Im Bereich bayrischer Wirtschaftspolitik sei lange nicht mehr alles Gold was glänzt, meint Bause, und rüttelt ganz gewaltig an der angeblichen CSU-Kompetenz.
So stände, laut des von der Staatsregierung in Auftrag gegebene Gutachten von Mc. Kinsey, Bayern beim Wirtschaftswachsum nur auf Platz 8 der deutschen Bundesländer.
Bestimmte Regionen in Franken und der Oberpfalz wären bezüglich der Arbeitsplatzzahlen weniger mit dem Münchner Umland als den neuen Neuen Bundesländern vergleichbar.
Nur weil das Wuchstum vor Jahren noch groß genug war traten die Probleme und Konflikte nicht früher zum Vorschein.
Die Bayrische Staatsregierung hätte in der Maxhütte in ein Faß ohne Boden investiert und zu Boomzeiten der New Economy großzügigst in Großunternehmen der Bio- und Informationstechnologie investiert, die es damals nicht nötig gehabt haben.
Heute wäre das Geld so dringend notwendig, doch es ist nicht mehr da.
Die Grünen hatten dagegen von Beginn an einen Weg nachhaltigen und qualitativen Wachstums gefordert, und sehen sich dort bestätigt, wo sie den Kurs mitbestimmen können.
So gehörten die Bereiche Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien zu den wenigen Wachstumsbranchen, und das "erneuerbare Energiegesetz" der Bundesregierung hätte eine wahre Goldgräberstimmung ausgelöst. Übersetzungen der gesetzlichen Grundlage wurden sogar ins Portugisische, Türkische und Chinesische verlangt.
Sowohl was den Bedarf an diesen ökologisch wichtigen Entwicklungen, aber auch der wachsenden Nachfrage betrifft, stünden allerdings nur geringe Fördermaßnahmen und Netzwerke, Orte des beratenden und kommunikativen Austausches, Fachleute für Business-Plan oder Venture-Capitalgeber gegenüber.
Doch für solch ressourceschonende, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Projekte stand mit der Bio- oder Informationstechnologie Bereiche gegenüber, die schnelles Wachstum versprachen - Wie man heute kleinlaut zugibt, haben die Kapitalgeber vielfach aufs falsche Pferd gesetzt.
Und damit einher gehe dann auch ein allmähliches Umdenken, daß nicht die CSU sondern die Grünen über Wirtschaftskompetenz verfügen. Zugegebenermaßen könne es schnelle Wunder und Rendite allerdings nicht geben, dafür gehe es auch nicht um oberflächliches sondern um qualitatives Wachstum.
Doch leider sei der Begriff Heimat derart CSU-besetzt, daß nicht einmal die gröbsten Skandale, wie die Oberbürgermeisterwahl in Dachau oder der Fall Protzner Auswirkungen hätten.
Kritisch geht Bause aber auch mit der eigenen Regierung ins Gericht; grade was die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen betrifft. Ähnliche Probleme gab es zwischen den Grünen Flügeln vor Jahrzehnten und zuletzt bei der Beteiligung deutscher Soldaten in Jugoslawien, doch für diese Erfahrung scheint sich auf Seiten der SPD kaum jemand zu interessieren.
Immerhin werde sie von manch einem Genossen dahingegend bestärkt, der eigentliche Motor der Regierung zu sein, der in den Bemühungen nicht nachlassen dürfe; so z. B. beim Thema A94.