Annemarie Sartini
geboren 1946 in Graz

85465 Wartenberg
Robert-Weise-Str. 38 a
08762 / 5384

"Ich muß zugeben, es hat lange gedauert, bis ich meinen Kindertraum in die Tat umsetzte und ernsthaft zu malen begann. Ich war verwirrt von der - sagen wir einfach - "Modernen Malerei", dachte, ein zeitgenössischer Maler sollte irgendwie in diese Fußstapfen treten.

Heute weiß ich es besser. Ich gehe meinen eigenen Weg, autodidaktisch, vielleicht meinen großen Vorbildern nacheifernd, aber nur mir selbst verpflichtet. Denn meine Bewunderung galt und gilt immer noch den alten Meistern, z. B. Bartolomé Estéban Murillo (1617-1682), der mit unwahrscheinlichem Talent und Gefühl seiner Zeit - ob sakral oder profan - in seinen Werken Ausdruck verlieh. Menschen aus dem alltäglichen Leben sind uns dank seiner Arbeiten immer noch nahe. Auch Jean-Baptiste-Camillo Corot (1796- 1875), der in ähnlich einfühlsamer Art die Schönheit der Natur, wie er sie sah, für uns eingefangen hat. Von Vincent van Gogh habe ich gelernt, Kunst schaffen heißt nichts weniger als das Leben malen - nicht die bloße Realität, sondern das Prinzip des Lebendigen.

So verstehe ich meine Bilder als eine Art Fortbildungsstreben, nähmlich das Verlangen, die noch vorhandene Diskrepanz zwischen innerem Fühlen einerseits und der malerischen Aussagekraft andereseits zu überwinden. So betrachtet sind meine Werke Studien und Schablone, keine bestimmte Richtung. Ich muß ftei sein, alles zu malen. Nur so kann ich meine Gefühle, meine Eindrücke, meine Sehnsüchte und Ideen in Malerei umsetzen. Auf dem Weg dahin ist das Kopieren alter Meister für mich kein Tabu, es ist eine Herausforderung, mit unseren heutigen modernen Mitteln alte Meister so genau wie möglich nachzuahmen.

Für mich ist wichtig, in einer Zeit, in der man eigentlich nie Zeit zu haben glaubt, mir diese einfach zu nehmen, um Altes zu erforschen und Neues zu schaffen, um dem einen oder anderen damit eine Freude zu bereiten.



Beitrag zur KVE-Ausstellung 2002