Politik auf xED xED-Bürgerforum Friede im Irak
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Friedensdemos
in Erding und Freising

erstaunliche Sensibilitäten in Erding

Einer recht detaillierten Schätzung zufolge (auf Teilzählungen basierend) waren weit mehr als die in der lokalen Presse genannten 250-300 Menschen auf Erdings Schrannenplatz versammelt, um sich gegen einen Krieg im Irak auszusprechen.
Die Kirchenvertreter Reinhard Föckersberger (kath. Dekan) und Susanne Vogt (ev. Pfarrerin) zitierten Passagen von Papst Johannes Paul II und der Bischofskonferenz, bzw. des ev. Kirchenrats. Abschluss der Veranstaltung bildeten Friedensgebete beider Konfessionen.

Zu einem Eklat kam es, weil sich Vertreter der Grünen, bzw. deren Sympatisanten an hinterster Reihe mit einem grünen Transparent beteiligt hatten.

Hierzu muß man wissen, daß bereits die Initiatoren des Erdinger Literatentreffs bei der Abendveranstaltung am 04.02. im ev. Pfarrheim auch Parteien jedweder Couleur als Mitorganisator einladen wollten, sie auch bezüglich der Finanzierung zum Teil bereits eingeladen hatten, doch nach Nennung der Grünen erklärt wurde, daß dies nicht möglich sei.
Während dies als Begründung für kirchlichen Räumlichkeiten noch verständlich erscheint, deklariert man auch die Demonstration am Schrannenplatz zur kirchlichen und "nicht-politischen" Veranstaltung.
Also: Wenn eine Demonstration gegen den Irak-Krieg keine politische Veranstaltung ist, dann sind auch Bundestagswahlen unpolitisch,
und dann wiederum wären auch Parteien nichtpolitische Organisationen, und man könnte den Grünen doch noch eine Teilnahme am Irak-Protest gestatten.


In Erding scheint die Sensiblität erstaunlich, grad was Vertreter bestimmter Parteien betrifft.
Man erinnert sich an die weihnachtlichen Lesungen von SPD-Stadträtin Angela Niestroy in Erdings Stadtbücherei, welche CSU-Vizebürgermeisterin Solanek unterband - Gerüchten zufolge, um den Parteien im Vorwahlkampf der Landtagswahl keine Vorteile zu verschaffen.
Daß lokale CSU-Stadträte im Wahljahr 2003 z. B. maßgeblichst in der Faschingsgesellschaft der Narahlla Erding e. V. involviert sind, Dr. Bauer als Moderator oder Tatjana Vogt als Faschingsprinzessin (siehe: Gardefestival 2003), und daß dies in weit volleren Häusern geschieht, scheint bislang noch niemand aufgefallen zu sein.


Man achte auch auf den Unterschied zwischen Erding und Freising:
In Freising hatte einen Tag später (am 01.02.) eine Friedensdemonstration stattgefunden, an der sich rund 700 Menschen beteiligten.
Unter den diversen Organisationen, bei denen die Grünen Mitveranstalter waren, hatten sich auch kirchliche Institutionen angschlossen - und die Grünen hatten nichts dagegen!
Übrigens beteiligte sich dort sogar die DKP recht auffällig mit einem eigenen Plakat, obwohl sie nicht als Organisator aufgeführt war. Kein Mensch kam auf die Idee, dieses Plakat zu verbieten.
Ist die eigentlich spannende Frage nicht die nach dem Unterschied zwischen den beiden Nachbarstädten?
Vielleicht würde es uns Erdingern gut anstehen, ein wenig mehr Toleranz zuzulassen, oder zumindest vergleichbare Dinge mit ähnlichen Maßstäben zu messen?
Walter Koppe
Infoweitergabe an xed_kult@yahoo.de
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