Kunst und Kultur ohne neue Akzente ist tot
Gibt es schönere Herausforderungen kultureller Art, als scheinbar eherne Gesetze, Ansichten und Grenzen in Frage zu stellen?
Zur Frage der Erdinger SZ an Kulturreferent Sattelmair, welche neuen Akzente dieser sich für das kulturelle Leben im Landkreis vorstellen könnte, zählte er die "urwüchsigen Trachtenvereine von Wasentegernbach und Altenerding" als Beispiele auf, denn: "es geht darum, die Leute nicht zu überfordern".
In der Kultur sollte es in der Tat nicht darum gehen "Leute zu überfordern", sondern vielmehr, sie an Grenzen zu führen, auch als Element persönlicher Entwicklung und Entfaltung- und dazu bedarf es Freiraum, und nicht "des, wos ma scho imma so gmacht ham".
Es geht auch nicht darum, die eine Vorstellung von Kultur gegen andere auszuspielen, z. B. die offizielle von einer inoffiziellen; aber notwendig wäre ausreichend Toleranz und Offenheit, um auch unterschiedliche Vorstellungen nebeneinander gelten und bestehen zu lassen.
Bei Fragen im Bereich Kultur geht es also sehr wohl darum, auch neue Akzente zu setzen!
Solange dies bestritten wird, ist es wichtig, dieses Vakuum in Eigeninitiativen und unterschiedlichen Gruppen auszufüllen und zu gestalten.
Unabhängig von Preisen und Förderungen ist es eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die von offizieller Seite vernachlässigten und ignorierten Perspektiven aufzuzeigen.
Und gerade dies betonten und betonen auch Bundespräsidenten wie Herzog und Rau immer wieder, wenn sie mehr ehrenamtliche Arbeit fordern, die eigene Spuren hinterläßt, und nicht nur ausgetretenen Pfaden folgt.