Erdinger Linke zur Bildungspolitik   

am 01.09.2006 am Café Zeitlos in Erding

 
Anwesend beim Treffen der Erdinger Linken war auch der Dorfener Hauptschullehrer Hans Elas, der bereits vor einigen Jahrzehnten auf Landesebene die Fachgruppe Grund-und Hauptschulen in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geleitet hatte. Er erläuterte die wesentlichen Schwachpunkte des sog. gegliederten Schulwesens und wies darauf hin, dass die aktuelle Misere, die durch PISA und ähnliche Untersuchungen öffentlich wurde, lange schon absehbar war. Als besonderen Schwachpunkt des deutschen Schulwesens benannte Elas die Hauptschule, die vor langer Zeit einmal eine Schulart war, die von über der Hälfte aller Schüler und Schülerinnen besucht worden war.

"Diese Zeit ist aber längst vorbei". Und gerade die letzten sog. Reformen, hätten der Hauptschule den Rest gegeben. Die Verlängerung der Realschule auf sechs Jahre und die Einführung der M-Klassen im Bereich der Jahrgangsstufen 7 bis 10 hätten sich für die in den Regelklassen verbleibenden Schülerinnen und Schüler verheerend ausgewirkt. Man könne nicht, so der langjährige Hauptschullehrer, solange aussortieren, bis letztlich fast nur mehr demotivierte, lernschwache und verhltensauffällige Schüler (in derMehrzahl männlich)übrig blieben.

Dass es auch anders geht, zeige das Beispiel Südtirol, wo ähnlich wie in Finnland schon in den 70er Jahren eine Bildungsreform die wesentlichen Probleme gelöst habe. Dort, wo ein konsequenter Bruch mit dem gegliederten Schulwesen stattgefunden habe, besuchen alle Schülerinnen und Schüler bis zur 8.

Jahrgangsstufe gemeinsam die Schule. Die LehrerInnengeneration, die bereits selber die einheitliche Schule in Südtirol durchlaufen habe, könne sich nicht vorstellen, wie man a la Bayern die Kinder schon mit zehn Jahren in unterschiedliche Schubladen stecke. Auf die Umsetzungsmöglichkeiten der "Eine Schule für alle" angesprochen, verwies Elas darauf, dass dieses Strukturkonzept derzeit vor allem von der GEW, der Linkspartei, den Grünen und darüber hinaus von Eltern und Schülerverbänden unterstützt würde.

"Wenn die Linke im Landkreis Erding stärker wird, ist das nicht zuletzt unter einem bildungspolitischen Aspekt zu begrüßen", meinte Elas abschließend.

Auf die Auseinandersetzung rund ums Jugendzentrum Dorfen angesprochen betonte Elas die Wichtigkeit der Persönlichkeitsfindung, die sich vor allem durch den

Kampf um Freiräume und Autonomie, bzw. des sich Auseinandersetzens mit unterschiedlichen Ideen und Standpunkten entwickeln kann.

 

- der offene Treff der Linken findet gewöhnlich jeden ersten Montag im Monat im Münchner Hof in Erding statt

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zum Thema Bildungspolitik in Erding siehe auch:
Podiumsdiskussion am 30.06.2004 im Erdinger Stadttheater


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