quo vadis Grüne?

Im Saarland ist nun also genau eingetroffen, wovor Die Linke um Lafontaine im Wahlkampf gewarnt hatte, nämlich: "Wer Grün wählt wird sich Schwarz ärgern".
Der Grünen-Chef Herbert Ulrich fühlte sich von den Linken durchschaut, reagierte höchst gereizt und zu tiefst verärgert - und wählte wie von Lafontaine vorausgesagt ...
Daniel Cohn-Bendit bezeichnete den Grünen-Chef in der taz vom 13.10.09 als "zweifelhafte Persönlichkeit" und "Mafioso", der Bundessprecher der Grünen Jugend beurteilte Ulrichs Beschluss als "fatal", weil sich dieser nicht auf Inhalte, sondern allein auf die Person von Linken-Chef Oskar Lafontaine festgeschossen hat.
Als ehemaliger Grüner frage ich mich, wie derlei Kritiken bei jenem Grünen Rest ankommt, die ähnlich wie ich einmal aufgrund "hehrer Ansprüche" und der durch sie vertretenen Persönlichkeiten den Grünen beigetreten sind, heute aber immer weniger wissen, für was die Grünen einstehen? Auch für "AKW - nein Danke" gibt es längst keinen Alleinvertretungsanspruch mehr - vor allem wenn man nun auch über den Bundesrat die neoliberale Regierungs- inkl. deren Atom-Politik weiter stärkt.
Die Grünen scheinen auch wenig aus dem Debakel der SPD lernen zu wollen, d.h. man verliert weiter an Profil. Nach Agenda 2010 und Kriegseinsätze nun die Frage: Links, was ist das ?
Woher sich wohl Politikverdrossenheit entwickelt ?
Auf dem Weg sich profillos und auswechselbar zu machen wie eine matschis'ierte SPD, könnte nun auch die Öko-Partei den Weg eingeschlagen haben, in Richtung Komposthaufen bundesdeutscher Geschichte.

Siehe auch: Jamaika-Sumpf an der Saar (Stuttgarter Zeitung)

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