Dr. med Eckhard Kaiser (Die Linke)                                

Der Allgemeinarzt mit Praxis im Freisinger Arbeiter-Stadtteil Lerchenfeld wechselte 2007 von der SPD zur Linken. 
Er sitzt im Freisinger Stadtrat und kandidiert für die Linke als Nr. 4 für den bayrischen Landtag.

Referat: Gesundheit für alle - Mobbing macht krank 
- Psychopharmaka und Flughafen, 3. Startbahn 
mit den Landtagskandidaten der Linken Manfred Steiner (ED) und Josef Schleipfer (EBE)



Das Schützenstüberl im Gasth. Mayr Wirt in Erding wurde im Lauf des Abends bis zum letzten Platz gefüllt

Die negativen Auswirkungen der Gesundheits- und Sozialpolitik erlebt Dr. Kaiser täglich in der eigenen Arztpraxis im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld, wenn etwa sozial Schwache, Familien und Rentner die 10 Euro Praxisgebühr nicht mehr zahlen konnten.
Kaiser machte die gestiegene Belastung der Arbeitnehmer zugunsten der Arbeitgeber dafür verantwortlich und wollte nicht mehr nur die Symptome behandeln. Der Allgemeinmediziner fragte sich statt dessen, wie man die Umverteilung von Unten nach Oben zurück drehen könnte. Seine Erfahrungen waren im Sommer 2007 dann der Grund, dass Kaiser der SPD den Rücken kehrte, und den Weg zur Linken suchte. 
Der KV der Linken Erding-Ebersberg hatte den gesundheitspolitischen Fachmann genau deshalb eingeladen, um dessen Sichtweise etwas detaillierter kennen zu lernen - sowohl bundesbezogen, aber auch was die spezielle Region um den Airport betrifft. 

"Die Arbeitnehmer müssten mit ihrer Hände Arbeit doch soviel Geld verdienen, dass sie davon auch ein normales Leben führen können", so Kaiser zu Beginn seines Referats. Gerade die Kosten der kleinen Leute sind nochmal überproportional zur durchschnittlichen Preissteigerung gestiegen, etwa Energie und Lebensmittel. Wenn die Renten dagegen gerade mal um 1,1 % steigen rufen Politiker zum Verteilungskampf gegen die Alten auf, aber das passt zur Entsolidarisierung unserer Gesellschaft, dem wir etwas dagegen stellen müssen.  
Zukunftsperspektive heißt für ihn statt dessen: Gute Ausbildung, Schule für alle, Lehrmittelfreiheit, Studiengebühren abschaffen. Ein besonderes Anliegen ist für Kaiser die Versorgung und der Umgang mit Essen. Hier zieht Kaiser den Bogen zur Ökologie ..., dem ökol. Anbau, der mehr klimaschädliches CO2, Methan und Lachgas bindet, zu den alternativen Energien und der derzeitigen Verkehrspolitik: Billigflieger arbeiten nicht kostendeckend, statt dessen müssten viel eher öffentliche Verkehrsmittel subventioniert werden. Privatisierung dagegen ist der falsche Weg.  
Bei der Friedenspolitik sind die Grünen widersprüchlich, Afghanistan ist inzwischen de facto Kriegseinsatz. Die Bundeswehr soll sich statt dessen auf Verteidigungsaufgaben beschränken. Viel Geld könnte auch damit gespart werden.

Dr. Eckhard spricht sich klar gegen die Privatisierung im Gesundheitswesen aus. Derzeit würden Krankenhauser an Aktiengesellschaften verkauft, bundesweit bereits ca. 50.000 Pflegekräfte entlassen oder unter Tarif weiter beschäftigt. Nun will man statt dessen Hartz-IV-Empfaenger rekrutieren. Damit zeigt man auf der einen Seite, dass dem Pflegedienst samt Ausbildung keine Achtung mehr gezollt wird. Wenn nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern der Shareholder Value, ist auch die Sicherheit des Patienten immer weniger gewährleistet, wenn dieser von unmotivierten in Schnellkursen unterwiesenen Laien gepflegt werden soll.  
(Wie ist die derzeitige Situation in Erding?, "Versorgungszentrum?")

Die allgemeine Liberalisierung hat auch mit der Arzneimittelversorgung zu tun. Immer mehr Rezepte seien bereits über Kiosks und Tankstellen erhältlich.  

Gesundheitsfonds   
Viel Geld in Verwaltung   
Krankenhaeuser und Kassen werden sich um Kostenerstattung diverser Leistungen streiten, etwa von Fahrtkosten
Wegen der Gundpauschale sagt Dr. Kaiser ein Hauen und Stechen um kranke Patienten voraus, aber nicht um komplizierte = kostenaufwendige Faelle.