Fenster in Erdings Vergangenheit
Ausstellungseröffnung am 07.02.03 im Heimatmuseum

"Eine ganze Menge Fieselarbeit", wie es etwa der aus dem niederbayrischen Vilsbiburg stammende Stadtarchivar Gabauer ausdrückte hatten die Mitarbeiter aus dem Rathaus mit der Aussenstelle im Heimatmuseum in der Prielmayerstrasse in den letzten Wochen zu leisten, und auch Stadtschreiber Albert Sigl fand keinen Weg zu Stift und Papier.
Statt dessen wurden Glasvitrinen mit Fundstücken gefüllt, Infotafeln und Kartenmaterial zusammengestellt, auch schweres Gerät, wie einem Messwagen für die Magnetometerprospektion herbeigeschafft.
Archäologe Dr. Pietsch, Mitarbeiter von Prof. Sommer im Landesdenkmalamt, erzählt dann auch von der Arbeit mit diesem Gerät, und von der Problematik im Umgang mit Fundstellen.
Längst, so Pietsch, reichten die wenigen hauptamtlich Beschäftigten nicht aus, und so ist man froh, in den Aussenstellen mit den lokal aktiven Heimatvereinen zusammenarbeiten zu können, die vor Ort um einen möglichst sachgerechten Umgang mit den Funden bemüht sind, und die Geschichte somit an möglichst vielen Heimatmuseen erlebbar zu machen.

So belegen vielfältige Funde die kulturelle Entwicklung verschiedener Kulturen und Kulturstufen, z. B. in den ausgedehnten Gräberfeldern von Klettham oder Moosinning. Beigaben, wie Schmuck, Gefäße, Münzen, aber auch landwirtschaftliche Gerätschaften oder Waffen kamen zum Vorschein.
Über die Jungsteinzeit, die Bronze-, Urnenfeld-, bis zur Hallstadtzeit, den Kelten, der Lotenè- und römischen Kaiserzeit übers Früh-, Hoch- und Spätmittelalter bis hinein ins frühe 19. Jahrhundert sind Fenster in die Vergangenheit entstanden, die sich in den kommenden Jahren vergrößern sollen; denn, so Gabauer: der Anlaß, das 775-jährige Jubiläum der Stadt Erding sollte nur den Anfang bieten, um sich ausgiebiger über die im ehem. St.-Antonius-Kindergarten vorgestellten Epochen zu beschäftigen.

Übrigens wird es dazu in den nächsten Tagen und Wochen eine Reihe von Führungen und Informationsveranstaltungen geben. Bereits am Montag, dem 10.02.ab 20 Uhr wird der Anfang gemacht.