Der
Frust sitzt tief
Wie sich CSU-Bundestagshinterbänkler Franz Obermeier abreagiert
Selbst von den eigenen Parteikollegen in der
Heimat isoliert, weil er dort wegen seiner Haltung zur 3.Startbahn nicht
mehr vermittelbar ist - erfuhr man bei der jüngsten Bundestagsbatte am 25.05. zum
Transrapid wie tief die Wunde ist. Für den Schweiger aus Zolling (siehe Spiegel-Interview links) kam der Redebeitrag der Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter von den Linken gerade zur rechten Zeit. Denn was der CSU-Parteisoldat gegenüber seinen eigenen Leuten nie schaffte, sich mit Argumenten Gehör zu verschaffen, klappte nun endlich: Nie zuvor während einer Bundestagsdebatte fiel Obermeier so auf und steuerte derart viel Obermeier bei wie diesmal - als Zwischenrufer. Dass es vor allem die Haltung der eigenen CSU gegen die 3. Startbahn ist, die damit gleichzeitig den Transrapid in Frage stellt, ist für Obermeier eher belanglos. Gegenüber einer Linken darf er endlich, was er sich den eigenen Parteifreunden gegenüber nicht traut.
Rede der Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter – DIE LINKE. – 25.05.2007 TRANSRAPID – teuer, unsicher, unsinnig Im Redebeitrag zu einem FDP-Antrag zum Transrapid am 24.05.2007 unterstrich die Umweltpolitische Sprecherin der LINKSFRAKTION und bayerische Landessprecherin der Linkspartei. PDS Eva Bulling-Schröter, nochmals die Ablehnung des Großprojekts durch die LINKE. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute liegt uns ein Antrag vor, in dem nach milliardenschweren
Subventionen gerufen wird. Verfasst hat ihn ausgerechnet der Gralshüter der
Marktwirtschaft in diesem Haus: die FDP. Sie wollen Staatsknete für ein
verkehrspolitisch wie wirtschaftlich sinnloses Projekt: für den Transrapid
vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. (Franz Obermeier (CDU/CSU): Keine Ahnung! Wer hat Ihnen das denn wieder aufgeschrieben?) Für sie ist das Projekt ein Milliardengeschäft, vor allem dann, wenn sich später ein paar Züge ins Ausland verkaufen lassen. Darüber haben wir ja schon etwas gehört. Das ist ja auch das Ziel der FDP. (Franz Obermeier (CDU/CSU): Haben Sie das vorher gelesen?) Was hat das Projekt die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bis jetzt gekostet? Das muss man den Leuten einmal sagen: Seit 1990 hat es 560 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Technik gekostet. Hinzu kommen 59 Millionen Euro für die Versuchsanlage im Emsland, 56 Millionen Euro für die Planungen der Route Berlin–Hamburg und der Metrorapid-Strecke in Nordrhein-Westfalen sowie 11,1 Millionen Euro für Machbarkeitsstudien hinsichtlich der Trasse in Nordrhein-Westfalen und einer geplanten Linie in Bayern. (Franz Obermeier (CDU/CSU): Minus Zukunft! Wir bezweifeln, dass der Transrapid überhaupt irgendwo
wirtschaftlich zu betreiben ist. (Bartholomäus Kalb (CDU/CSU): Das, was Sie da erzählen, ist
doch völlig falsch! Liebe Kolleginnen und Kollegen von der FDP, wie stehen Sie eigentlich zu einem Nutzen-Kosten-Verhältnis der Münchner Stecke von 0,6? Volkswirtschaftlich würden wir also mit jedem investierten Euro 40 Cent Miese machen. (Franz Obermeier (CDU/CSU): Nichts verstanden!) Ich halte das für ein kaufmännisches Fiasko. So sieht das
auch der Bundesrechnungshof. (Beifall bei der LINKEN - Franz Obermeier (CDU/CSU): Das ist überhaupt nicht wahr!) Dass es seit jeher auch Sicherheitsbedenken bezüglich der
Technik gibt - Hagelschlag, Terroranschläge, Wildwechsel bei Bodenführung usw. -, kommt noch hinzu. (Beifall bei der LINKEN - Franz Obermeier (CDU/CSU): Das ist das einzige, was richtig war!) |