Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2005:

„Frauen in der ödp“ rufen zur Unterstützung der Terre des femmes-Aktion „NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre!“ auf.

 


Roswitha Bendl

Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentags hat die stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Frauen in der ödp, die Erdinger Stadt- und Kreisrätin Roswitha Bendl, dazu aufgerufen, die von der Frauenrechte-Organisation „Terre des femmes“ organisierte Aktion „NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre“ zu unterstützen.

„Leider hat die Aktion durch den kürzlich verübten Ehrenmord an einer türkischen Frau in Berlin, der uns alle erschüttert hat, neue traurige Aktualität gewonnen“ so Bendl. Es sei terre des femmes aber zu danken, dass dieses Thema schon im letzten Jahr aufgegriffen haben und durch die Unterschriftenaktion die bis zum 1. Mai 2005 läuft, die Öffentlichkeit informiert und sensibilisiert werde.

Wer die Aktion unterstützen will, kann sich die Unterschriftenliste unter www.frauenrechte.de herunterladen oder alternativ auch bei Frau Bendl (08122 92632) bestellen.

Nähere Informationen im Text zur Aktion:

Weltweit werden jährlich 5000 Mädchen und Frauen von ihren männlichen Familienangehörigen ermordet. Sie werden erstochen, mit Säure übergossen, überfahren oder auf andere grausame Art getötet, weil sie durch ihr Verhalten angeblich die Ehre der Männer verletzt haben.

Aber auch in Deutschland lebende Migrantinnen sind von Gewalt im Namen der Ehre bedroht, z. B. wenn sie sich weigern, einen von der Familie vorgesehenen Mann zu heiraten, oder wenn sie sich nicht den traditionellen Rollenzuweisungen beugen wollen. Nur wenige entschließen sich, die Familie zu verlassen. Die meisten erleiden stillschweigend ihr Schicksal, weil sie keinen Ausweg aus der Gewalt sehen. Es ist von größter Wichtigkeit, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass diese Verbrechen mitten unter uns passieren. Terre des femmes startete deshalb bereits am Internationalen Frauentag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“, am 25.11.2004, die zweijährige Kampagne „NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre“. Das Ziel der Kampagne ist neben der Sensibilisierung der Öffentlichkeit die Forderung nach Präventionsmaßnahmen und die Schaffung von Hilfe für Betroffene.

Das Frauenforum Wiesloch schließt sich den Forderungen von Terre des Femmes an die Bundesregierung an, die u. a. wie folgt lauten:

·         ·        Die Finanzierung einer Studie, die belegt, in welchem Ausmaß Verbrechen im Namen der Ehre in Deutschland stattfinden

·         ·        Die Schaffung von spezifischen Beratungsangeboten und Zufluchtsstätten

·         ·        Spezielle Schulungen für diejenigen, die mit Betroffenen zu tun haben, wie z. B. MitarbeiterInnen des Jugendamts, Sozialamts, der Polizei und der Schulen

·         ·        Keine Strafminderung aus „religiösen“ oder „traditionellen“ Gründen

·         ·        Verbesserung von Integrationsmaßnahmen (z. B. Deutschkurse für Migrantinnen, die schon seit Jahren in Deutschland leben)

·         ·        Die Erweiterung von geschlechtsspezifischem bzw. nichtstaatlichem Asyl als eigenständiger und gleichberechtigter Asylgrund über   §  60 Aufenthalts-Gesetz hinaus auch beim so genannten großen Asyl nach Art. 16aGG.