Analyse zum Ausgang der Landtagswahl für die Linken in Erding von Walter Koppe

Allgemein

Sind die 4,3 % für die Linke in Bayern (laut vorl. Ergebnis: 4,349) nun Niederlage, oder doch ein Erfolg?

Ich denke, man sollte das Ergebnis differenziert betrachten, etwa im Vergleich zur letzten Bundestagswahl 2005,
Während die Linke bayernweit (2005-Zweitstimmen: 3,4) auf 4,35 % anstieg, wuchs auch das Ergebnis in der Stadt Erding (2005-Zweitstimmen: 3,8) auf 4,6501, aufgerundet also auf 4,7 %, damit nur 0,38 % unter dem Ergebnis der Stadt Freising (5,03 %, mit Dr. Kaiser, Guido Hoyer, ...) also nicht so schlecht
- und wäre mit einem als "normal" bezeichnetem Ergebnis bei den Briefwählern (nur 3,21 %!) noch um besser gewesen (näheres dazu weiter unten!). Im Ergebnis der Wahlurnen lag die Linke in der Stadt Erding damit besser als in Freising (Erding: 5,31; Freising: 5,28 %!)
Interessant ist die Nachbarstadt Freising vor allem wegen dem Riesen-Ergebnis der Grünen (Erststimmen: 41,66 %), siehe http://www.lra-freising.bayern.de/wahl08_2/wahlen/Landtagswahl_2008/Freising_Freising_Freising.html

 

bayrisches Nord-Süd-Gefälle

Interessant auch: Wäre Franken ein unabhängiges Bundesland (also in Form der Bezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), dann wäre die Linke wohl mit 5,0 % ähnlich knapp wie in Hessen (5,1 %) in einen fränkischen Landtag eingezogen. Damit wiederum wird für die Linke auch innerhalb Bayerns ein Nord-Süd-Gefälle sichtbar; z.B. wenn man die Stadt Nürnberg (6,8 %; im Stimmkreis 504, Nürnberg-West wurde an mit 7,8 % drittstärkste Partei) mit München (5,2 %) vergleicht.

Manche der Probleme, die wir nicht nur im Lkr. ED hatten, sind strukturell bedingt. Das zeigt einerseits, dass man uns Wahlhelfer aus anderen Bundesländern zum Verteilen von Prospekten schicken wollte; andererseits, dass diese dann nie in Erding ankamen.

Ich denke, dass es jetzt nach den Wahlen eine Analyse geben muss, was solche Fehler von außen, aber auch die eigenen Aktivitäten betrifft.

 

Sonderbares Ergebnis bei Erdinger Briefwahl

Vorsicht: Weil ich das Ergebnis so erstaunlich fand, hab ich es recht intensiv untersucht, die hier folgende Analyse entsprechend ausführlich abgehandelt!

Definition: Sind Briefwähler eine besondere Art von Wähler?

Handelt es sich um wahlmotivierte Geschäftsreisende, Schicht- und Sonntagsarbeiter, Urlauber, Kranke und Senioren? Gibt es eigentlich Stimmenkauf, und damit Raum für Manipulation?
Jedenfalls gehören laut Ergebnis neben Links-, auch SPD- und Grün-Wähler zu den Briefwahl-Muffel, im Gegensatz zu CSU und ödp! Sind Briefwähler demnach konservativ?
Seitdem ich mir pol. Gedanken mache, ist mir vertraut, dass es von Seiten der hiesigen CSU Aktivitäten gibt, konkret einen Fahrdienst, um Senioren aus den Altenheimen zur Wahlurne zu fahren. Wer denkt hier an Beeinflussung, es handelt sich selbstverständlich um eine rein humanitär-soziale Einrichtung, inkl. bei einer evtl. Hilfe, das Kreuzerl bei den Briefwahl-Unterlagen an der richtigen Stelle, einer christlichen Partei, zu machen! 

Auf Yahoo-Clever hab ich die Frage gestellt: "Wer ist Briefwähler?". Die Antworten gibt es hier:
http://de.answers.yahoo.com/question/index;_ylt=AnXiHDu4m6CXj3p2CkKCTND7CQx.;_ylv=3?qid=20081005015222AAGh9cJ

Welche Rolle spielt die Zeit der Stimmabgabe?

... wenn es Wähler sind, die sich bereits vor Wochen entschieden haben, kannten sie die aktuellsten Nachrichtigen und pol. Trends nicht, von Becksteins zwei Mass Bier bis zum Beginn des Börsenkrach, Verwicklungen in Sachen Landesbank, ... Vielleicht fiel die CSU teilweise auch deshalb von den 45,21 % (Briefwahl) auf 39,79 % (Wahllokal), während Die Linke von 3,21% (Briefwahl) auf 5,31 % (Wahllokal) anstieg?

Analyse des Ergebnisses der Wahlbezirke (Wahllokale + Briefwahl) in der Stadt Erding

hier bin ich zu teilweise erstaunlichen Resultaten gekommen (der Einfachheit halber habe ich mich auf die Zweitstimmen konzentriert)

1) Gäbe es keine Briefwahl, und ganz Bayern hätte wie Erding gewählt, Die Linke hätte den Einzug ins Landesparlament geschafft. Zumindest innerhalb der Stadt Erding wurden in den 36 Wahllokalen (ohne Briefwahl) 5,31 % der Stimmen erreicht - in den 9 Briefwahlbezirken allerdings nur 3,21 %!
Da das Gesamtergebnis in der Stadt Erding ohne Briefwahl um 0,68 % besser liegt als das gesamte Ergebnis von 4,63 % (inkl. Briefwahl), und würde man das auf das bayerische Gesamtergebnis hochrechnen, also: 4,349 % + 0,68 %, käme man auf 5,03 %!!!

Als ich versucht habe, dieses Ergebnis mit anderen Daten zu belegen, fand ich als Quellen: die Bundestagswahl 2005, die Kommunalwahl im März 2008 in Regensburg, sowie die Ergebnisse der Landtagswahl 2008 der Stadt Freising und Dorfen. Diese versuchte ich dann im folgenden Abschnitt zu analysieren.

- Statistik übers Briefwahlergebnis der Bundestagswahl 2005 (siehe http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pk/2006/
Repraesentative__Wahlstatistik/Statement__Hahlen,templateId=renderPrint.psml). Unter: "3.2 Gab es Unterschiede in den Parteipräferenzen bei Brief- und Urnenwählern?" lagen neben Linke auch SPD bei Briefwahlen unter den Wahlurnen-Wählern unterm Durchschnitt (- 1,3 % bzw. -2,2 %), im Gegensatz zu CDU/CSU (+ 3,6 bzw. + 1,6 %). Allerdings war bei dieser Bundestagswahl bekannt, dass die in Umfragen weit zurückliegende Schröder-SPD gerade in den letzten Tagen vor der Wahl mächtig gegenüber der CDU/CSU aufholen konnte. Der Unterschied im Wahlverhalten Wahlurne - Briefwahl (? längerfristige Entscheidung) könnte also auch mit dem Zeitablauf erklärbar sein.

Aufschlussreicher schienen mir deshalb die folgenden Ergebnisse:
- Statistik zur Kommunalwahl 2008 in der Stadt Regensburg (http://www.statistik.regensburg.de/archiv/2008/kommunalwahl/sr/rgbg/rgbg.html) zufolge war der Unterschied zwischen Brief- zu Urnewählern wie folgt:
CSU: +3,98 %, FDP: +1,43 %, Freie: +1,32 % 
Grüne: -2,70 %, SPD: - 2,30 %, Linke: -1,57 %, ödp: - 0,17 %

Aus den Ergebnissen der Linken : 3,385 % (Briefwahl) und 4,956 % (Wahlurne) = 4,571 % (gesamt) lässt sich errechnen, dass auch das Kommunalwahl-Ergebnis in Regensburg also ohne Briefwahl um 0,385 % besser war, als das Gesamt-Ergebnis (inkl. Briefwahl).
Damit ist der Unterschied zu Erding ( 0,68 % !) aber noch nicht völlig geklärt.

- Statistik zur Landtagswahl-Ergebnis der Stadt Freising (http://www.lra-freising.bayern.de/wahl08_2/wahlen/Landtagswahl_2008/Freising_Freising_Freising.html?stimmbezirk=alle).

Aus dieser Statistik fand ich heraus, dass das Gesamtergebnis in der Stadt Freising ohne Briefwahl nur um 0,22 % besser als das Ergebnis von 5,06 % (inkl. Briefwahl) ist.
Damit ist der Unterschied zwischen Erding ( 0,68 % !) zur großen Nachbarstadt Freising ( 0,22 % ) mehr als dreimal so groß!

- Statistik zur Landtagswahl-Ergebnis der Stadt Dorfen (http://wahl2008.kreis-ed.info/wahlen/bezirkswahl_2008/Erding_Erding_Dorfen.html?gemeinde=Dorfen&stimmbezirk=alle) . Briefwahl: 3,03 %, Urne: 3,79 %, Gesamt: 3,66 %. Das ergibt einen Unterschied von nur 0,13 % zwischen dem Dorfener Gesamtergebnis und dem Ergebnis ohne Briefwahl.
Damit ist der Unterschied zwischen Erding ( 0,68 % !) zur kleinen Nachbarstadt Dorfen ( 0,13 % ) mehr als fünfmal so groß!

-> Wie ist so ein Unterschied möglich?

Entweder unser Wahlkampf-Endspurt war innerhalb der Stadt Erding soo gut, dass sich das im Verhältnis Urnengang zu Briefwahl derart widerspiegelt, oder das Briefwahl-Ergebnis war so schlecht. In zweiterem Fall frage ich mich, ob die davon hauptsächlich profitierende Erdinger CSU ihre potentielle Anhängerschaft etwa in Seniorenheimen derart optimal organisieren konnte - was doppelt schwierig ist, wenn grade die Stadt Erding zu den jüngsten Kommunen Deutschlands zählt! Alternativ frage ich mich, ob auch Stimmen-Manipulation im Spiel sein könnte.

Dass Manipulation durchaus möglich ist, zeigt z.B. das Beispiel der Kommunalwahl 2003 in Dachau, in der nachgewiesen werden konnte, dass zwei CSU-Stadträte ganz kräftig bei der Verschönung des Ergenisses mitgeholfen haben (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlf%C3%A4lschungsskandal_von_Dachau).

Ich behaupte hier nicht, dass so etwas auch in Erding passiert ist, allerdings bin ich schon der Meinung, dass man nach möglichen Erklärungen für ein ziemlich untypisches Wahlverhalten gesucht werden darf. 

Ergebnisse aus Erdinger Wahllokalen

Auch innerhalb der Ergebnisse aus den städt. Erdinger Wahlbezirken (Wahllokale) ergeben sich recht interessante Unterschiede, bei Die Linke ergibt sich eine Spannweite von 1,93 bis 11,61 %! (Das Freisinger Spitzenergebnis: 11,96 %).  
Ich hab versucht im Folgenden versucht, herauszufinden, wo die Linke in Erding am stark bzw. schwach abgeschnitten hat, denke, dies ist wichtig, um z.B. auf diese Weise gezielt Aktive, etwa für die nächsten Wahlen anzusprechen, um danach z.B. mit Hilfe dieser flächendeckend auch die "schwachen" Bezirke mit Info, ... zu versorgen.

Stimmbezirk   4: Williamsville-Nord        11.61 % 
Stimmbezirk 23: Parksiedlung Nord: 
      10,05 % 
Stimmbezirk   3: ehem. Landgestütring   
  9,21 %
Stimmbezirk 21: Parksiedlung Nordwest:  9,13 %
Stimmbezirk 36: Altenerding-Süd (Süd)   
  7,84 %
(Detail-Zahlen auf Anfrage)


Die Frage nach dem Linken Millieu?  
Williamsville (Erding-Ost) ist geprägt von
ehem. US- Wohngebäuden, und ist genauso mehrstöckig wie die Bebauung der nördl. Parksiedlung (Erding-West), sowie von Altenerding-Süd. Während hier ein höherer Anteil dem Arbeiter- bzw. Unterschichten-Millieu angehört (Themen: Mindestlohn, HartzIV), sind innenstadtnahe Bereiche, etwa um dem Landgestütring (hohe Ärzte-Konzentration, ev. Kirche, Tagwerk) durchaus höher-qualitativ als Bildungs-Millieu einzuordnen (Themen: Friedenspolitik, Afghanistan).    
Ergebnisse um die 2 bis 3 % gibt es in eher bäuerlich strukturierten Teilen wie Langengeisling oder Siglfing, bzw. luxoriöseren Gegenden. Markant ist das Ergebnis im Wahllokal 9 (Heilig- Geist-Altenheim), in der neben der CSU 48,62 % die Bayernpartei mit 3,62 % ihr stärkstes Ergebnis holte, die Linke dagegen nur auf 2,26 % kam.
 

Die Stadt Erding mit seinen 36 Stimmbezirken:  

Je dunkler die Fläche, desto stärker das Ergebnis der Linken.   
Am dunkelsten markiert: Williamsville (rechts oben), links Parksiedlung, ...  
Freiflächen sind weiß, dazu gehört auch der (zentrale) Erdinger Stadtpark.

Gesamtergebnis der Stadt Erding (inkl. Briefwahl)

bayrisches Nord-Süd-Gefälle

Interessant auch: Wäre Franken ein unabhängiges Bundesland (also in Form der Bezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), auch dann wäre die Linke wohl mit 5,0 % ähnlich knapp wie in Hessen (5,1 %) in einen fränkischen Landtag eingezogen. Damit wiederum wird für die Linke auch innerhalb Bayerns ein Nord-Süd-Gefälle deutlich; z.B. auch dadurch, wenn man die Stadt Nürnberg (6,8 %; im Stimmkreis 504, Nürnberg-West wurde an mit 7,8 % drittstärkste Partei) mit München (5,2 %) vergleicht.

Manche der Probleme, die wir nicht nur im Lkr. ED hatten, sind strukturell bedingt. Das zeigt einerseits, dass man uns Wahlhelfer aus anderen Bundesländern zum Verteilen von Prospekten schicken wollte; andererseits, dass diese nie ankamen.

Ich denke, dass es jetzt nach den Wahlen eine Analyse geben muss, was solche Fehler von außen, aber auch die eigenen Aktivitäten betrifft.

 

spezielle Erdinger Umstände

- Der Mayr-Wirt

An der Tafel im Erdgeschoss stand in den Wochen vor den Wahl zu lesen, welche Parteien, Vereine, usw. ihre Veranstaltungen abhielten. Da stand u.a. CSU, SPD, Grüne. Bei Veranstaltungen der Linken stand dort nur anfangs zu lesen: "Die Linke", bald stand dort "Boecker Linke" oder nur "Boecker". Und zuletzt wurden wir gar des Raumes ganz verwiesen, weil wir (so der Organisator Wolfgang Böcker) ein Essen für 6 Personen bestellt hätten - das wir nie bestellt hatten. Ein provozierter Rausschmiss?

Einige Monate zuvor hatten wir uns im AWO-Café entschlossen, unsere künftigen Treffen öffentlich zu machen - so wie die andere Parteien eben auch. Weil die Einrichtung der AWO dafür nicht zur Verfügung stand, war die Idee mit dem Mayr Wirt naheliegend. Wegen meiner speziellen Erfahrung mit einer Veranstaltung mit Kornelia Möller vor zwei bis drei Jahren hatte ich abgelehnt, dieses nochmal zu organisieren. Ich war gespannt, ob Wolfgang Böcker nun mehr Glück hat. Nun, zunächst schien alles noch halbwegs zu funktionieren. Der Wirt hatte nichts dagegen.

Doch das Ende kam fliessend: Während die Veranstaltungen der Linken zu sog. "Böcker"-Privat-Veranstaltungen deklariert wurden, bedeutete die seltsame Bestellung das endgültige Ende.

Bin ich nun froh über dieses Ende? Immerhin schien bis dahin meine eigene Geschichte selbst manchem im eigenem Kreis kaum glaubhaft.

Zur Erinnerung: Für den 01.02.2006 hatte ich den Mayr-Wirt für eine Veranstaltung mit Kornelia Möller, der neuen Bundestagsabgeordneten der Linken organisiert. Als ich einen Tag vor der Verananstaltung nochmal wegen Mikrophon und Stehpult nachsehen möchte, weis der Wirt plötzlich nichts mehr von der Veranstaltung, den Raum hatte er inzwischen einem anderen Verein versprochen. Nur mit sehr viel Mühe gelang es mir damals kurzfristigst noch den Kastanienhof als Veranstaltungsort zu organisieren. Und es war auch nicht einfach Kornelia und den meisten der von mir angeschriebenen potentiell Interessierten inkl. der Presse kurzfristig den neuen Ort mitzuteilen. Immerhin verlief die Veranstaltung danach durchaus zufriedenstellend (siehe: http://www.erding-life.de/xed/bilder-presse/060201-sz.gif sowie http://www.erding-life.de/xed/bilder-presse/060201-anzeiger.gif). Vor allem konnte als Ziel erreicht werden, neue Interessierte für unseren Kreis zu gewinnen, z.B. meldete sich einige Tage später aufgrund eines Zeitungsberichts Manfred Steiner, der spätere Landtagskandidat der ED-Linken.

Welche Fragen sich aber aus dem Fall Mayr-Wirt ergeben?

Etwa dem Zusammenspiel lokaler Politik und Wirtschaft (Sichtbar z.B. in den Funktonen als Vorsitzender (Wirt) bzw. stellvertretender Vorsitzender (Bürgermeister) des Fremdenverkehrsvereins)?

oder ob es ganz legales Mittel ist, Menschen anderer politischer Anschauung auch im eigenen Kreis zu diskreditieren und zu isolieren?

- Medien, Nichtbeachtung von Presseberichten,
und wieso FW, Grüne und FDP davon profitierte

Zwar waren unsere Veranstaltungen zur Gesundheitspolitik (Dr. Kaiser) sowie zur Rente (Klaus Ernst, Otto W. Teufel) gut besucht, allerdings nur Klaus Ernst war einen Redakteur (der SZ) wert. Gerade Dr. Kaisers Plakattafeln blieben damit das einzige Zeugnis im Lkr. ED für Kompetenz der Linken in der Gesundheitspolitik.

In den Medien dominierte das Thema statt dessen in Seiten langen Artikeln aber der Kandidat der Freien Wähler, Dr. Wolfgang Krombholz, der damit recht genau den Standpunkt der Linken vollkommen abdeckte, etwa in dem er den Film SICKO präsentierte, welcher ein apokalyptisches unsoziales Bild des amerikanischen Gesundheitssystem zeigt, um dieses auf Deutschland samt Korruptionsparallelen zu Lobbyisten und Politikern und einen Ausverkauf des Gesundheitswesens zu projezieren. Während dem einen (Dr. Kromholz) alle Schlagzeilen gehörten, um sie im konservativ-bürgerlichen Lager (zweitliebster Koalitionspartner der CSU) zu halten, blieben Berichte der Linken mit nahezu identischen Inhalten (Dr, Kaiser, siehe hier) völlig unbeachtet.

Und selbst vom Kernthema Billig-, bzw. Mindestlohn blieb der Linken in den Regionalmedien kaum Platz. Auch wenn wir bereits im Juli 2006 als Erdinger Linke das Thema besetzten (siehe hier), 2008 wurde plötzlich der Grüne Jens Ehrlicher zum Anwalt gegen Billiglohn ausgerufen, obwohl Die Grünen bis dahin als Regierungspartner der Schröder-Ära mit der Agenda-Politik den Wettbewerbdruck des immer Billiger und den wachsenden Unterschied zwischen Oben und Unten erst ermöglicht hat. 
Bizarr, wenn man als Wahlkämpfer dann auch noch von genau diesen Umständen inkl. Arbeitsbedingungen unmittelbar als FMG-Beschäftigter betroffen ist, während dem anderen aber die Schlagzeilen gehören, und dieser dafür auch noch die Stimmenernte einholt. 

Bei der Diskussion zur Dritten Start- und Landebahn ging der eigene Standpunkt vollkommen unter, grade in den Umlandkommunen des Erdinger Landkreises, in denen die FDP als Befürworter aus wirtschaftlichen Interessen wegen so gut abschnitt. Wieso setzte sich der FDP-Standpunkt nicht besser in den Umlandkommunen im Lkr FS durch? Man Vergleiche nur FDP- und Links-Ergebnisse von Attaching, FS (FDP: 5,6 %, Linke: 6,8 %) mit dem von Oberding, ED (FDP: 10,1 %, Linke: 3,1 %).

Wenn unser Standpunkt schon so schlecht über die regionalen Medien vermittelt wurde, vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, diesen in den Orten besser zu plakatieren; also z.B. "mit Billigjobs zur 3. Startbahn?" ..., um zu zeigen, dass der Airport lange nicht mehr die von FDP und auch CSU beworbene positive Jobmaschine ist, und damit gerade der FDP das Wasser abzugraben.

Zum Thema der dritten Start- und Landebahn wird selbst der NPD mehr Gewicht beigemessen. Da  fragt am 13.09.2006 der  Redakteur des Erdinger/Dorfener Anzeiger A. Renner im Bericht „Dritte Startbahn: Kampf gegen mehr Fluglärm - Der Widerstand forciert sich“ neben Grünen, SPD und CSU auch die NPD, und bietet dieser damit eine öffentlichkeitswirksame Plattform, der dann mit folgender Passage endet: „Ein klares Nein zum Flughafenausbau sagt auch der NPD-Kreisverband Freising-Erding-Ebersberg. Eine dritte Startbahn wäre eine ‚umweltpolitische Katastrophe für das Umland’, so der Kreisvorsitzende der Rechtsextremen, Robert Dietrich.“
Aus welchen Gründen hier die NPD zu Wort kommt wissen wir nicht (ich zitiere hier das "Bündnis gegen Nazis Dorfen"). Weder stellt die NPD in unserer Region eine relevante politische Kraft dar, noch hat sie sich jemals auch nur den kleinsten Verdienst im Widerstand gegen das „Monster im Moos“ erworben. Allerdings kann sie sich mehrere Neonazi-Aufmärsche in Dorfen, das Schüren von Rassismus und Antisemitismus und die Verherrlichung des NS-Systems auf die Fahnen schreiben.
Frägt man so jemanden nach seiner Meinung zur dritten Startbahn?
Der Grad an Unbedarftheit, mit der hier der Erdinger/Dorfener Anzeiger die größte neofaschistische Organisation der BRD behandelt, ist kaum zu glauben. Spätestens der Wahlerfolg der NPD in Sachsen 2004 führte jedem, der es wissen wollte, vor Augen, wie sich die NPD über lokale und regionale Themen zurück ins politische Geschäft bringt. 
Kann oder will die Redaktion des DA das nicht zur Kenntnis nehmen?
Die  Berichterstattung des
Erdinger/Dorfener Anzeiger zeugt nicht nur von beispielloser Ignoranz gegenüber diesen neonazistischen Strategien, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, dass die NPD als politische Kraft akzeptiert und „salonfähig“ gemacht wird. Denn viele Leser werden folgenden Schluss ziehen: Die NPD kann soo schlimm ja gar nicht sein, wenn sie schon im DA zu lokalpolitischen Themen Stellung nehmen darf.

 

- in Erding allein zu haus: große Eigenleistung

Immerhin war gegen Ende des Wahlkampfes noch Klaus Ernst in Erding - womit sich immerhin ein guter Pressebericht ergab.

Wo aber waren andere? Erding ist inzwischen immerhin ca. 35.000 Einwohner groß, damit eigentlich auch bedeutend genug, um von bayrischen Spitzenpolitikern nicht übersehen zu werden - so denkt man! Wo also war etwa der bayr. Spitzenkandidat Schmalzbauer? Von München aus hätte er nicht mal eine Stunde ins nahe Erding gebraucht !?

Wie klein man unsere Möglichkeiten einschätzte zeigt, dass uns Wahlkampfhelfer aus Hessen zugesagt wurden. Wie chaotisch der Wahlkampf auch vom Bund aus organisiert wurde zeigt, dass kein einziger Hesse gesichtet wurde. Wie groß immerhin unser Einsatz war, dass wir einen Großteil unserer Flyer dann selbst in den letzten Tagen noch verteilt haben.

Riesig die Plakatierungsaktionen innerhalb des Erdinger Stadtgebiets (Dr. W. Doster) und ein kaum zu toppendes Engagement an den Dauer-Info-Ständler Manfred Steiner!

Zu hoffen, dass mit dem rel. guten bayrischen Ergebnis der 4,35 % über die Wahlkampfkostenerstattung künftig eine professionellere Organisation ermöglicht werden kann.

 

Quellen, Ergebnisse, Links:

http://wahl2008.kreis-ed.info/wahlen/landtagswahl_2008/Erding_Erding_Erding.html
http://wahl2008.kreis-ed.info/wahlen/bezirkswahl_2008/Erding_Erding_Wartenberg.html?stimmbezirk=alle
http://www.lra-freising.bayern.de/wahl08_2/wahlen/Landtagswahl_2008/Freising_Freising_Freising.html?landkreis=Freising&gemeinde=Freising
http://www.landtagswahl2008.bayern.de/taba099.html
http://www.spiegel.de/flash/0%2C5532%2C18976%2C00.html
http://www.wahlrecht.de/forum/messages/40/3174.html?1222719986
http://www.bezirkstagswahl-oberbayern.de/
http://www.landtagswahl2008.bayern.de/taba2990.html
http://www.bezirkstagswahl-oberbayern.de/n_Links/links_start.html
http://www.bezirkstagswahl-oberbayern.de/
http://www.landtagswahl2008.bayern.de/tabz1901102.html
http://www.landtagswahl2008.bayern.de/taba0999.html

über xED:
http://www.erding-life.de/xed/btwahl2005.html#landkreis
http://www.erding-life.de/xed/btwahl2005.html

wolfgang doster frägt ewin schurer:
http://www.abgeordnetenwatch.de/ewald_schurer-650-6029.html

ver.di-frage: wie stehen die parteien zum bvd... (eigen-linke darstellung über j. schleipfer):
http://www.verdi.de/muenchen/fachbereiche/fachbereich_11_verkehr/bodenverkehrsdienst_fmg