Erdinger Puppenkiste - Die Spannung steigt

Das Stühle rücken beschäftigt derzeit ganz intensiv die Rathausfraktionen von CSU und SPD

Man weis gar nicht wohin damit, so viele Stühle scheinen derzeit in Erdings Rathaussaal vorhanden zu sein. Wo gibt es so was schon: Eine CSU, die derart sozial ist, dass sie den Sozis großzügig den Vortritt zum stellvertretenden Bürgermeistersessel überlässt? Wäre das nicht ähnlich paradox wie eine SPD, die sich auf Seiten eines Millionärs gegen einen Schichtarbeiter stellt?

Überhaupt: Wann zeigen schon mal so viele Finger auf Erdings SPD wie gerade derzeit. Vor allem die Lokalredaktion der SZ gefällt sich seit längerem in dieser Dauerpose: Deutend ("Die missliche Lage der Erdinger SPD", "Die Ruhe vor dem Sturm", usw.). Dabei scheint man sich in dieser Stellung so überzeugend zu halten, dass man es gar nicht mehr nötig hat, die dazu passenden Fragen zu stellen. 
Dass SPD-Stadtrat Hermann Kronseder seit seiner Verurteilung wegen unberechtigtem Bezug von Arbeitslosengeld auch innerhalb der SPD isoliert ist, weis mittlerweile jeder. Die Gründe, wieso er trotzdem nicht zurücktritt, auch der steten rhetorischen Forderung der eigenen Genossen, ist schon etwas spannender. Könnten diese nicht ähnlich taktisch sein wie jene vornehme Zurückhaltung der CSU?

Man würde mancher Redaktion ja so gerne den Tip einflüstern, einfach mal nachzuprüfen, welche direkte Konsequenz ein Kronseder-Rücktritt hätte. Wer  ist denn der Nachrücker für Kronseder im Stadtrat?
xED verrät an dieser Stelle einen großen Namen, den die SPD da in der Hinterhand versteckt hält, der vielleicht die größte Persönlichkeit in Erdings SPD-Geschichte und ab 1948 Erdings erster Nachkriegsbürgermeister war.
Hans Schmidmayer. - Dieser gewann das Amt über vier Wahlperioden hinweg unangefochten und mit absoluten Mehrheiten für die SPD (übrigens auch gegen einen Herrn Gotz von der CSU !), bis er 1964 ausschied - aus Altersgründen.

Nun, der Nachrücker Kronseders, Hans Schmidmayer jun. jun. ist immerhin der Enkel dieses Erfolgsgaranten!

An dieser Stelle wird mancher Leser sicher fragen, wieso Erdings SPD diese Chance nicht einfach beim Schopfe packt, sich dem derzeitigem Trauerkapitel auf eine solch kluge Weise zu entledigen - auch die letzten Bürgermeisterwahlen (9,9 %) nicht nur vergessen zu machen, sondern gleich in Richtung Bürgermeisterkandidat 2008 mit frischer Power mutig durchzustarten.
Und weil auch die ansonsten stets so gescheite Redaktion der Erdinger SZ diese Frage nicht stellt - entweder nicht zu stellen vermag, vielleicht auch nicht stellen mag, fragt sich der geneigte Leser, ob die scheinbare Trumpf-Karte der SPD vielleicht doppelt im Spiel sein könnte.

Fortsetzung folgt - demnächst auf xED


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