Wieso würden
hauptsächlich Wähler der Linken eine Sarrazin-Partei wählen? Kommentar zur Woche
zu einer Umfrage von emnid - die auf yahoo-clever gestellt wurde
die
argumentation, wie sie von manchen hier geführt wird, läuft in wirklichkeit
anders herum - dann macht sie
sogar sinn.
ich
hab in meinen beiträgen immer wieder darauf hin gewiesen, dass gerade die
unterschicht gegeneinander ausgespielt wird. hartzIV gegen billiglohn,
leiharbeiter gegen tarifvertraglich beschäftigte, ... - ich bin direkt
betroffener, (siehe http://www.mucarbeiter.de )
und kenne dieses spielchen.
genauso betrifft das inländer gegen ausländer, weil all die verschiedenen
schichten auch noch in ähnlichem millieu benachbart sind, auch hier oft in
konkurrenz - ein westerwelle oder der reiche erbe einer villa am starnberger see
ist weit von sozialen brennpunkten entfernt - diejenigen können sich eine
tolerantere sichtweise gut leisten, weil sie im richtigen leben gar nichts damit
zu tun haben.
zwischen den einzelnen betroffenheitsgruppen dagegen ist man grad innerhalb
sozialpolitisch schwieriger zeiten (arbeitsmarkt) auch direkter konkurrent, was
das wohnumfeld betrifft. dass dann der ein oder andere potentielle links-wähler
sarrazin mit seinen thesen recht gibt, hat leider überhaupt nichts verblüffendes!
jedenfalls seh ich seit langem die problematik, dass die unzufriedenen eher gar
nicht mehr zur wahl gehen, weil sie von der politik insgesamt irritiert sind.
dieses phänomen ist längst bekannt. wäre die unterschicht bei der letzten
bundestagswahl so geschlossen zur wahl gegangen wie die klientel der fdp, dann hätte
die zwar nicht zu 100 %, aber sicher zum großteil links und evtl. grad noch spd
gewählt - (sicher auch rechte parteien, siehe meine begründung), aber es wäre
heute ganz sicher keine CDU/FDP-regierung an der macht.
ich stelle mal folgende these auf: dieser regierung ist es ganz recht, dass sich
die unterschicht gegeneinander ausspielen lässt (mehr als in anderen eu-staaten
wie frankreich, spanien , griechenland, ...), denn je unsolidarischer eine
unterschicht, desto einfacher lässt sich politik für die oberen durchsetzen.
in einem solchen system müssen übrigens auch die medien gut eingebunden sein.
einerseits hilft da die philosophie von "brot und spiele" (am besten
jeden abend ein fussballspiel), auf der anderen seite feuert da roland koch
unliebsame journalisten (brender). wie schön deckungsgleich journalismus und
regierung inzwischen geworden ist, zeigt das beispiel von ex-chefredakteur
seibert, dem neuen regierungssprecher. - und dazu passt dann auch meine frage im
link unten, die ich erst vor einigen tagen gestellt habe ...
Walter Koppe, 09.09.2010siehe
http://de.answers.yahoo.com/question/index;_ylt=AhsG42dJ8Lt5l3SVB9FokID1Un1G;_ylv=3?qid=20100908135349AAX6wRa