Vernissage der
Preisträgerausstellung
des KVE

am 05.04.02
im Frauenkircherl

Erst spät am Abend der Vernissage der KVE-Jahresausstellung am 03.11.2001 stand das Ergebnis der Publikumswahl fest:
Uschi Strick hatte gewonnen. Aber auch Werhazy, Penzenstadler, Klemm, Peis und Schober standen in der Gunst des Publikums mit vorne.
Der Preis war für jene ersten fünf nun jene Ausstellung, welche am 05.04. mit einer Vernissage begann.

Beinahe alle Regeln einer Laudatio umging Harry S., selbsternannter, städtisch anerkannter Klassenclown des KVE.
Und hinterher wußte man/frau, wieso er den Applaus dringend zu Beginn seiner Ausführungen einforderte.
Zwar ging er auf irgendeinen, wohl eher fiktiven Ratschlag von Landkreis-Kultusminister Sattelmeier ein, irgend etwas Lateinisches in seine Rede miteinfließen zu lassen; und wie mit himmlischer Fügung, betrat dieser just at the moment die frauenkirchliche Kunststätte, und zwar recht erstaunt unter dem Gelächter des Publikums,
und auch sonst zitierte Harry S. ähnlich große literarische wie philosophische Persönlichkeiten, wie etwa Goethe, dessen tragischen Helden Werther, sowie Schopenhauer, doch dies auf eine locker-heiter, bisweilen auch grotesk-zynische Art.

Harry S. hatte es aufs Publikum abgesehen und karikierte frech, überspitzt, aber irgendwie vielleicht sogar ehrlich: "Bitte Bild, sag was!", schob er den Besuchern die Frage unter die Nase, wenn diese gebannt die ausgestellten Werke zu lesen versuchen.
Vor allem hatte er sich die Journalisten und Ausstellungsberichter auserwählt, also allen Kunstbanausen und dilettantischen Dolmetschern, die das Dargebotene in ihrer eigene Kunst der Sprache hineinzuübersetzen versuchen, entweder auf abenteuerliche Art und Weise, so daß sie sich hinterher selbst kaum mehr zurechtfinden, oder aus Ermangelung künstlerischen Sachverstandes und Regeln des Kunstbetrachtens ganz einfach jeden Möchtegern zum Künstler erheben.

Derweil stellt sich die Frage doch ganz anders: Kann es überhaupt einen Künstler geben, neben Harry S.?
- Naja, zu mindest im Bereich der Selbstdarstellung?
Kultusminister Sattelmeier jedenfalls suchte flux das Weite.



Annemarie Werhazy und Brigitte Klemm, mit besten Grüßen auch nach Chile und Österreich