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14.11.03.: Zwei Wochen nach der Eröffnung des Ateliers von Rudolf L. Reiter
der zweite Streich, das Stiftungsviertel zu einem Kunsthausviertel zu verwandeln

Eröffnung des ARTeliers von
Gottfried Bach




die grossformatigen bilder stossen an, fordern heraus.
etwa die aggressiven typen an der wandseite, dort wo die laudatoren, ex-vizelandrat dreier, landrat bayerstorfer und kulturreferent sattelmeier bachs werk erklärbar zu machen suchen. der künstler hat dies nonverbal getan, hat kommunikation gestaltet.
der eigensinn und eigenwert von kunst, so bach, sei es bewusstsein und wahrnehmung zu verändern und zu erweitern. 

die kunst zu provozieren, und damit zu konfrontieren, denn nur wer sich und seine welt ständig hinterfragt und in zweifel ziehen kann, kann bewegen, in jenem dünnen randbereich zwischen verunsicherung und herausforderung.
hierzu zählt bach auch das mittel des abstrakten.

während bach, der kreative philosoph, sein schaffen der letzten 15 jahre zum thema der ausstellungseröffnung macht, ist der gottfried der ersten 15 jahre zurückgekehrt, denn den grossteil seiner kindheit verbrachte der gebürtige erdinger nur wenige hundert meter entfernt, wurde mit 25 handwerkermeister, weitere 15 jahre später frei-schaffender künstler mit atelier in forstern.

irgendwann ist der praktiker bach vom handwerker zum kreativen philosophen geworden, einer der die augen nicht vor den negativen seiten der gesellschaft verschliessen will, und durch eine weltoffene einstellung zum dialog mit anderen künstlern geradezu herausfordert, um spannungsfelder entstehen zu lassen.

 




 
 

 
 
zum Tod von Gottfried Bach
Am 02.12.2005 hat Dein Herz aufgehört zu schlagen.
Ein eiskalter Schauer folgte eine Vielzahl von Gedanken. 
Lieber Gottfried, Du hast die Menschen an Deiner Kunst und Deinen Gedanken teilnehmen lassen. Du gingst offen und tolerant auf sie zu - und Du nahmst sie mit. 

Danke für Deine zahlreichen Einladungen zu Ausstellungen und Kunstaktionen, auch als Gastgeber zum 31. Erdinger Literatentreff, Danke für Dein Cover zur Nr. 6 des Gedanken-Sprung und Deinen Textbeitrag über einen Traum, in dem Du mit Gottfried Benn über die stete Frage nach der Kunst diskutierst - Möge Dein Traum jetzt in Erfüllung gehen.

Hier unten auf der Erde hinterlässt Du jedenfalls eine große Lücke, denn wer soll derlei Begegnungen jetzt fortsetzen?
Und am Schluss hast Du eine Menge Tränen in so viele Gesichter gemalt - mit großem Schwung.