über den Hintergrund einer Inszenierung

 

Während die Erdinger Lokalpresse die letzten Wochen und Monaten zuvor häufig "den Schmidmayer-Enkel" im Vorwahlkampf zum Erdinger Stadtrat ins Zentrum ihrer Berichte rückte, um damit alleine meinen Cousin H. (SPD-Spitzen-Kandidat) zu meinen,
sorgte ich, Walter K., (ebenfalls Schmidmayer-Enkel und Spitzen-Kandidat für
Liste ALLE) ein einziges Mal für Schlagzeilen - jedoch auf negativste Weise.

Der folgende Presseartikel am 16.01.2008, dem Tag des zentralen Infostandes der Liste ALLE, um 215 Unterschriften für den Antritt zur Stadtratswahl zu erreichen machte alle weiteren Bemühungen zunichte, die notwendige Anzahl zu erreichen. Am Ende kamen 113 Unterstützer-Unterschriften zusammen.


Unnötig zu erwähnen, dass es der Gegenseite auch hinterher weder um eine Klarstellung ging, noch zu irgendwelchen angedrohten juristischen Schritten kam. Der Bericht hatte sein Ziel erreicht. 

Inhalt der Aufführung:
Lange vorbereitet und exakt abgestimmt erhalte ich am 14.01.08 eine Unterlassungserklärung einer Erdinger Anwaltskanzlei. Gegenstand der Beauftragung ist eine aus dem Zusammenhang gerissene Textpassage aus xED. 
Zeitgleich wird diese Erklärung inkl. weiterer Information der Erdinger SZ zugespielt. Der Inhalt des Berichts stand damit bereits zum wesentlichsten Teil, als ich am 15.01. Anruf und eMail von deren Redaktion erhalte: "Wir würden in der Erdinger SZ gerne berichten über die aktuelle Unterlassungserklärung, die Sie erhalten haben, und wie Sie damit umgehen wollen...".
Mein erster Gedanke: "Was soll das? Woher weis die Presse davon?" 
Dann wurde mir recht schnell klar: Es muss sich dort eine etwas größere Story in Vorbereitung befinden.
Wie sollte ich nun gegenüber der Presse reagieren? Wegen meiner Spätschicht am Münchner Airport hatte ich kaum Zeit, um mir intensivere Gedanken zu machen, trotzdem versuchte ich durch Weitergabe meiner Sichtweise noch Einfluss auf diesen Artikel zu nehmen. Hier meine Antwort per eMail.
Doch zu spät, denn schon am nächsten Morgen, den 16.01., finde ich den Artikel als Top-Ereignis auf Seite Eins! Sofort war mir klar, dass es hier um keine Recherche und auch nicht um eine Gegenüberstellung von Meinungen ging, dass die meine nur pro forma eingeholt wurde. Und genauso war der Artikel auch - von der Tendenz, also das, was man 'zwischen den Zeilen' liest, bis zum Anteil der Sichtweisen. Von der eigenen Antwort war nur ein unbedeutender Nebensatz übrig geblieben.  

Der häufigste Besucher der entsprechende xED-Seite vor Veröffentlichung des SZ-Artikels war übrigens mit großen Abstand die SZ selbst (siehe hier), offenbar knapp vor der Erdinger Anwaltskanzlei. 
Der relevate Inhalt, zwei Zeilen innerhalb eines 350 Zeilen langen Berichts, stand bereits seit Okt. 2007 im Netz. Dort steht er immer noch, und diese Zeilen haben seit dem niemanden mehr interessiert.

 

Zum historischen Kontext 

wie ich zu einem historischen Foto kam

 

Ich weis noch, als ich unten an der Tür stand. Ich suchte Informationen über meine Wurzeln, über meinen Großvater Hans Schmidmayer. 
Ich weis noch, als oben das Fenster geöffnet wurde: "Nein, wir haben nichts, das sind längst vergangene Zeiten, die man in Ruhe lassen soll, ...", das Fenster schloss sich wieder. Aus. Ende. Seit dem nie wieder ein Wort.
Einige Jahre später wurde ich Vorsitzender des Erdinger Literatentreff e.V.. Dabei kam ich auch mit Betty Simmerl, der Frau des ehem. Dorfener Bürgermeisters ins Gespräch. Betty und ihr Mann Hermann konnten sich noch gut an den Bürgermeister aus der Kreisstadt erinnern. Schließlich erhielt ich u. a. auch eine Kopie des Fotos unten, für das ich mich hiermit nochmal ganz herzlich bedanke. 
Das Bild zeigt meinen Großvater Hans Schmidmayer 1954 rechts neben den bayr. Ministerpräsidenten Wilhelm Högner. Anlass war Dorfens Stadterhebung, als der Bürgermeister aus Erding diese symbolisch durch die Weitergabe einer Urkunde möglich machte.

 

Lange Jahre und Jahrzehnte habe ich mich gefragt: Das alles kann doch nur ein Missverständnis sein. 

Inzwischen sehe ich manche Fragen völlig neu. Leider. Denn ich frage mich: Ist die Presse dreister Mittäter oder nur dummes Opfer einer politischen Inszenierung?
Wie häufig gehen derlei Konzepte auf?
Lautete das Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung"? Immerhin lenkte man auf diese Weise fast spielerisch leicht und dabei "tief beleidigt" davon ab, dass es eben doch nicht nur einen einzigen Schmidmayer-Enkel gab, den die Erdinger SZ seit Oktober groß als "Kandidat mit familienpolitischen Hintergrund" herausstellte, ohne auch nur mit einem Wort auf den anderen Enkel auf Listenplatz 1 der Alternativen Linken Liste Erding einzugehen. Innerhalb dieses Artikels hatte die Erdinger SZ also gleich noch ihr eigenes Informationsdefizit der Öffentlichkeit gegenüber geschlossen.

Die eigene Erfahrung macht mir Hoffnung, denn ich stelle in zahlreichen Gesprächen und Diskussionen fest:: Die Menschen sind nicht so dumm, wie man sie gerne hätte! Während das Vertrauen in die Politik ohnehin seit langem sinkt, was sich etwa durch eine schwindende Wahlbeteiligung abzeichnet; weil "die da oben ja ohnehin machen was sie wollen", scheint auch das Vertrauen in die Medienlandschaft inzwischen angekratzt, wenn diese etwa "als zu stromlinienförmig" beschrieben wird., und "ob die uns für dumm verkaufen wollen?", denn "die sind doch inzwischen selbst von Einzelinteressen, Amigos oder Konzernen abhängig", ...
"Die Spaltung der Gesellschaft" hat natürlich auch damit zu tun, dass manche mächtiger sind als andere, auch was Einflussnahme und Manipulation, also der Darstellung von Wahrheiten betrifft.
Jedoch sehe ich die Gegenreaktion der Menschen gar nicht so negativ, wenn immer mehr beginnen, etwas genauer nachzufragen, um sich ihre eigenen Gedanken zu machen, autonom - und als Folge ihr Leben selbst, damit "selbst"-bewusster gestalten, nicht mehr all das glauben was sie glauben sollen, sondern mit einer bestimmten Distanz offener ihre eigene Erfahrungen machen wollen. Grad auf diese Weise wächst eine Gesellschaft auch von innen.

Wenn Strategien, wie eben über die SZ (unabhängig ob als aktiver oder passiver Partner) aber gleich derart offensichtlich und durchschaubar sind, werden auch die Motive dahinter klarer, z. b. wenn es darum geht, unliebsame Personen ihrer Ideen wegen zu diskreditieren, eben weil sie bestimmten Interessen und Mächten hinderlich sind. Genau darum geht es!
In meinem Fall hat sich die Presse seltsamerweise nie fürs eigene Persönlichkeitsrecht interessiert (siehe im unteren Kasten "Mobbing"), welche evtl. auch näheren Aufschluss über manch aktuelle Inszenierung geben könnte. Aber derlei Nachforschungen sind offensichtlich nicht unbedingt die Sache eines 'Dienstleisters in Sachen Meinung'.

Es kann an dieser Stelle nicht darum gehen, mich als unfehlbar darzustellen, aber es geht darum, sich unbeeindruckt auch weiterhin den Diskussionen zu stellen - auch denen, die sich evtl. neu daraus ergeben, um jeden auch tatsächlich die Möglichkeit einer anderen durchaus subjektiven Sichtweise zu geben, über reale Personen, reale Umstände, den Unterschieden und Motiven - um einen fairen und demokratischen Wettbewerb der Ideen so wenigstens annähernd möglich zu machen, und nicht um völlig aus dem Inhalt gerissene Randnotizen, die plötzlich zur dicken Überschrift mutieren!


- Hier geht es zur Seite, wie sie Seit Oktober 2007 über xED im Netz steht. Drei von 30.000 Wörtern wurden verändert.

hier weitere Beispiele, wie praktisches Mobbing funktioniert:

- Ene Mene Mob
- "Raiba" - eine verpasste Kooperation
- "Aufgespiesst" (SZ)
- Der Fall Soykan
- "MiFaZ" - Standortnachteil
- ...


Einige Reaktionen
per eMail bitte an walterkoppe@yahoo.de
 
Lieber Walter,

Erst einmal bewundere ich Deinen Mut gewisse Din-
ge Dinge offen auszusprechen, bei denen man mit Wi-
derstand rechnen muss. Deine Wahrheitsliebe und
Ehrlichkeit sind Eigenschaften, die nicht viele Men-
schen auf dieser Welt besitzen. Die meisten Men-
schen sind grauenvolle Opportunisten und Egoisten.
Ich kann Deinen Standpunkt verstehen, kann nach-
vollziehen, hast Dich nicht
angepasst (schaffen auch nicht alle), obwohl Du da-
durch Nachteile hattest. Dir waren gewisse Werte
wichtiger und Du warst Dir selber treu. Du hast ein
schweres Leben, aber das hat Dich geistig wachsen
lassen. Man kann persönlichen Erfolg nicht mit Geld,
Beruf oder anderen Äusserlichkeiten messen. Ent-
scheidend sind die Absicht, das Bemühen und der
Einsatz. Altruismus, Liebe und Verständnis für die
Sorgen und Nöte von anderen Lebewesen sind die
Dinge die zählen. Echtes Gefühl ist wichtiger als
Status! Wärst Du nicht am Flughafen beschäftigt,
würdest Du Dich auch nicht in diesem Maße für die
dort herrschenden Mißstände interessieren und
Dich folglich auch nicht dagegen engagieren. Es
gäbe auch nicht die Idee von ALLE usw............
Ausserdem gibt es kein!! geringwertiges Leben.
Jedes Leben hat seinen Sinn! Wir lassen uns zu oft
von Anderen definieren, aber wir sind alle nicht
unsere Lebensumstände. Jeder Mensch ist einmalig
und wertvoll!
i.
 
hallo walter

ja die lieben anwälte, immer ein bischen geld verdienen.
aber ist schon interessant was er so alles in deine worte
hineinlegt. wenn du die unterlassung unterschreibst, machst
du dich wirklich schuldig. stimmst seiner interpretation zu.
hoffe du bleibst wahrhaftig und bei dem was du geschrieben hast.
euch trennen welten und das ist einfach ersichtlich.
alles gute für dich.

m.
 
hab das pamphlet von dem rechtsverdreher mal rechtlich begutachtet und kann mit meinem halben jurastudium mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit sagen, dass das von schmidmayer chancenlos ist.
zum einen erfüllt dein text mitnichten den tatbestand der verleumdung, sondern ist eine meinungsäusserung gedeckt durch das grundrecht auf freie meinung.
zum anderen kannst du dich darauf berufen, dass deine äusserung v. a. den cousin von dir betrifft, der nunmehr als bürgermeisterkandidat lokalpolitiker und somit eine person des öffentlichen lebens ist, die sich - auch verschärfte - kritik nach der ständigen rechtsprechung der BRD gefallen lassen muss.
 
lass dich nicht ins boxhorn jagen! das sind nur BLUFFS!!!
unsere freunde von der roten bourgeousie wissen im grunde genau, dass sie dagegen NICHTS machen können! deshalb haben sie tatsächlich angst!!
bleib tapfer! zahl NICHT!

h.

 

Lieber Walter,
Leider ist es zu spät für die Unterstützerunterschriften, öffne soeben erst meine Mails.
Hat's gereicht?
Servus
H.
 
Sehr geehrter Herr Koppe,
Ich schreibe nicht umsonst über eine anonyme Adresse. Ich bin Lehrerin.
 
Ihre Darstellung scheinen mir sehr logisch, aber auch wichtig. Das
 Problem beginnt bereits in den ersten Schulklassen. "Ich geb Dir was, dann
 sind wir Freunde". Man erkauft sich auf diese Weise bereits in der
 Kindheit Abhängigkeiten, die dann im Erwachsenenalter spezieller werden.
 Grad die Lokalpolitik bietet hier eine gute Spielwiese des sich
 gegenseitigen Bevorteilens. Jeder, der sich hier von Aussen Zutritt verschaffen
 möchte, noch dazu mit den Schlagworten wie Offenheit und Transparenz,
 wird als Spielverderber bekämpft. 
Ihre Erfahrungen sind dafür ein gutes Beispiel.
Ich wünsche Ihnen viel Glück. Lassen Sie sich nicht unterkriegen! 
 
War leider verhindert, sonst hättet ihr meine Unterschrift schon bekommen.
Tut mir leid, dass es nicht geklappt hat hat, wäre sicherlich eine Bereicherung in ED gewesen.
 
So sorry