Markus Schmidt - der jüngste Kreisrat ist Grün

Erst im Jahr 2006 hat sich eine Gruppe von etwa zehn Jugendlichen im Lkr. Erding zu einer "Grünen Jugend" formiert. Darunter der im Alter von vier Jahren aus Sachsen ins beschauliche Kirchasch (Gemeinde Bockhorn) zugezogene Marcus Schmidt, der nach seinem Abi Volkswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik studieren will. Demnächst sitzt der Schüler im Gymnasiums Erding-Hl. Blut für die Grünen im Kreisrat.


v. l. n. r.: Philip Seidl, Markus Schmidt, Lorenz Klein, Stephan Siebold
Ein auf Vernunft basierendes Menschenbild und Lebensgefühl möchten Schmidt & Co, also etwa zehn Jugendliche nach Erding holen - ein Stück "grün-regiert und ökol. ausgerichtetes Freiburg" in der "schwarzen Prärie" umsetzen, damit gleich bis hinüber nach Dorfen und Taufkirchen. 
Bereits während der Infostände zu den Kommunalwahlen hatte die Gruppe der Gymnasiasten am Schrannenplatz in einer Reihe von Gesprächen regen Zuspruch selbst von Anhängern konkurrierender Parteien erhalten. Das hat Mut gemacht, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, etwa Strategien in Richtung eines kreativen Landtags-Wahlkampfs zu entwickeln. Selbst bei den "Schwarzen" und den Zeugen Jehovas fand man das Engagement der Junggrünen gut, etwa als Mittel gegen die allgemeine Politikverdrossenheit vieler Jungendlichen, welche ja schließlich dazu führte, dass die Idee eines Jugendparlaments parteiübergreifend unterstützt wird. 
Natürlich ist die Forderung nach jugendlicher Mitbestimmung auch Thema der Grünen Jugend - wobei man die Anträge nicht nur formuliert, sondern in den Erdinger Stadtrat auch angenommen sehen möchte. 
Klar spürt man in der kleinen eingespielten Runde im Mayr Wirt auch Schadenfreude, wenn es um die Verluste der CSU bei den Kommunalwahlen geht; wobei natürlich die Hoffnung verbunden ist, die CSU könnte bei der Landtagswahl im Herbst 2008 die absolute Mehrheit verlieren. Die Politik könnte transparenter und demokratischer werden, wenn es notwendig wird, Entscheidungen auch außerhalb einer einzigen Partei zu diskutieren. 
Als konkretestes Beispiel mangelnden Demokratieverständnisses fällt dann aber der Name Schäuble und die aktuelle Bundespolitik: Was die Opposition nicht schaffte, stoppte immerhin das Bundesverfassungsgericht. Dieses verhinderte ein Gesetz der Regierungskoalition, welches eine großzügige Vorratsdatenspeicherung aller Bundesbürger ermöglicht hätte. "Gott sei Dank ist das nun passee", findet etwa Philipp Seidl. "Was haben wir noch gegen Terroristen zu verteidigen, wenn wir selbst unsere Verfassung einschränken?".
Um das Thema gläserner Bürger auch den Erdingern anschaulich zu machen, will man mit Hilfe von Einkaufszetteln aus Supermärkten eine Konsumenten-Analyse vornehmen.  
An dieser Stelle hakte xED nach dem Unterschied "gläserner Bürger" - "gläserner Abgeordneter" ein. Für Marcus Schmidt und seine Mitstreiter war schnell klar, dass bei den Volksvertretern anders zu verfahren sei, denn natürlich sollte hier transparent gemacht werden, ob und woher diese Nebeneinkünfte erzielen.
Auf die Frage von xED, ob dies Marcus Schmidt demnächst auch auf Kreisebene durchzusetzen sucht, war sich der neue Kreisrat dann aber doch so sicher nicht.  
Tenshin Hang, ein gebürtiger Chinese, der ebenfalls der Erdinger Grünen Jugend angehört, und demnächst einige Monate in der fernen Heimat verbringt, beantwortete die Frage von xED, ob er dort ebenfalls eine Grüne Jugend ins Leben rufen wolle, dagegen viel eindeutiger: "Das wäre  lebensgefährlich". 
13.03.08, xED