Kann die "Münchner Sicherheitskonferenz" einen wirksamen Beitrag zum Schutz vor militärischer Gewalt leisten?

Kommentar von Walter Koppe, am 08.02.09 für xED

 

Geht es bei der Sicherheitskonferenz nun um Schutz vor militärischer Gewalt, oder darum, diese innerhalb derartiger Aktivitäten erst zu ermöglichen, wie zuletzt in Ex-Jugoslawien, Irak, Afghanistan, ...?

Neben Vertretern der etablierten Politik (CDU/CSU/SPD/FDP/Grün) waren denn auch in diesem Jahr vor allem wieder Vertreter der Rüstungslobby eingeladen.
Bezeichnend hier auch das Demokratieverständnis der Organisatoren. Als der Bayerische Rundfunk ein Interview mit Horst Teltschik führte, meinte dieser: „Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten darf .... In Diktaturen würde so etwas nicht passieren“. - Ein Zufall, dass dann auch keine Vertreter der Linken eingeladen wurden?
Dass dann gerade Henry Kissinger den diesjährigen Preis der Sicherheitskonferenz erhielt (die Verweigerungshaltung der Europäer gegen den Bush-Krieg nannte er "europäische Krankheit") scheint in diesem Zusammenhang genauso passend, wie dass in Bayern erst kurz vor der Konferenz die  Versammlungsfreiheit eingeschränkt wurde.
Die Entwicklung in den USA läuft derzeit immerhin genau entgegengesetzt, wenn Obama etwa ganz bewusst alle Menschen einzubeziehen sucht, um sie zu ermuntern, sich ihr eigenes Bild zu machen, oder wenn dieser Managergehälter beschränkt, ...
Dass am 07.02. dagegen nach München neben der Bundeswehr ganz massives Aufgebot der Polizei (ca. 2.000 Mann) aus Duisburg, Wuppertal, Aachen, ... herangekarrt wurde, vom Steuerzahler finanziert,
dass die Medien zuvor sehr einseitig gegen die Demonstration Stimmung machten,
dass auch danach weder über die Kritiker noch über deren Motive berichtet wurde, bis auf: "fünf Festnahmen beim schwarzen Block".
- Zeigt das nicht alles den Widerspruch zwischen selbstgestrickten Anspruch und Wirklichkeit?

Um so bemerkenswerter immerhin, dass wohl kaum zuvor in München so viele junge Menschen (insgesamt ca. 5.000) beim Demonstrationszug dabei waren.
Man kann das für ein wunderbares Zeichen halten, denn je weniger sich Menschen von einer bestehenden Propaganda manipulieren lassen, statt dessen ohne irgendwelche geistigen Leitplanken selbständig zu denken beginnen, desto eher entwickeln sich überall auf der Welt demokratische Gesellschaften.
Je mehr Menschen ihren eigenen Geist entwickeln, miteinander reden und diskutieren lernen, desto weniger notwendig werden Führer, Waffen, Rüstung, und sog. von oben gelenkte Sicherheitskonferenzen, die in Wirklichkeit ihrer Lobbies wegen schon immer ganz andere Interessen verfolgten als die Menschen, die die Einsätze zu bezahlen haben.

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