S6-Forum
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Erding, der 18.11.2003:
Erding kämpft um alten Bahnhof
begrüßt aber gleichzeitig die Entwicklungsmöglichkeiten durch den neuen

Max Gotz, Stadtrat und Vize-Landrat im Gasthaus Zur Post
Nach den heftiger gewordenen Diskussionen zum Erhalt des alten Bahnhofs, zuletzt sprachen sich Erdings Geschäftsleute, wie auch Bündnisgrüne am eifrigsten für den Erhalt des stadtzentraleren Bahnhofs aus, war man auf die Mitgliederversammlung der Jungen Union gespannt.
Vizelandrat und CSU-Stadtrat Max Gotz war Referent des Abends, in der eine ganz wesentliche Frage im Zentrum stand: In wie weit kann Erding beim Weichenstellen Einfluss nehmen?
Zunächst müsse man sich über alle Partei- und Interessengrenzen hinweg einig werden, das schien auch die Meinung aller Anwesenden, denn die Möglichkeit des Mitmodellierens hätte man nur, würde man mit einer Stimme sprechen.
Gotz verteidigte zunächst seine abwartende Haltung: Es müssten erst alle verfügbaren Informationen gesammelt werden, bevor die möglichen Varianten bewertet werden könnten; räumte aber ein, dass dazu nur mehr bis Januar Zeit bliebe.
Dem wirtschaftsministralem Interesse, möglichst schnell von der Messe Riem zum Flughafen zu kommen, müsse das Interesse der Erdinger Bürger sichtbar (auch zahlenmäßig) zum Ausdruck bringen; daher sieht Gotz in der kommenden Bürgerversammlung eine wichtige Möglichkeit, sich einer möglichst breiteren Diskussion zu stellen. Immerhin beträfen dessen Auswirkungen Generationen, u. a. die zentralen Bereiche Wohnen, Arbeiten und Verkehr.
Dies war auch die Meinung innerhalb der anschließenden Diskussion, in der Grünen-Stadtrat Wilfried Becker ein möglichst schnelles durchfahren von Erding nicht als einziges Kriterium für den Ringanschluss sehen möchte. Genauso wichtig sei eine Entzerrung des Verkehrs, welcher laut Prognosen weiter dramatisch zunehmen soll, und dieser Punkt stünde klar für die Beibehaltung des zweiten Bahnhofes.
Innerhalb dieser Meinung schien sich auch ein Grossteil der rund 20 Anwesenden inklusive Max Gotz gut aufgehoben. Man scheint schonmal das Ziehen an einem Ende des Seil zu üben.

Erding, der 27.10.2003:
Die Weichen in Erding werden neu gestellt
bestehender Bahnhof zu eng, neuer Busbahnhof im Abseits

Das grösste Schienenprojekt Bayerns wird für Erding, aber auch seine Umgebung eine gewaltige Umgestaltung auslösen, so Ministerialdirigent Dieter Wellner vom Bayerischen Wirtschaftsministerium während einer öffentlichen Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses im Erdinger Stadtrat. Auskunft über den derzeitigen Stand der Machbarkeitsuntersuchung zur erweiterten Schienenanbindung des Flughafen München gab auch das Büro Obermeyer, welches sieben Streckenvarianten aus Richtung Mühldorf und der "Walpertskirchener Spange" unter die Lupe nahm. Nun scheint sich die nördlichste Variante durchgesetzt zu haben, was zur Folge hat, dass die Gleisanbindung nicht von Altenerding aus, sondern ca. 400 Meter nördlich des Bahnhofs in Erding (hinter dem Kino-Center) erfolgt, was dort wiederum einen neuen Bahnhofsstandort erfordert, um hier neben den zwei Ebenen für Regional- und Fernverkehr auch die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Der derzeitige Bahnhof würde den neuen Anforderungen nicht gerecht, er verliere seiner geringen Entfernung zum neuem Bahnhof wegen auch seine Existenzberechtigung als stadtnaher Haltepunkt, denn den Durchreisenden könne man wenige hundert Meter hintereinander nicht zwei Halts zumuten; das würde das gesamte Konzept in Frage stellen, so Wellner. Damit allerdings würde sich der erst im Juli letzten Jahres feierlich eröffnete neugebaute Busbahnhof als Fehlinvestition erweisen, und auch der am bestehenden Bahnhof ansässige Hotel-, Gastronomie- und Geschäftsbereich wäre davon betroffen, auch wenn Gotz (CSU) hofft, die Verbindung per Stadtbus aufrecht erhalten zu können.

Um Verhandlungen wegen des betroffenen Geländes im Militärflughafen zu führen, wäre zunächst einmal innere Geschlossenheit notwendig, mahnte Bürgermeister Bauernfeind (UWE), allerdings könnte dieser Eigenanspruch in der Hardthöhe auch so angesehen werden, als könnte man den Standort Erding gleich ganz streichen, befürchtete Steinberger (SPD) in Hinblick auf einen möglichen Verlust von Arbeitsplätzen, denn immerhin plant das Verteidigungsministerium 20 % der Standorte zu schließen.
Hochholzers (UWE) Nachfrage bezüglich der von der Stadt Erding zu tragenden Kosten beantwortete Wellner zur Zufriedenheit der Räte, denn alle direkten Kosten, wie der zweigleisige Ausbau inklusive der dazu notwendigen Tunnels, höhenungleiche Trassen, Lärmschutzmassnahmen und Straßenumbauten würden von Bund und Land bezahlt, lediglich die internen Umstrukturierungsmaßnahmen wie beim Busverkehr wären Angelegenheit der Kommune.

Wellner und Bauernfeind einigten sich darauf, dass Erding die offenen Fragen bis Januar 2004 klärt. Beschlossen wurde, dass sich der Verkehrsausschuss des Stadtrates bis dahin vierzehntägig (statt monatlich) trifft.

Erding, der 03.02.2003:

Nach Plänen des bayrischen Wirtschaftsministers Wiesheu vom Januar 2003 soll der Ringanschluss der S6 von Erding zum Flughafen bis 2010 fertiggestellt und der Anschluss über die "Neufahrner Kurve" bis Freising fortgeführt werden. Da auf Erdings Seite außerdem eine Anbindung Mühldorfs und Ostbayerns erfolgen soll, wird Erdings Sackbahnhof-Dasein zur Drehscheibe.

Bereits 1973 fand die mögliche Trasse des Ringanschlusses Eingang im Bebauungsplan der Stadt Erding, wurde seit 1998 auch von Münchens Bürgermeister Ude unterstützt, doch favorisierte das Verkehrsministerium zunächst eine direkte Anbindung Ostbayerns per ICE an München.

Ausschlag zugunsten des Ringanschlusses gaben negative Ergebnisse der Machbarkeitsstudie der "Marzlinger Spange", welche zu teuer käme, und zu erheblichen Naturzerstörungen geführt hätte.
Nur - darauf hatten Naturschützer schon vor vielen Jahren hingewiesen.
Z. B. meinte Christian Magerl am 29.03.02: "Lediglich der Ringanschluss über Mühldorf nach Erding und weiter zum Flughafen und Freising mit Anschluss ans Intercity-Netz wäre sowohl vom Passagieraufkommen, wie der ökol. Gesichtspunkte sinnvoll".
Die derzeitige Zufriedenheit quer durch alle Politiker- und Bürgerinteressen hätte man also auch weit früher - und billiger erzielen können.

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