fach TWL in besonders wachem Zustand zu verfolgen. Weil im Vergleich die Vorlesungen der anderen Tage um 9 Uhr begannen, stellte sich hier überhaupt nur schwer ein Rhythmus ein.
Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich mich zuvor noch gesträubt, in TWL-Prüfungen von anderen abzukupfern, z. B. von jenem Mark Pepper, der wiederholt schon Wettbewerbe gewann, wir uns gegenseitig um unserer Stärken bewunderten, er mir deshalb seine Blätter zuschob.
Von jenen Leuten, die sich übrigens von allem Engagement sehr zurückhielten, weiß ich, dass sie es sich sowohl mit dem Erstellen von Belegen wie auch vielen Prüfungen sehr einfach machten. Nun haben jene Unauffälligen, die in relativ geschlossenen Arbeitscliquen mitgezogen wurden, im Unterschied zu mir das Diplom, haben Arbeit und Brot - und können sich damit eine eigene Familie leisten.
Man redet heute so viel vom Wert gesellschaftlichen Engagements. Wer verantwortet eigentlich dieses Gerede? Rückblickend wurde ich genau für dieses viel gepriesene Ehrenamt bestraft - radikal und endgültig! Nebenbei war es falsch, anstatt meinen Stärken in der Fachrichtung Städtebau mit Absicht den Fachbereich Neubauplanung gewählt zu haben, um damit ganz bewusst meine Schwächen zu fördern. Doch zu dieser Zeit konnte ich nicht vorhersehen, was mich in den Jahren danach erwartet und formen würde.

(verfasst im Herbst 1999; in den Jahren danach ergänzt und verbessert, ...)

Nachtrag (2003):

Nebenbei hatte ich versucht, in Erding Arbeit zu finden. Für einen Wiedereinstieg in meinen früheren Beruf eines Programmierers hätte ich aber einen Kurs benötigt, war fürs Arbeitsamt inzwischen aber uninteressant weil zu alt geworden. Durch das vorherige Studium bedingt erhielt ich weder Arbeitslosengeld, noch sonstige Leistungen wie Arbeitslosen- oder Sozialhilfe, weil ich ja das ehem. Kinder.-Zimmer bei meinen Eltern bewohnte, und mein Vater mit 75 Jahren immer noch seine selbständige Tätigkeit aufrecht erhielt. 
So versuchte ich mich im Bereich Dienstleistungen selbständig zu machen. Das Arbeitsamt vermittelte mich an einen entsprechenden Kurzlehrgang der IHK nach München. Dort besprach ich mein Konzept mit einem Kursleiter, später mit sog. "Aktivsenioren"; Teile des Konzepts gab ich zur Bewertung an den MBPW (Münchner Business Wettbewerb), beteiligte mich auch das Jahr darauf mit einem ausgefeilterem Projekt.
Doch trotz meiner Nebenbei-Jobs, z. B. über eine Zeitarbeitsfirma (meine Erfahrungen hier, erfüllte ich nie die Voraussetzungen, arbeitslosengeld-, arbeitslosenhilfe-, und (hier nun ganz wichtig:) existenzgründungsdarlehenberechtigt zu werden. Innerhalb der inzwischen drei Jahren Arbeitslosigkeit erhielt ich erst dann konkrete Vorschläge (Bauhilfsarbeiter nach Taufkirchen, Zaun- Reparierer nach Inning) als ich dies ganz intensiv zur Sprache brachte (hier weiteres zum Thema Arbeitsamt).
So konnte ich die Idee einer Existenzgründung nie realisieren, und noch schlimmer: die Konzepte, mit denen ich über den MBPW durchaus auf Interesse stieß, wurden irgendwann von anderen umgesetzt.

Es waren schließlich Erdings Grüne, denen ich eine durchaus Grüne Idee weitergab, und mit 200 Mark die Grundbasis zur lok. MIFAZ finanzierten, die ich endlich an Inna Janssen, ein ehem. Vereinsmitglied aus Wismar weitergeben konnte. Von den ca. 200 Gemeinden, die ich im Anschluss per eMail anschrieb, fragten etwa 10 um nähere Information; doch es sollte über ein weiteres Jahr dauern, bis mit der Gemeinde Puchheim (Lkr. FFB) am 01.11.2001 auch ein erster Vertrag zustande kam.
Inzwischen gibt es auch mit Puchheims Nachbargemeinde Gröbenzell einen Vertrag, es gibt tolle Aktivitäten und Zeitungsartikel, und mit dem ersten Geld sieht es endlich so aus, als könnte man weitere Teile des Konzepts umsetzen, was wiederum ganz wichtig wäre, um für Gemeinden interessanter zu werden.
So könnte diese grauenvolle Geschichte doch noch ein zufriedenstellendes Ende finden.

Inzwischen gründete ich über die Kulturplattform und erste Landkreis-Plattform im Web (www.xED.de), den Erdinger Literatentreff, mit einer vierteljährlich erscheinenden Literatenzeitschrift "Gedanken-Sprung".