Beate Jenkner & Wolfgang Seidel


- zwei besondere Gäste
bei der Mitgliederversammlung der Erdinger / Ebersberger Linken 

 


Wolfgang Seidel und Beate Jenkner

Die Mitgliederversammlung der Erdinger und Ebersberger Linken am 11.02.2010 hatte mit der Bezirkstagsabgeordneten Beate Jenkner und dem Mitglied im Ortsverband München-Süd, Wolfgang Seidel, zwei besondere Gäste eingeladen.

Wolfgang Seidl kam über die Junge Union zu den Linken. Für den Selbständigen,  der als überzeugter Keynesianer die Wirtschaftspolitik gern ins Zentrum der Diskussion rückt, war der Mitglieder-Kauf im Fall Hohlmeier-Strauß, das Gebaren der CSU um Postenschacherei, wesentliches Motiv seiner politischen Neuorientierung. Von der eigenen Bevorteilung ist es nicht mehr weit zur falschen Politik, wenn anstatt Politik für die Menschen lieber Klientel-Politik betrieben wird. 
W
er noch einigermaßen fähig ist, die Zusammenhänge der wirtschaftlichen Zusammenhänge aufzunehmen, landet schließlich fast zwangsweise bei den Linken, so urteilt Seidel heute. Zeitgleich mit ihm wechselten 2008 übrigens eine ganze Reihe CSU-Mitglieder zur Linken, etwa Thomas Jaud, heutiger KV-Vorsitzender im Allgäu, der Passauer Schuldirektor Joseph Wandl, oder der Freisinger Bankangestellte Peter Aschenbrenner.
Die CSU aber hat das bis heute noch nicht realisiert. Amüsiert berichtet Seidel von jener Podiumsdiskussion des Jugendparlaments, auf der der CSU-Gegenkandidat ihn als Ex-SED'ler bezeichnet hatte, und dann vom FDP-Kandidaten darauf hingewiesen wurde: "Der war mal bei Euch", was dem CSU'ler einen deutlich hörbaren Fluch entlockte. Für das jugendliche Publikum war die Situation damals jedenfalls eine Pfundsgaudi.

Beate Jenkner gehört zur noch dünnen Schicht der bayrischen Linken, die tatsächlich einflussreiche Stellen besetzen. Seit der Landtagswahl im September 2008 gehört sie zusammen mit Dr. Klaus Weber dem Oberbayrischen Bezirkstag an.
Durchaus spannend, was Jenkner hier zu berichten hat. Da geht es um Transparenz und Akteneinsicht, um Offenlegung und Rückzahlung unzulässiger Sitzungsgelder beim Kooperationsausschuss zwischen CSU und SPD, da geht es um den Einsatz von HartzIV-Kräften als Pflegeassistenten, um die Bewerbung von München/ Garmisch-Partenkirchen um die Olympischen Spiele, ...
Für den Lkr. Erding besonders unerfreulich ist die Situation der Forensischen Klinik im Bezirkskrankenhaus Taufkirchen. Der KV Erding/Ebersberg unter Manfred Steiner und Walter Koppe hatte Beate Jenkner über die Problematik informiert, diese befragte Patientinnen und Patienten sowie die Klinikleitung, und stellte Willkür, Überbelegung, einen Mangel an vernünftigen Therapieangeboten, sowie ungeklärte Todesfälle fest und lud Betroffene und Angehörige im Oktober 2009 zur Bezirkstagsitzung ein. Auf diese Weise ist es Jenkner und Dr. Weber durch Anträge und Anfragen schließlich gelungen, den CSU-dominierten oberbayrischen Bezirkstag u.a. dazu zu bewegen, die geltende Praxis am BKH kritisch zu überprüfen. 

 

Bericht & Foto: Walter Koppe, xED