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Mediendemokratie und
Globalisierung
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Die Globalisierung spaltet die Gesellschaft
Die Globalisierung (so wie sie derzeit verstanden und durchgesetzt wird) hilft nur den Großunternehmen, denn
diese können sich die neuen ausländische Märkte aufteilen, und dort gleichzeitig billig produzieren.
Die Arbeitnehmer aber stehen damit im Wettbewerb mit
Arbeitern aus Billiglohnländern, in denen kaum soziale Sicherungssysteme
existieren. Die soziale Marktwirtschaft als Kern unserer eigenen Gesellschaft
wird damit in Frage gestellt, weil diese zum unbezahlbaren Wettbewerbsnachteil
wird.
Während die
Schicht der Arbeiter und der von Arbeit freigesetzten nur mehr begrenzt am
gesellschaftlichem Leben teilhaben können, führt die Zweiteilung auf der anderen
Seite, etwa bei Managern, Aktionären und im Geldhandel Tätigen zu großen
Gewinnen.
Unsere Gesellschaft spaltet sich.
Wer die Folgen erkennt, etwa dass die beiden Schichten immer weniger miteinander zu
tun haben, sich einander entfremden; wer die öffentliche Sicherheit in Gefahr
sieht, und sich für
inneren Frieden, gesellschaftlichen Ausgleich und soziale Gerechtigkeit engagieren will, bekommt ein Problem. |
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Geld regiert die Welt - und Großunternehmen Politik und Medien
Regionale Wirtschaftsförderungsprogramme und Subventionen führen zum Wettbewerb um den besseren Standort selbst
bis hinunter auf Kommunalebene. Dabei erlässt
man den Unternehmen vor Ort die Verantwortung fürs Gemeinwohl, weil die sich ja im globalen
Wettbewerb behaupten müssen. Sozialabbau vor Ort dem Wettbewerb zuliebe.
Auch die Medien haben sich dieser Entwicklung anzupassen.
Gerade in Zeiten schwieriger Wirtschaftslage beschränken sich diese
immer mehr auf die Aufgabe, den Konsum anzuregen, bzw. die Politik
der Wirtschaftsinteressen und damit der Globalisierung zu unterstützen.
Höchst interessant, dass dieser Trend im Vorwahlkampf
selbst die Regierungspolitik der SPD und damit Kanzler Schröder erreichte, wohl
weil die Sozialdemokratie nie ganz so wirtschaftsliberal wie Union und FDP sein
kann.
Als Beispiel steht hier der Presseclub. Zwar ist es nicht
so, dass man den eingeladenen Journalisten ihre Meinung vorschreibt, allerdings
ist diese Meinungstendenz natürlich von der Vorauswahl der eingeladenen
Journalisten abhängig. Und so wurden die Sendungen des wdr in der Wahlkampfzeit
zu Lobby- Veranstaltungen der wirtschaftsfreundlichsten Parteien. Während Marquardt
von Focus und vor allem Tichy vom Handelsblatt als immer wiederkehrende Speerspitzen
auftraten, unterschieden sich die weiteren Teilnehmer dazu lediglich in Nuancen,
und hatten kaum etwas entgegen zu setzen. Natürlich war für die ausgewählte
Gruppe auch der Wahlausgang klar.
Dazu passt auch die Verteuflung der Linkspartei. Bis auf
die 'unvermeidlichen' Einladungen auch an das Spitzenduo Gysi -
Lafontain bei einer begrenzten Anzahl von Diskussionsveranstaltungen im Rahmen
von Elefantenrunden, macht man sich ansonsten nicht einmal die Mühe einer sachlichen
Auseinandersetzung mit deren Forderungen und Programm inkl. der Lösungsansätze zur Finanzierung.
Anstatt von "Linkspartei" spricht man auch
weiterhin viel lieber von "PDS", von "PDS plus Lafontaine" oder gleich
von "Altkommunisten" - weil dies mit zum System gehört: Je mehr es
gelingt, eine Partei oder bestimmte Mitglieder auszugrenzen, desto weniger braucht man sich
mit deren Inhalten auseinander zu setzen.
Und während selbst die rechtsradikale NPD in ihrem
Aktionsprogramm schreibt: "die Medien stellen die Speerspitzen des
kapitalistischen Systems dar ... Sie haben im kapitalistischen System drei
Aufgaben: Die Menschen zum Konsum anzuregen, Informationen zu manipulieren und
jede Alternative zum Kapitalismus zu verteufeln", ist es in Italien genau
Rechtsaußen Berlusconi, der sich dessen System längst angeeignet hat, um es zu
untergraben.
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Fernseh-Demokratie: Was gut für Euch Wähler ist
bestimmen wir

frontal21: "mindestens sieben Stasi-Mitarbei- ter unter den Abgeor- dneten der
Linkspar- tei".. Nach der Wahl räumt Birthler ein: unbewie- sene
Schätzung
presseclub: Wieso diskutieren, wenn alle einer Meinung sind?
tv-total: Linkspartei ausgeladen
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"Mediendemokratie" - keine Chance fürs
Unwort des Jahres 2005.
Das Erfreulichste ist immerhin, dass sich der Mensch als intelligentes
Individuum nur begrenzt beeinflussen und manipulieren lässt. Die Werbestrategen
und -psychologen der Parteien und Wirtschaftsvertreter sind kaum klüger als der
durchschnittliche Wähler, und noch kann die
Wirtschaft keinen Menschen und die Politik keine eigenen Völker so erschaffen, dass
es zum nickenden Abstimmvieh wird, oder um dieses solange wählen zu lassen, bis das
Ergebnis passt.
Trotzdem ist und bleibt das Thema natürlich Topaktuell, und das Wort
'Medien-' oder auch der 'Fernsehdemokratie'
wäre eigentlich ein Wort, bzw. Unwort des
Jahres 2005. Allerdings wird dies nicht geschehen, denn für die Medien wäre
das 'Suboptimal'!
xED war von Anfang an u. a. dafür gedacht, ein lokales Portal aufzubauen, um hierin alternative
Strukturen und Meinungen aufzubauen bzw. stattfinden zu lassen.
Weniger die Frage, wer nun Kanzler einer großen Koalition wird, sondern solche
vielfältigen und individuellen Strukturen machen die Demokratie aus, weil sie
Biotope innerhalb immer stromlinienförmiger werdender medialer Meinungsmonopole
sind.
Walter Koppe
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