Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentags hat
die stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Frauen in der ödp,
die Erdinger Stadt- und Kreisrätin Roswitha Bendl, dazu aufgerufen, die von der
Frauenrechte-Organisation „Terre des femmes“ organisierte Aktion „NEIN zu
Verbrechen im Namen der Ehre“ zu unterstützen.
„Leider hat die Aktion durch den kürzlich verübten
Ehrenmord an einer türkischen Frau in Berlin, der uns alle erschüttert hat,
neue traurige Aktualität gewonnen“ so Bendl. Es sei terre des femmes aber zu
danken, dass dieses Thema schon im letzten Jahr aufgegriffen haben und durch die
Unterschriftenaktion die bis zum 1. Mai 2005 läuft, die Öffentlichkeit
informiert und sensibilisiert werde.
Wer die Aktion unterstützen will, kann sich die
Unterschriftenliste unter www.frauenrechte.de
herunterladen oder alternativ auch bei Frau Bendl (08122 92632) bestellen.
Nähere Informationen im Text zur Aktion:
Weltweit werden jährlich 5000 Mädchen und Frauen von ihren
männlichen Familienangehörigen ermordet. Sie werden erstochen, mit Säure übergossen,
überfahren oder auf andere grausame Art getötet, weil sie durch ihr Verhalten
angeblich die Ehre der Männer verletzt haben.
Aber auch in Deutschland lebende Migrantinnen sind von Gewalt
im Namen der Ehre bedroht, z. B. wenn sie sich weigern, einen von der Familie
vorgesehenen Mann zu heiraten, oder wenn sie sich nicht den traditionellen
Rollenzuweisungen beugen wollen. Nur wenige entschließen sich, die Familie zu
verlassen. Die meisten erleiden stillschweigend ihr Schicksal, weil sie keinen
Ausweg aus der Gewalt sehen. Es ist von größter Wichtigkeit, die Bevölkerung
darauf aufmerksam zu machen, dass diese Verbrechen mitten unter uns passieren.
Terre des femmes startete deshalb bereits am Internationalen Frauentag „Nein
zu Gewalt gegen Frauen“, am 25.11.2004, die zweijährige Kampagne „NEIN zu
Verbrechen im Namen der Ehre“. Das Ziel der Kampagne ist neben der
Sensibilisierung der Öffentlichkeit die Forderung nach Präventionsmaßnahmen
und die Schaffung von Hilfe für Betroffene.
Das Frauenforum Wiesloch schließt sich den Forderungen von
Terre des Femmes an die Bundesregierung an, die u. a. wie folgt lauten:
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Die Finanzierung einer Studie, die belegt, in welchem Ausmaß Verbrechen
im Namen der Ehre in Deutschland stattfinden
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Die Schaffung von spezifischen Beratungsangeboten und Zufluchtsstätten
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Spezielle Schulungen für diejenigen, die mit Betroffenen zu tun haben,
wie z. B. MitarbeiterInnen des Jugendamts, Sozialamts, der Polizei und der
Schulen
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Keine Strafminderung aus „religiösen“ oder „traditionellen“ Gründen
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Verbesserung von Integrationsmaßnahmen (z. B. Deutschkurse für
Migrantinnen, die schon seit Jahren in Deutschland leben)
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Die Erweiterung von geschlechtsspezifischem bzw. nichtstaatlichem Asyl
als eigenständiger und gleichberechtigter Asylgrund über
§ 60 Aufenthalts-Gesetz
hinaus auch beim so genannten großen Asyl nach Art. 16aGG.