xED-Forum

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Wem gehört
eigentlich
der Mond?

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Vom Geschäft mit Mondgrundstücken

Alles kann man sich kaufen, Leichen für 220 Euro pro Stück, um sie im präparieren Zustand für teures Geld auszustellen, aber auch Gesundheit, für den, der sie sich noch leisten kann.

In einer Zeit, in der drittklassige Promis in seltsam-bizarren Dschungel-Camp-Shows rekordverdächtige Einschaltquoten erzielen, obwohl unzählige und Namenlose in ganz realen Adventure-Slums hungern und verelenden (ganz ohne Firstclasshotel im Hintergrund, von Einschaltquoten ganz zu schweigen) kann man sich nun also einen Quadratmeter Mond für 30 Cent kaufen.
Auch ferne Planeten, Sterne, und was sich sonst noch finden lässt.
Nachdem man Hoch- und Tiefduckgebieten seinem Namen geben kann, sollte es bald einen Markt für einzelne Wolken oder Nebelgebiete geben, inklusive des Wassers, der als Regen fallt.
Aber was geschieht, wenn sich dieses Tiefdruckgebiet zum Hurrikan entwickelt, Hagelkörner Sach- und Personenschaden anrichten?
Eigentum verpflichtet. Also sollten die Eigentümer von Wolken auch dafür verantwortlich sein, dass sie friedlich bleiben, um ansonsten für den Schaden aufzukommen.
So wiederum könnte sich ein riesiger Markt weiterer Geschäftsideen entwickeln: Versicherungen für Wolken. Oder auch für den eher unwahrscheinlichen Fall, sollte der Mond auf die Erde fallen. Denn dann müsste man die Eigentümer haftbar machen.
Zumindest die um einiges realistischere Gefahr von Ebbe und Flut sollte man den Eigentümern künftiger Mondgrundstücke bewusst machen.
Vor allem die Küstenbewohner der Ozeane, ohnehin durch den Treibhauseffekt und steigender Meeresspiegel bedroht (vor allem von jenen ausgelöst, die Schadstoffwölkchen produzieren) könnten von der lunaren Eigentümergesellschaft Entschädigung verlangen.
Als Lösung könnten Mondunfallversicherungen eingeführt werden, so dass nach den Mondmaklern weitere neue Arbeitsplätze entstünden.

Zurück zur Frage:
Wäre der Mond ein Teil der USA, hätte jener Mr. Hope aus Nevada mit seiner Idee 1980 recht gehabt, den Mond für sich zu beanspruchen, und könnte sie seitdem auch in Scheibchen aufgeteilt verkaufen.
In US-Gesetzen gilt: "Wer ein Stück Land für sich beansprucht, muss es ins Grundbuchamt eintragen lassen - widerspricht dann acht Jahre lang niemand, gehört es dem Antragssteller".
Da der Mond allerdings kein amerikanisches Territorium darstellt (auch wenn dies mancher gern so möchte), sind auch alle Besitzurkunden Schall und Rauch, lebt der Beruf des Mondmaklers vom fromm-gutgläubigen Wunschdenken der Kunden. Denn nun gilt leider einmal international: wem nichts gehört, der kann auch nichts verkaufen.
Ähnlich auch die Begründung bei Wikepedia, siehe hier
Tröstlich für die betrogenen Mondgrundbesitzer immerhin, dass sie damit auch für Regressansprüche künftiger Gezeitenopfer nicht einstehen müssen.

Und damit gehen auch allen weiteren damit weiterführenden Ideen an dieser Stelle den Bach hinunter, bzw. die Luft aus.
Ach ja: Ein Platz auf der Sonne ist noch frei, und genauso gut wie Urkunden zu Mondgrundstücken kann sich auch hier jeder seine eigene Phantasieurkunde selbst schnitzen, nachdem er sich in seiner Heimatgemeinde informiert hat, ob es bereits einen Bebauungsplan für unseren Fixstern gibt, oder ob dort noch Land käuflich zu erwerben ist.
Kreativität ist dann gefragt, um sie möglichst kunstvoll an die Wohnzimmerwand zu kleistern, inklusive Gutscheine für nen Sonnenstich vom eigenen solaren Grund und Boden anzufertigen.
Wahrhaft Kult ist es, das alles ironisch locker zu nehmen und trotzdem den Blick fürs Ganze zu bewahren. Nur der, der keinen Quadratmeter Sonne, Mond und Sterne, und nicht einmal ein klitzekleines Wölkchen besitzt, der besitzt Alles. - Arm dran ist der, der selbst da Gartenzäune im Kopf hat, wenn er den nächtlichen Sternenhimmel betrachtet.

Mondgrundstücke aus Wartenberg gibts hier
http://www.mondmakler.de

Walter Koppe für xED