"betriebsratsverseucht" 
- Unwort des Jahres 2009 - auch in ED ?


"Betriebsratsverseucht" ist das Unwort, das die sprachkritische Jury für das Jahr 2009 gewählt hat. 
Im Bild ihr Sprecher Horst Dieter Schlosser
In der Jury saßen neben den vier ständigen Mitgliedern - Sprachwissenschaftler verschiedener Universitäten - der Redakteur der "Frankfurter Rundschau", Stephan Hebel, und der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach.

Ein Ausdruck im Umgang mit Mitarbeitern ist zum Unwort des Jahres 2009 gewählt worden, und landete noch vor den Begriffen "Flüchtlingsbekämpfung", "intelligente Wirksysteme" und "Bad Bank".

Das Wort "Betriebsratsverseucht" wurde erstmals in der ARD-Sendung "Monitor" am 14. Mai 2009 gebraucht, in der ein Mitarbeiter einer Baumarktkette von Abteilungsleitern berichtete, die den Begriff verwendeten, wenn ein Mitarbeiter zwischen einer Filiale mit Betriebsrat und einer ohne Betriebsrat wechseln wolle.

xED hat nachgeforscht, wie es vor Ort aussieht; dabei festgestellt, auf welche Weise selbst die regionale Presse als praktisches Werkzeug eingespannt wird, Meinung gegen die Mitbestimmung innerhalb einer regionalen Baumarktkette zu machen. 

Ob dem Redakteur der Erdinger Zeitung im April 2007 aufgefallen ist, dass den Beschäftigten kaum etwas anderes übrig blieb, als sich für ein Gruppenfoto auch noch "bitte recht freundlich" zur Verfügung zu stellen? Die oben zitierte Panorama-Sendung wäre jedenfalls ein deutlicher Beleg für diese Vermutung.

 

Selbiger Redakteur war im Mai 2006 gegen die ver.di-Liste zur Betriebsratswahl am Münchner Flughafen aktiv - und letzten Endes auch erfolgreich !

So ließ der Hauptkonkurrent der ver.di-Liste, Graßl, im Wahlkampf massiv die Wände der Aufenthaltsräume mit Berichten des Redakteurs bekleben. Schlagzeile: "Grassl lässt sich nicht mundtot machen". Der Bericht kam im Stil des mutigen Davids (Graßl) gegen den Anführer der ver.di-Liste (Goliath Krüger) daher (Die Realität ist übrigens dank bestimmter Vorteile eher entgegen gesetzt.   
Nach der Wahl gehörte der Redakteur zu Graßls ersten Gratulanten, der den neuen BR-Vorsitzenden interviewte - Motto: "die fetten Zeiten sind vorbei!". 
Als Krüger danach gegen Unregelmäßigkeiten im Wahlkampf klagte, war der selbe Redakteur dann meilenweit von Schlagzeilen entfernt wie: "Krüger lässt sich nicht mundtot machen"
statt dessen titelte er nun: 
"Ohne Klage geht die Kuh (Krüger) nicht vom Eis", um seine Meinung im nebenstehendem Kommentar: "Ins Abseits manövriert" nochmal selbst zu bestätigten. Und dann natürlich in der Wortwahl logisch angemessen: 
"Amtsgericht schmettert Klage ab!".

 näheres zur BR-Wahl 2006 - hier-

... doch letztendlich gab es eben nicht nur das Münchner Landesarbeitsgericht, mitsamt der lokalmedialen Couleur. Statt dessen urteilte das Bundesgericht Ende 2008: "Neuwahlen !"

 

Zur BR-Wahl 2009 hatte sich das konservative Heimatblatt ausreichend disqualifiziert, und anstatt "ver.di-soll sich raushalten" hing in den Aufenthaltsräumen der Beschäftigten diesmal ein Vorbericht der ARD-Sendung Monitor zum Thema Billiglohn und Leiharbeit, welche von mir selbst initiiert am 16.09.09 zwei kurz zuvor gekündigte ver.di- Betriebsratskandidaten einschloss - eine Punktlandung mitten hinein in die BR-Wahl. Mit entsprechender Wirkung!

Während die Listen der ver.di-Gegner die Hälfte ihrer BR-Sitze verloren, und selbst FMG-Hausherr Horst Seehofer in Erklärungsnot kam, gewann die ver.di-Liste beinahe die absolute Mehrheit. näheres zur ARD-Sendung, sowie zur BR-Wahl 2009 - hier-

 
ARD-Sendung Panorama

 

aus einer ganzen Reihe weiterer Erfahrungen,    
dem ganz speziellen Netzwerk zwischen regionaler Politik und regionalen Medien

entsteht derzeit (2010) ein Roman
"Meinung für alle - Auftragsarbeit"

Der Autor ist nebenbei Initiator der Pendler-Mitfahrzentrale MiFaZ - siehe hier


60 Seiten zum Einlesen

 

 

Walter Koppe, xED
siehe außerdem: xED-Bericht: Mediendemokratie