Gedenkausstellung von Christiane Horn
von 23.-30.04.03 im Frauenkircherl


Die Erinnerungen waren noch frisch. Bis weit ins Jahr 2001 war Horn als Künstlerin aktiv, doch als sie einen angesehenen Kunstpreis erhielt, schien sie bereits von der Krankheit gezeichnet.
Am 26.12. des selben Jahres starb die Mutter zweier kleiner Kinder, 44-jährig an den Folgen eines Krebsleidens.
Entsprechend sensibel feinfühlig die Auswahl der von Peter Hackel dargebotenen Gitarrenklänge; farbig und bewegend auch die Schilderungen der Laudatoren zur Vernissage im Frauenkircherl, allesamt wie sie Kollegen oder im Kunstbereich tätig; alle mit ganz eigenen persönlichen Erinnerungen. Mit der aus dem westfälischen Viersen stammenden, seit den 80'ern in Wartenberg ansässigen hatten sich viele gut bekannt gemacht, war manch Freundschaft entstanden.

So würdigte man neben ihrem handwerklichem Können auch die Persönlichkeit.
Die ihr eigene Offenheit spiegelte sich etwa an dem Selbstverständnis, mit dem sie Beziehungen, auch innerhalb ihres künstlerischen Schaffens einging. Im Zentrum stand der Mensch, standen auch Pferde. Sie suchte das Besondere, um es mit Kreide oder Pastell festzuhalten, den speziellen "lebendigen Moment" in Gips oder als Bronzestatue neu entstehen lassen.
Dabei half ihr der Blick, die genaue Beobachtung. Auch die Kunst der Umsetzung war Teil ihrer Sprache, und diese beherrschte sie auf ganz natürliche Weise und mit offenen Wörtern statt gross zu interpretieren. So gelang es ihr auf ganz subtile Weise Zugang bei den Leuten zu finden; viele für ihre Arbeiten, auch der Kunst im allgemeinen zu begeistern.
Parallel dazu wuchs in Wartenberg eine Kulturszene heran, rund um den ehemaligen Bürgermeister Weltrich, um Inge Heinrich und viele andere mehr. Gerade im alten Schulhaus fand sich Ende der 80er jene Künstlerkolonie rund um Christiane Horn und Dirk auf dem Hövel zusammen, in der eine Werkstatt eingerichtet wurde, Workshops oder Dia-Vorträge, unvergessene Künstlerfeste mit zahlreichen Gesprächen stattfanden.

Die Bildhauerin hat in ihrem Leben tiefe Spuren hinterlassen, bei vielen Menschen ihrer Umgebung, aber auch durch ihre Skulpturen, die heute öffentliche Raumeindrücke mitbestimmen; so mit der Mariensäule am Fischers Seniorenheim in Erding, dem Generationenbrunnen in Vatersdorf bei Buch am Erlbach, aber auch mit Plastiken in Garmisch, Ebersberg, Murnau, Obergangkofen, und natürlich in ihrem Heimatort Wartenberg.
Ihr letztes Werk "Mädchen mit Handy" (rechts), kann als Botschaft gedeutet werden, über ihre Kunst auch weiterhin mit der Gegenwart in Verbindung stehen zu wollen.

Dort, wo Christiane Horn gewohnt, gelebt und gearbeitet hat, dort, wo sie auch verstarb, im Alten Schulhaus in Wartenberg, werden von 01. Juni an eine Woche lang ihre Werke zu sehen sein.
Ein weiterer Tip ist der von Dirk Auf dem Hövel herausgebrachte sehr informative Ausstellungskatalog. Siehe außerdem: www.kunstraum.com

Walter Koppe, xED


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