
Erstaunlich am "Aufgespießt" ist die Art sich auf Kosten
eines anderen zu profilieren. Wieso tut jemand so etwas?
Wäre es nicht interessant, die Motivation dahinter zu kennen?
In der Funktion als Vereinsvorsitzender gab es im Dezember 2001 schonmal einen sehr erstaunlichen Bericht in der Erdinger SZ, welcher mir sogar den Sprung aufs Titelblatt einbrachte - ebenfalls
eher einem Todesstoß ähnlich.
Jedenfalls hätte Erdings Literatentreff daran zerbrechen können (siehe hier), als eine Redakteurin,
mit der ich (genauso wie Herr Wanninger) zuvor noch nie etwas zu tun
gehabt hatte, damals in Begleitung des Leiters der Landkreisbücherei und Erdings Stadtschreiber (beide
damit im Dienst von Landkreis bzw. Stadt Erding) zu Beginn eines unserer Treffen auftauchte, um
dieses kaputt zu machten. Am nächsten Tag titelte die SZ, ich hätte den Leiter der Bücherei im Gymnasium
angegriffen, und wäre "in den eigenen Reihen unter Beschuss" geraten - obwohl die anwesenden Mitglieder des Literatentreff hinterher
bestätigten, ich hätte auf ruhige Art lediglich die stets wiederholten
Vorwürfe abgewehrt, und wiederholt aber vergeblich gebeten, die Auseinandersetzung an einer anderen Stelle zu lösen. Auch hier hatten sich
zwar die Anschuldigungen im nachhinein als falsch erwiesen, und ich wurde erneut zum Vereinsvorsitzenden wieder gewählt, doch das
Problem war deshalb lange nicht gelöst.

Ich führte deshalb auch mit SZ-Chefredakteur Zeller ein längeres und wie ich
denke klärendes Gespräch. Leider verließ Zeller Erding bald danach.
Weitere Extremerlebnisse sollten folgen.
Die Frage ist doch: wie kommt es zu solchen Situationen zwischenmenschlicher und
-institutioneller Art, grad wenn man glaubt, offene Ohren zu besitzen, und die Forderung nach besserer Kommunikation
innerhalb eines kulturellen Vereins nicht nur auf der Fahne führen will.
Da versuchte ich von xED-Beginn (1999) an mich mit der Stadt abzusprechen, später (2000) die lokale MIFAZ an diese
weiterzugeben - es gab nicht einmal eine Antwort.
Dann freut man sich den ganzen Tag auf das telefonisch mit einem Stadtrat ausgemachten Treffen, um endlich auf unkomplizierte Weise Missverständnisse auszuräumen
- doch man wartet vergebens.
Es gab weder eine Entschuldigung noch ein Angebot zu einem alternativen Gesprächsangebot.
Wie, wenn es gar kein Interesse gäbe, Missverständnisse auszuräumen?
Vielleicht macht es für manche einen besonderen Reiz aus, die eigenen Vorurteile zu zementieren, in Schwarz-Weiss-Schablonen zu denken und Menschen in Schubläden
einzusperren - weil man sich so nicht mit anderen Sichtweisen auseinander setzen
muss?
Vielleicht ist es auch eine Art Privileg, andere zu isolieren, weil es das
andere ausgrenzende "mia san mia"-Gefühl erst möglich macht?
Zuvor hatte ich mit den gleichen Motiven an anderem Ort keine Probleme, und gewann
deshalb als Architekturstudent, Initiator und Vereinsvorsitzender einer Gruppe aus Studenten und Schülern den ersten Preis eines bundesweiten Innovationspreises der Münchner Anstiftung.
Das vielschichtige soziale, kulturelle und ökologische Projekt hieß damals "Café Brutto" (= alles einbeziehen), und in Verbindung mit damaligen Mitgliedern
entwickelte ich auch danach noch gemeinsame Projekte, die anderswo sicher eine SZ-Story wert wäre.
Wichtig wär's, würden sich manche anderswo umschauen, um vielleicht mit einer unverkrampft
aufgeschlosseneren Lockerheit zurück
zu kommen, die ich selbst damals noch hatte, und die gerade hier so wichtig wäre,
wenn man sieht, wie schnell man in unsrer Region auf Tabus stößt, wenn sich Politiker übergangen oder persönlich angegriffen fühlen.
Mir geht es um die Menschen, um die Möglichkeit kreative Perspektiven zu setzen,
um Ideen im idealistischem Sinne in Richtung auf eine menschlichere und reifere Gesellschaft.
Und ich hatte all die Jahrzehnte in meinem Großvater, Erdings langjährigen
SPD-Bürgermeister Hans Schmidmayer, mein größtes
Vorbild. Es war seine innere Stimme, die mir Kraft gab; und ich empfinde es als höchst erstaunlich, welche
Personen und Philosophien in seinem Namen hochgehoben werden.
Jedenfalls ist es sehr schade, dass ich seine Antworten grad in Hinblick auf die eigenen Probleme nicht mehr erfahren kann,
die innerhalb der Nazi-Diktatur wohl so ähnlich, wenngleich sicher noch um ein
Vielfaches brisanter gelagert waren.
Doch so wie er, denke ich, neben seinem Engagement einen
ähnlich langem
Atem zu besitzen, um hoffentlich auch weiterhin tolerant, offen und ehrlich bleiben
zu können. Die wichtige Frage: Wie geht man in unserer Gesellschaft mit
Menschen um - vor allem mit denen, die auf Hilfe angewiesen sind.
Mangelnde
Ehrlichkeit sehe ich als zentrale Problem der heutigen Politik.