Sein oder Nicht-Sein heisst die Frage.
Doch während man sich mit einer Münchner Brille in der Erdinger Provinz beinahe zwangsweise als Entwicklungshelfer vorkommen muß, findet sich beim näheren Betrachten lokaler Strukturen dann doch manch kulturelles Fürstentümchen, und manch Großstädter stellt dann überrascht fest: die Wüste lebt!
Pech nur, wenn dies so spät geschieht, daß man Lesungen just zu der Zeit festsetzt, zu der nur wenige hundert Metern entfernt Gleiches stattfindet.
Konkret geht es um die ersten Donnerstage der Monate März, April und Mai, welche seit zwei Jahren als feste Größen im Terminkalender des Erdinger Literatentreffs stehen (von xED samt Terminkalender ganz zu schweigen), und an denen das Stadttheater als unbeabsichtigte Gegenveranstaltung Schauspieler Rudolf Kühnel für Kishon-Lesungen engagiert hat
- den Bürgern die Qual der Wahl bleibt.
Nun gut, die Provinzhauptstadt unseres Kreises immerhin zählt der Ziviliation in soweit an, daß sich mit dem Mittel der Kommunikation manch Mißverständnis ausräumen läßt, und so trafen sich die Worte von Erdings Literaten, in Gestalt Sibylle Böhmer-Rawas, Thom Delissen und Walter Koppe mit dem Stadttheater in Gestalt von Frau Jung.
Und wenn sich vier Idealisten absprechen, sollte man hoffen, daß Kompromisse und vielleicht gar Synergien möglich sind, in der die gemeinsame Sache, das gemeinsame Anliegen nur gewinnen kann.