Geschichte auf xED Veranstaltungskalender S6-Kulturforum
Säkularisation

Eröffnung einer Ausstellungsreihe
über die Region Dorfen, Isen und Buchbach
zur Zeit um 1803

Der Historische Kreis des Ostbündnisses der Gemeinden Dorfen, Buchbach, St. Wolfgang und Lengdorf hat ein Ereignis vor exakt 200 Jahren theamatisiert, deren gebaute Zeugnisse damals beinahe wie nach einem verherendem Naturereignis verschwanden, teilweise nur mehr durch wenige historische Darstellungen nachweisbar sind.
Dr. Albert Gribl, Festredner des Abends klärte das Publikum im voll besetzten Sparkassensaal mit Hilfe eines Lichtbildvortrags über jene Gebäude auf, die manchen vertrauten Ort in ganz neuem Licht erscheinen liessen. Da tauchten märchenhafte Schlösser mit Wassergräben und prächtigen Schlossgärten, wie jene von Kopfsburg oder Zeilhofen wieder auf, welche zum Teil nicht einmal mehr mit Hilfe heutiger Luftbilder nachweisbar sind. Vom Kopfsburger Schloss weis man immerhin, dass nach der Säkularisation 1802 - 03 und vergeblicher Suche nach Käufern dieses 1814 abgerissen wurde; von der Zeilhofener Schlossanlage blieb nur mehr die Kirche.
Dankbar sind die Kommunen heute schon für Grenzsteine, wie sie etwa noch südlich von Lengdorf vorzufinden sind, und als stumme Zeitzeugen längst denkmalgeschützt und gepflegt werden, und damals etwa die Grafschaften Haag, Freising und Burgrain trennte.
Natürlich blieb doch auch einiges mehr erhalten, wie dem geistlichen Gebäudekomplex auf dem Dorfener Pfarrberg, die romanische Kirche in Isen - auch wenn das Altarbild des Hl. Zeno aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt, der Marienkirche in Ranoldsberg, oder der prächtigen Kirche in Buchbach; einem Juwel der Rokokokunst.


Spielte in den Pausen auf: die Landersdorfer Stub'nmusi
An dieser Stelle sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass die Säkularisation notwendig war, denn sie brachte die Befreiung aus der damaligen Leibeigenschaft, mit dem Ergebnis unserer heutigen "aufgeklärten" und demokratischen Gesellschaft.
Streiten kann man sich also lediglich über die Art und Weise, wie sich die Säkularisation vollzog.
Doch auch hier gilt zu bedenken, dass den kulturellen Werten auf der einen Seite höchst ärmliche Lebensumstäde und Unwissen der Landbevölkerung gegenüberstand, so dass adlige und geistliche Mauerreste rasch Verwendung in Häusern und Ställen fanden. Unser sämtliches Wissen, auch über den Verlust kultureller Identitäten konnte sich erst in diesen Steinhäusern entwickeln.
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