Der Oppositionsführer

Walter Koppe, am 27.01. für xED

 

Hans Egger erweist sich nicht nur in der Politik von seiner sportlichen Seite. 
Egal ob als Handballer bei der SpVgg Altenerding, als Fussballer beim inzwischen zur Legende zerronnenem SC Erding, und selbst heute noch als Freizeit-Eishockey-Crack auf dem Krontaler Weiher - überall gibt Johnny Egger ein Bild ab, das sich sehen lassen kann. Und natürlich nutzt er wie eben jetzt wieder beim Penalty auch als Listenführer von "Erding Jetzt" die Schwäche des Gegner gnadenlos. 

Der Gegner in der Politik hat für Johnny Egger längst ein Gesicht. Allerdings keines, gegen das man sich leicht reiben kann, denn "Die SPD hat ihr Gesicht verloren", so titelte der Erdinger Anzeiger am 27.01.. Im Bericht wirft der Kaufmann Egger und sein Scorer Ballbach der SPD vor, sich an die CSU verkauft zu haben, für die Posten eines 3. Bürgermeisters, eines 3. Landrats, ...  
- Existiert damit nun also in Erding wie in Berlin die selbe große Koalition? 
- Und fühlt sich Johnny Egger damit nun als Viel-Wind-in-allen- Gassen-Möchtegern-Oppositionsführer Guido, oder gar als Robin Hood Gregor, also als Vertreter der Kleinen und Enterbten?

Doch so wie in Berlin Kanzlerin Merkel mit einer robusten Mehrheit die SPD im Zaun zu halten sucht, verhält sich auch Bürgermeister Max Gotz instinktiv geschickt als Strippenzieher, der am liebsten alle Optionen offen hält, um unabhängig vom Parteibuch jede potentielle Konkurrenz möglichst einzubinden. Dagegen tun sich selbst erfahrene Haudegen wie die Schmidts (SPD), Kuhns (Grüne) und Bendls (ödp) schwer, die ihre marginalen Nebenrollen in Stadtratsitzungen doch allesamt sehr berechenbar herunterspulen. 

Nur einer wird am Ende dieser Stadtratsitzung nochmal nachfragen. 
"Herr Bürgermeister, wissen Sie, ob Ihr morgiger Pressetermin am Münchner Flughafen zum Thema Ringschluss-Varianten öffentlich ist?" - Immerhin einer würde sich gerne selbst ein unabhängiges Bild darüber machen, hätte gern mehr Transparenz und die Öffentlichkeit mit dabei, wenn die momentane Situation weitergegeben wird - Hans Egger! 
Doch dann stellt Gotz klar. Die morgige Einladung gelte nur für ihn selbst. Und auch die Presse ist morgen nur vorausgewählt. 

- Diese wäre ansonsten ja frei.