Die Erdinger Riesen-Heuschrecke

von Klaus Schäfer

 

Erdings bisher größter Gewerbesteuerzahler, die Firma Amadeus, hat den Besitzer gewechselt. Der Großteil des Kaufpreises soll über Schulden finanziert worden sein, die auf das Unternehmen umgelegt werden. Definitiv ab 2007 läuft die Arbeit damit absolut Gewerbesteuerfrei! 

 
Nun ist sie also auch in Erding aufgetaucht: Die Riesen-Heuschrecke. Zwei oder drei Tage lang wurde über ihre Entdeckung berichtet, so auch in den Erdinger Lokalzeitungen. Doch dann wurde es still um dieses Thema.
 
Die Erdinger Riesen-Heuschrecke ist ein überaus intelligentes Tier. Ihr zu Nahe zu kommen oder sie zu bekämpfen ist gefährlich – sie kann beißen, sie kann drohen, ja sie kann Existenzen vernichten. Es ist nicht einfach, ihr beizukommen.
 
Der Schädling hat bereits begonnen, sich von Erdinger Substanz zu ernähren.
Noch gibt es ein knappes Jahr Schonfrist. Das ist die Inkubationszeit vom ersten Auftreten der Gattung bis zu ihrer massenhaften Verbreitung. Doch dann wird sie alles vertilgen was Erding zu bieten hat. Es wird kahl und traurig sein danach, in Erding.
 
Wenn alle Erdinger Substanz von ihr vernichtet wurde, werden die Kassen leer sein, in Erding. Bücherei und andere Kultureinrichtungen, Volkshochschule, öffentliche Schulen und Kindergärten, Schwimmbäder und Straßen werden verrotten. Es sei denn, die Bürger gehen an ihre eigene Substanz und helfen, über ihre Arbeit und ihre Steuern aufgebautes Gemeingut wieder zu sanieren.
 
Die Heuschrecke indes wird weiterwandern. Fett und gesättigt, größer als zuvor wird sie sich ihr nächstes Opfer suchen, das auch Erding wieder aufs neue sein kann. Das ist gottgegeben. Politik und Gesellschaft müssen dieses Leid ertragen. Es hilft nur beten. Nichts kann dagegen getan werden.
 
Oder etwa doch???

 
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