Einen ganz speziellen
Abschiedsbesuch in Altenerdings Park-Café unternahm Erdings FDP-Ortsverband mit ihrer
Vorsitzenden Nadia Parthier, um gleichzeitig den bayrischen Landtagswahlkampf einzuleiten.
Parthier, die in nächster Zeit vermehrt bayrische Akzente setzen will, hat dabei mit
einem recht populärem Thema und der Einladung des Erdinger Tierschutzvereins eine erste
Duftmarke gesetzt. Nicht nur über Hunde und Katzen hatte Vorsitzende Christa Manschek,
aber auch Tanja Weiler und Elisabeth Dreier zu berichten.
Es gehe vor allem um ein besseres Verständnis, denn, so Manschek: "wir sind den
Tieren ähnlicher als wir glauben".
Und hier schloss sich Tanja Weiher mit ihrem Referat an, welches sie recht kurzfristig
vorbereitet hatte; von Delphinen, Schimpansen, Katzen, Kraken, Pferden, Grünreihern und
Kohlraben und speziellen Fähigkeiten berichtete sie; von teilweise erstaunlichen
Begebenheiten und wissenschaftlichen Tests, welche nur mit deren Intelligenz erklärbar
sein könne.
Affen, die ihr Selbst im Spiegel erkennen, und diesen dazu benutzen, einen Farbklecks auf
der Stirn wegzuwischen, sind genauso dokumentiert wie die gedankliche Leistung einer
Katze, die durch Beobachtung lernt, einen Kühlschrank zu öffnen. Und wenn dieser samt
Verrieglungstechnik einem anderen Modell weichen muss; guckt sich die Katze bei dessen
Eigentümer eben auch die neue Technik ab.
Was man einst einzig dem Menschen zugestand, bevor Schimpansen oder Delphinen einbezogen
wurden, wird derzeit gar bei Nicht-Wirbeltieren diskutiert:
Da hatte man zwei Kraken mit einer Glasscheibe voneinander getrennt, und die eine
untrainierte lernte doch tatsächlich von der anderen daran trainierten, sah ihr die
Technik ab, wie die zu ihrem Futter kam.
Ergo: eine erlernbare Fähigkeit, die ausserhalb des Erbguts weitergegeben wurde.
Und ist nicht grade jener Graupapagei faszinierend menschlich, der sich nicht nur der
menschlichen Sprache bemächtigt, sondern diese Kunst dann auch noch ganz gezielt
einsetzt, um die Frage nach der Anzahl der grünen Holzstückchen auf dem Tisch ganz
richtig mit "Sieben" zu beantworten?
Welche Fragen sich daraus für die "Krone der Schöpfung" ergeben könnten?
Menschen, seid nicht so anmaßend und überheblich, denn so einzigartig seid ihr doch
nicht?
Wenn es der Herstellung komplexer Kriegstechniken einer gewissen Intelligenz bedarf, zeugt
deren praktischer Einsatz nicht ohnehin vom genauen Gegenteil?
Und sieht das nicht auch bezüglich der selbstgeschaffenen ökologischen Problematiken
genauso aus?
Wie intelligent ist schon Intelligenz?
Wären nicht für all jene, die sich als Krone der Schöpfung bezeichnen, ein wenig mehr
Demut und Achtung vor den uns anvertrauten Lebensformen angebracht?
Die überfüllten Tierasyle sprechen das Gegenteil.
Im Park-Café wurden in der anschliessenden Diskussion zumindest einige Facetten im
Verhältnis zwischen Mensch und Tier werden aufgearbeitet.
Die Bedeutung für kranke und alte Menschen, für die das Tier häufig der wichtigste
Partner wird, was häufig leider noch viel zu wenig Anerkennung findet.
Wieso müssen etwa Haustiere grad dann ins Tierasyl, wenn Menschen ins
"Altersasyl" ziehen, und damit ohnehin ihre traute Umgebung verlieren?
Immerhin scheint sich ganz allmählich manch Bewußtsein zu ändern.
So wird im Seniorenheim in Taufkirchen der Hund eines Rentners immerhin schon geduldet.
Nicht auszudenken, wenn sich der Fall etwa bis Erding herumspricht.
- Liegen die beiden Seniorenheime nicht verlockend nahe an Stadtpark und Esel Maxens
Streichelgehege?
Ob sich hier nicht eine Aufbewahr- und Besuchsanstalt für Haustiere anschliessen könnte?
Horst Theis, Vorsitzender des Reitclubs Taufkirchen, immerhin kann die therapeutische
Wirkung seiner anvertrauten Vierbeiner bestätigen.
Und schliesslich wird auch noch die Wichtigkeit von Haustieren den Jüngsten gegenüber
thematisiert, und die Runde bestätigt, dass die leider immer häufiger vorherrschende
Aggressivität in Schulen durch die Anwesenheit von Tieren abgewendet werden könnte.
Dazu bräucht es einzig Lehrer der `nen Vogel hat, oder `nen Hund, und einen Rektor, der
dies unterstützt.
Auch wenn manches sicher noch seine Zeit dauert, einige wichtige Weichen für ein
Umdenken sind bereits gestellt: Ab 2009 werden Tierversuche EU-weit der Vergangenheit
angehören.