Ärzte verlassen das Kreiskrankenhaus ED

 - über Ursachen und Nebenwirkungen der Privatisierung

 


Walter Koppe (Linke) und Dr. Lehmer (CSU)                 in den Fängen der Privatisierung

retuschiert - Beschäftigte haben Redeverbot 

bitte unterstützt die Petition der Rentnerinnen- und Rentner Partei gegen die Privatisierung des Erdinger Kreiskrankenhaus und gegen die Kündigung des Chefarztes Dr. Weigel - HIER

Die Befürchtungen, die ich zuletzt als Bundestagskandidat der Linken am 27.08.09 im Rahmen der DGB-Diskussion in Ebersberg bzgl der Privatisierungsproblematik beim Kreiskrankenhaus Erding öffentlich zu machen suchte (Link zum Original-Bericht, wesentlicher Auszug daraus unten) und welches CSU-Abgeordneter Dr. Lehmer damals mit Entschiedenheit zurück wies, scheint sich weiter zu bestätigen.

Während die schreibende Presse damals mit keinem Wort auf eigene Bedenken einging, wird diese inzwischen von den konkreten Auswirkungen eingeholt, so dass die Erdinger SZ den überraschenden Rückzug leitender Ärzte (Chefarzt Bernhard Weigel und Abteilungsleiterin Eva-Maria Buchholz) mit "Die Welt ist keineswegs in Ordnung" betitelt, und es als Alarmzeichen wertet, denn auch Ärzte und Pfleger in den Kliniken "arbeiten über dem Limit". Damit scheint endlich auch eine breitere Öffentlichkeit zu merken, dass der wirtschaftlich ausgeglichene Haushalt beim Kreiskrankenhaus nur aufgrund eines viel zu schmalen Personalstands der straff privatwirtschaftlich geführten Geschäftsleitung möglich war.

Während Dr. Weigl hatte den Zuständigkeitsbereich im KKH Erding seit dem Jahr 2000 zu einer Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie, Sportmedizin, Wirbelsäulen- und Handchirurgie ausgebaut hat, und fast die gesamte, sehr beschäftigungsintensive Versorgung von Unfallopfern behandelt, war Frau Dr. Buchholz bei ihren Patienten sehr beliebt. 

Ist die Zeit nun vorbei, in der sich Ärzte und Patienten bisher für den "guten Ruf" für Erding entschieden? Erst vor einiger Zeit hatten sich Ärzte beim Vorstand der Sana-Klinik beschwert, sie könnten die Verantwortung von Behandlungsfehler nicht mehr übernehmen, da sie total überlastet seien. Doch davon möchte der Vorstand nichts wissen. Die Frage ist, wie lange die Öffentlichkeit noch im Unklaren gelassen werden soll. Eigentlich wäre eine Diskussion zum Thema längst überfällig. 

 

Auszug des eigenen Original-Berichts vom 28.08.09: 

"... Ich machte in Ebersberg sowohl allgemein, wie auch anhand konkreter Sachverhalte aufmerksam - auf die entweder gar nicht weiter eingegangen, oder einfach bestritten wurde (Dr. Lehmer), die ich in den nächsten Wochen des Wahlkampfes aber weiterhin ansprechen werde, etwa der Privatisierung des Kreiskrankenhauses Erding.

Am Folgetag bestätigte eine Bekannte, selbst im Erdinger Kreiskrankenhaus beschäftigt, mein Wissen bezüglich der weitgehenden Privatisierung, welche sowohl bzgl. der Beschäftigten, aber auch von Patientenseite ein ganz massives Problem darstellt. Zwar ist Landrat Bayerstorfer offiziell Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikverwaltungsrats, doch was die realen Befugnisse betrifft, scheint er eher wie ein "Kaiser ohne Kleider", so meine Bekannte.  

Der Grund, den tatsächlichen Stand durch derartige Kunstgriffe offiziell zu leugnen, sieht diese darin, dass Privatisierungen von Krankenhäusern (in Erding ist es die Sana-Klinik) von potentiellen Kunden (Patienten) inzwischen eine deutliche Negativwerbung darstellt, denn natürlich geht es damit ja um die zentrale Frage, was Vorrang hat: Gesundheit oder Profitinteressen?  

Und gerade Erding scheint sich hier immer mehr zur Negativspitze zu entwickeln, sowohl wie Personal, aber auch Patienten diesen Vorstellungen eines immer radikaleren Wettbewerbs unterworfen sind. So verlassen immer mehr Patienten das Krankenhaus, bevor eine tatsächliche Heilung eingetreten ist. Andererseits gibt es eine extrem hohe Fluktuation beim unzufriedenen Klinikpersonal. Eine Diskussion zur nachhaltigen Gesundheitspolitik aber existiert bis heute nicht - offenbar darf nicht sein was längst Tatsache ist: Solange wird es auch unmöglich sein, Beschäftigte zu finden, die sich offiziell äußern dürfen - und auch deshalb nur ein retuschiertes Foto zu Gesprächen, welche sich gerade um dieses Thema handelte. 

Das Kreiskrankenhaus in Erding ist nur eines von mehreren Krankenhäusern, welches derzeit Mitglieder der Linken, inkl. Bezirkstagsabgeordnete abstecken. ...". Gerade weil jeder Bürger auch ein potentieller Patient ist, handelt es sich um keine Geheiminformationen, sondern um Themen von öffentlichem Interesse ! 

Walter Koppe, xED

-