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In der Ausgabe des Erdinger Anzeiger (EA) vom 30.05.2006 urteilte Redakteur Siggi
Niedergesäß über den bis vor kurzem Betriebsratsvorsitzenden
am Münchner Flughafen Ralf Krüger: "Ohne
Klage geht die Kuh nicht vom Eis"
(-siehe unten-).
Im nebenstehenden Kommentar " "
- bestätigt sich Niedergesäß dabei noch mal selbst.
Interessant an der Rolle des Redakteurs ist, dass dieser
bereits lange zuvor ganz massiv mit eindeutigen
Absichten in den Betriebsratswahlkampf eingegriffen hatte. So beklebte Krügers
Gegenpartei massiv die Wände mit Berichten des
EA, betitelt mit Krügers Kontrahenten: "Grassl lässt sich nicht mundtot machen".
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Nach der Wahl gehörte Niedergesäß zu dessen ersten
Gratulanten - und
interviewte den neuen Betriebsratsvorsitzenden inkl. seines Stellvertreters
Siegl; wobei
Grassl eindeutig weniger Stimmen erhielt als Krüger
um immerhin 2,30 % ->
Aber hier half ihm eben Otto
Siegls dritte Liste.
Während sich diese zwischen den aufgehetzten
Fronten vor der Wahl vollkommen unabhängig und deeskalierend gab - und gerade deshalb
von vielen Airport-Beschäftigten gewählt wurde, schloss sich diese unmittelbar nach der Wahl
ohne jeden Vorbehalt Grassls Liste an. - Eigentlich, könnte man meinen, ein gefundenes Thema für die
Presse, denn die Airport-Beschäftigten wussten von dem Coup zwischen Grassl und
Siegl nichts.
Dazu im Interview des EA aber keine Rede. Statt dessen nur Positives zum neuen
Betriebsrat und zur Neuausrichtung und Interessenvertretung in unsrer
schwierigen Zeit, die von allen Beschäftigten Opfer fordern werde...
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- und genau das ist der Punkt! - dieser betrifft auch die Rolle der Medien, in
der heraufziehenden sog. "new-labour"-Zeit. War die
Presse nicht einmal Symbol dafür, die Politik transparent zu machen, auch zu kontrollieren und zu
hinterfragen, um sich nicht umgekehrt selbst für deren Interessen einzuspannen.
In welcher Form ist sie uns lieber?
In welcher Form nutzt sie den Beschäftigten? In welcher Form
nützt, in welcher schadet sie der Demokratie?
Natürlich steht Krüger eher auf der linken, Grassl, bzw. der EA gehört der
eher konservativen Seite an. Krüger und seine Liste störte vor allem,
weil sie sich wie keine andere im Rahmen des existenziell ganz wichtigen Instruments
Betriebsrat für die Beschäftigten am Airport engagiert hatte. Wurde Krüger zum Spielball der Presse - weil der Interessenten
dahinter? Geht es in Wirklichkeit auch
um Themen wie Globalisierung und Liberalisierung, um Ausheblung von Tarifverträgen
und Lohndumping? Im Frühjahr 2007 wurde der Fall
Siemens aktuell: Mit gewaltigen Summen hatte der Vorstand dort die Aktivitäten einer unabhängigen
Betriebsratsliste (AUB) unterstützt - um in Konkurrenz zur gewerkschaftsnahen
Betriebsratsliste zu treten und damit die Interessen der von ihr vertretenen Beschäftigten zu
schwächen. Daraus ergeben sich wiederum Fragen
über die Machenschaften einzelner Konzerne und Parallelen zu anderen Unternehmen.
Ist es möglich, dass auch die Presse
zum dankbaren Spielball von Interessen wird? Wird
im Zeitalter von Heuschrecken und Berlusconis die Frage nicht auch immer dringlicher: Wer ist die Presse?
Wer hat sich mit welchem Interesse dort eingekauft? - und daraus folgernd: Wer kontrolliert sie?
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Im Vergleich zum Ergebnis der Betriebsratswahl hier das Ergebnis der Bundestagswahl
2005.
Merkel erhielt nur 0,88 %
mehr Stimmen als Schröder
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jedoch war
damit klar:
"Die Union war wenn auch nur knapp stärkste Fraktion. Die aber
stellt nun einmal den Kanzler".
(aus "Deutschland aus der Vogel Perspektive",
Hans-Jochen Vogel)
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Brauchen wir eine neue, eine unabhängige Presse? Welche Kuh
steht denn nun eigentlich auf dem Eis - und wo steckt Niedergesäß? Hat
sich der Redakteur etwa ins Abseits manövriert - oder gestaltet er weiterhin
große Politik? In wessen Sinne?
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