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Analyse
zur Bundestagswahl
Liebe
Menschen in den Landkreisen Ebersberg und Erding,
Für
mich hat Alles mit Allem zu tun. Auch deshalb hab ich mich seit meiner Jugend
für unterschiedlichste Themenbereiche interessiert; soziale, kulturelle,
ökologische Projekte unterstützt oder selbst zu realisieren versucht - manche
laufen bis heute recht erfolgreich.
Das
Einbeziehen von Menschen prägte
mein
Architekturstudium; frei nach Jaime Lerner: "Wenn sich die Leute geachtet
fühlen, fühlen Sie sich verantwortlich"; und so bleibe ich wohl mein Leben lang ein streitbarer und aktiver
demokratischer Mitgestalter, aber auch ein Suchender und Fragender.
Grundlage einer ganzheitlichen Sicht ist für mich:
Jeder Mensch ist gleich
wertvoll, hat damit das Recht auf ein menschenwürdiges Dasein, auf freie
Meinung.
Grundvoraussetzung
dafür ist eine möglichst allumfassende Bildung, die die Entwicklung zu einer
eigenständigen Persönlichkeit einschließt.
Unsere Gesellschaft als
Summe der Individuen sollte Wert darauf legen, dass soziale Kompetenz und
Solidarität anstatt egoistisches Ellenbogendenken in den Vordergrund
gestellt wird. Hier spielt für mich die Förderung nach kultureller Vielfalt
eine wichtige Rolle, weil sich hieraus Transparenz und Offenheit entwickeln, um
aufgrund unterschiedlichsten Fragestellungen eigene Bilder und Wege zu
finden.
Kulturelle Förderung sollte deshalb vor allem der Allgemeinheit dienen!
Die Entwicklung der letzten Jahre waren für mich prägend, was den
allmählichen Wechsel von den Grünen hin zur Linken auslöste.
Das hat nichts damit zu tun,
dass ökologische Themen an Wert verloren - auf der rechten Spalte gehe
ich darauf gern etwas Näher ein.
Insgesamt
reden viele von Toleranz, um sich danach in ihr schönes Mäntelchen
der Kommunikationslosigkeit zu zwängen, und andere auszugrenzen. Meine Erfahrungen nach Forderung eines
Kultur- und Bürgerhauses in Erding steht nur für ein Beispiel. Anstatt eines offenen Dialogs
errichtet man viel lieber ein Heimatmuseum - als Sinnbild, eigene ohnehin konservative Weltanschauungen
nochmal zu konservieren, darin den Rest auch an eigener Kreativität zu ersticken.
Anstatt auf den Gegenverkehr sehen viele lieber in den Rückspiegel.
Am Ende wurde ich selbst Bestandteil eines immer teuflischeren globalen
Wettbewerbs des Immer-Billiger, der sich
in den letzten Jahren zum scheinbar unumkehrbaren Dogma entwickelte,
tarifvertragliche Arbeitsplätze in Billigtochterfirmen umwandelte, wachsende Heere von Leiharbeitern und steuerlich subventionierte Hartz IV-
Aufstocker möglich machte.
Während
immer mehr für immer weniger Lohn arbeiteten, schienen Aktien-
und Renditeversprechen von 20 % und mehr realisierbar, stiegen
Managergehälter ins Unermessliche.
Und
nachdem die Blase des Casino-Kapitalismus geplatzt ist sollen die Kleinen mit ihren Steuergeldern
und der Kürzung
sozialer Leistungen die Rechnung bezahlen !?
Wenn die Moral schwindet, gerät dann nicht beinahe
zwangsweise jedes darauf basierende System in Gefahr?
Anders herum: Wer das System
retten will, muss zuallererst Vertrauen geben können. Wer aber
in der Politik verfügt
eigentlich noch über die notwendigen moralischen und ethischen Grundvoraussetzungen?
Und
plötzlich,
viel zu spät, nimmt Merkel Forderungen der Linken auf, erkennt
ansatzweise den Wert der Binnennachfrage, und lässt sich für eine "Rentenerhöhung"
feiern, deren Wert (2,4 %) unterhalb der Inflationshöhe
(2008: 2,5 %) liegt.
Ebenso plötzlich übernehmen auch Steinmeier und
Müntefering Forderungen der Linken nach Mindestlohn, Reichensteuer und sozialer
Gerechtigkeit - nachdem man diese bis eben noch als populistisch und
"heiße Luft" abgetan hatte.
Falls Steinmeier seine eigenen Forderungen nun ernst nimmt, wieso favorisiert er dann
ausgerechnet die FDP als Koalitionspartner?
Der
Wähler entscheidet, ob Abwrackprämien demnächst auch für Politiker gelten!