Karl-Heinz Reingruber, Grüner Gemeinderat in Frauenberg, hat noch keine guten Erfahrungen mit der Flughafen München GmbH (FMG) gemacht. Da wird das Mitspracherecht der Gemeinden mißachtet, dann wird man zwecks Nachfragen an Behörden verwiesen, die nicht zuständig sind, oder man erhält die angeforderten Antragsformulare erst mit einem halben Jahr Verspätung.
Christian Magerl, wortgewaltiger Hauptredner des Abends, begründete dies mit den sehr optimistischen Plänen von FMG-Vorsitzenden Hermsen, der den Airport im Moos zum größten in ganz Deutschland machen wolle, für den sein Flughafen ohne Baustelle undenkbar sei - die Region mit ihrem Recht auf nächtliche Ruhe störe bei diesen Überlegungen nur.
So erhofft sich die FMG bis zum Jahr 2015 eine Verdopplung des Passagieraufkommens auf dann rund 50 Mio im Jahr (im Vergleich Frankfurt: derzeit ca. 43 Mio.); langfristig wolle Hermsen gar die 100 Mio.-Grenze überspringen.
Wenn auch etwa die Hälfte dieser Zahl Umsteiger innerhalb des Verkehrsdrehkreuzes Airport München sind, und auch fern aller Realitäten hochgerechnet wurde (bereits vor dem 9. September 2001 hätte es kaum mehr Zuwächse gegeben), so spürt die Region Erding längst die Auswirkungen im Durchgangs- und Personennahverkehr; würden die genannten Zahlen realisiert, die Umlandgemeinden am Verkehr ersticken.
Für Magerl ist dieses Wachstums künstlich subventioniert, d. h. teuer vom Steuerzahler bezahlt. Immerhin wird für Kerosin (im Gegensatz zum Spritpreis), bis heute keine Steuer erhoben. Da die Gewinne der FMG stets sofort wieder investiert würden, waren für die seit Baubeginn geschlossenen zinsfreien Gesellschafterdarlehen auch keinerlei Rückzahlungen fällig.
Und dazu kommt nun auch die Milliardensubventionierung für den Transrapid; denn immerhin gelte: je schneller zum Flughafen, desto mehr Passagiere.
In diesem Zusammenhang wiederum ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Transrapid zu sehen: Da das insgesamte Verkehrsaufkommen kaum weiter steigen wird, gingen die Investitionen für Transrapid und FMG auf Kosten von Bahn und öff. Verkehrsmittel, die sich wiederum zum rationalisieren und ausdünnen ihrer Angebote gezwungen sehen - zum Nachteil der Region und auf Kosten der Bürger.
Zulasten auch des seit 1994 zugesagten und verkehrspolitisch längst überfälligen Ringanschlusses aus Richtung Mühldorf über Erding zum Flughafen und weiter in Richtung Freising. Doch für dieses finanziell weit günstigere Projekt, wie auch einer allgemeinen Verbesserung des übrigen S-Bahn-Netzes, sind die Kassen dann leer.
Und wer käme schon auf die Idee, den vielen Pendlern das zuzugestehen, was man den Passagieren zugesteht, mit gigantischen Investitionen und nebenbei Umweltzerstörungen (Isarauen, Ismaninger Heide), nur um deren Weg zwischen München und Umland um 10 Minuten zu verkürzen.
 die Streckenvarianten des geplanten Tranrapid .
|  Der violette Bereich wurde neu als Airport-Vorbehaltsfläche ausgewiesen. Was plant die FMG?
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- Nachdem sowohl der Transrapid wie auch der
Weiterbau der A94 unter chronisch eichelscher
Finanzflaute leidet, zeichnet sich nun doch ein
Silberstreif am Horizont ab, konkreter ein mit bis zu
Tempo 500 eilendes Stückchen Zug, welches die
Landeshauptstadt mit dem finanziell gesundem Flughafen
verbinden soll.
Da gern auch das Messezentrum Riem an diese Linie
angeschlossen werden möchte, gibt es nun unbestätigte
Gerüchte, nach der auch die Therme in Erding Interesse
angedeutet hat, ein paar Kilometer der Gleiskörper zu
finanzieren, um sie von Riem weiter direkt über die Glaskuppel
zu führen.
Man staunt über die planerische Weitsicht der
Konstrukteure der Nauheimer Firma: Im 10-Minuten-Rhytmus, immer
wenn ein Hochgeschwindigkeiteszug die Therme passiert, könnte
das Dach aufgeklappt werden, die Trasse der Bahn mit einer
ins Becken führenden Wasserrutsche verbunden werden.
Auch das Masseurteam der Thermenanlage ist von der Idee
begeistert: "gerade um die Thrombosengefahr zu reduzieren
ist für die eng in ihren Sitzen eingepferchten Passagiere ein
vorheriger, bzw. anschließender Besuch unserer Anlage wärmstens
zu empfehlen"Walter Koppe
siehe auch:
Veranstaltung des BN zum Transrapid (29.03.01)
Stellungnahmen von Grünen und ÖDP zur Nachtflugreglung (09.06.01 bzw. 27.03.01)
eine Karikatur zum Thema
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