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Anlässlich des Jahreswechsels 2008/09
hatte xED Winfried Kretschmer eben solche Fragen
gestellt (siehe xED-Bericht).
Der Wirtschaftsexperte, leitende Redakteur und Geschäftsführer des Erdinger Online-Magazins changeX,
welches sich gemäss Selbstverständis mit dem Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt,
sowie Autor u.a. von "Science goes Business",
hatte damals vielen Unternehmen Versäumnisse vorgeworfen, hatte den rauen Ton kritisiert, der in vielen Unternehmen
herrscht, die alltägliche Missachtung und Schikane, die viele Mitarbeiter
erleiden.
Kretschmers Hoffnung fürs neue Jahr 2009 war, die Unternehmen
würden Lehren aus
den Fehlern ziehen, denn obwohl sich 2008 alles aufs Monetäre konzentrierte, gab es gerade hier
die größten Fehleinschätzungen. Der Kreditsektor hätte sich zur
ökonomischen Massenvernichtungswaffe entwickelt, deren Auswirkung sich 2009 erst richtig
offenbaren könnte. Die Mitarbeiter, und die Menschen generell blieben dabei auf
der Strecke. Eigentlich wäre es nun ganz wichtig, hier gegenzusteuern,
innovative und kreative Menschen, Ideen, gerade auch unter den eigenen
Mitarbeitern zu fördern. Grundvoraussetzung dafür sei in den Chef-Etagen und
bei den leitenden Mitarbeitern mehr Mut, Offenheit und Toleranz im Denken, so
der Erdinger damals.
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Erdings Wirtschaftsexperte Winfried Kretschmer
stellte vielen Unternehmen bereits 2008 beim Umgang mit dem
Personal ein schlechtes Zeugnis aus
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Die gesellschaftliche Realität des nächsten
Jahres verlief allerdings vollkommen entgegengesetzt den Erwartungen Wilfried Kretschmers.
Das Wort "Betriebsratsverseucht" wurde von einer hoch qualifizierten Jury aus Sprachwissenschaftlern, Redakteuren und
Sozialethikern zum "Unwort des Jahres 2009" gewählt, noch vor Begriffen wie "Bad Bank". Kaum ein anderer Ausdruck hätte den Umgang mit
Mitarbeitern deutlicher machen können (zum xED-Bericht).
Interessant, dass das Unwort des Jahres erstmals am 14. Mai 2009 in der ARD-Sendung "Monitor"
in Verbindung mit einer Baumarktkette gebraucht wurde, als ein Mitarbeiter von Abteilungsleitern berichtete, die
den Begriff verwendet hatten.
Interessant deshalb, weil sich der Fall sehr gut im Erdinger Gewerbegebiet West ereignen hätte können. Lesenswert dazu das Rollenverständnis der
regionalen Presse (zum xED-Bericht).
Ins selbe Jahr gerieten auch die eigenen Erfahrungen beim Bodenverkehrsdienst am
Münchner Flughafen, und wurden zum bitteren Inhalt der ARD-Sendung
"Panorama" - beispielgebend für noch viele
ähnliche Fälle, etwa dem Fall Schlecker. Tarifvertraglich gekündigt,
sollte ich danach über eine Leiharbeiterfirma zur Billiglohnkonkurrenz
meiner ehemaligen Kollegen werden -
Extremschichtarbeit für 7,38 € / Std.
Funktioniert Wirtschaftswachstum nur
mehr über Reallohnverlusts und Einsparungen im Sozialsystem? Jedenfalls fand sich kurz vor der Landtagswahl in Bayern "Seehofers Sozialstaat" plötzlich des staatlich
geförderten Lohndumping konfrontiert (zum xED-Bericht).
Die Frage Kretschmers vom Anfang - in Richtung einer menschlich und
ganzheitlich positiveren Philosophie,
um darin auch innovative und kreative Menschen ins gesellschaftliche
System zu integrieren - selbstdenkende Kreative eben nicht als
Gefahr zu betrachten, und deshalb zu blockieren, sondern
zum Vorteil des Ganzen. Doch die Reife der Gesellschaft ist abhängig von denen,
die entsprechende Entwicklungen entweder als Gefahr für den eigenen Status Quo
betrachten (die typisch abwehrende konservative Grundhaltung) oder als Chance
zulassen (progressive Grundhaltung). Die eigenen Erfahrungen sagen aus: Wer
derzeit konstruktive Lösungen einbringt, gilt als Gefahr. Eine Art Zeugnis
als Kriterienkatalog für gesellschaftspolitisch Verantwortliche:
- Werden Vertrauen oder Missgunst geschaffen?
- Ist man auf Ausgleich bedacht, oder werden Gesellschaftsschichten
gegeneinander ausgespielt, um gesellschaftliche Unterschiede zu
vergrößern - auch des eigenen Vorteils wegen?
- Fördert oder reduziert es bestimmte Netzwerke der Abhängigkeit, Lobbyismus,
auch zwischen lokaler Politik und der regional öffentlichen Meinung?
Sendungen wie Panorama zeigen
die Möglichkeiten und Chancen von investigativen Journalismus. Auch wenn nicht im
eigenen Fall, so konnten manche Entscheidungen mit Hilfe des erreichten öffentlichen Drucks
immerhin rückgängig gemacht werden. Da wie bei Eisbergen allerdings nur der kleinste Teil
sichtbar ist, wären bei der breiten Basis ähnlicher Fälle die
regionalen Medien so wichtig.
Allerdings stehen gerade hier immer mehr
Journalisten nicht mehr auf Seiten der Menschen, sondern im Dienst mächtiger Interessen. Ein Beispiel
bietet die
monatlich erscheinende Hochglanzbroschüre
"M Dialog", der selbsternannten "Nachbarschaftszeitung" der
Flughafen München GmbH. Weniger dem ehrlichen Dialog zwischen Flughafen und der
sogenannten Airfolgsregion um Erding und Freising, und erst recht nicht der Verbesserung teilweise
erschreckender Arbeitsbedingungen der eigenen Mitarbeiter ist sie gewidmet, sondern dem
positiven Erscheinungsbild mit steten Jubelmeldungen,
wie "2010 wird ein Rekordjahr", um mit darin gesteuerter Information
gegenüber der Region die 3. Start- und Landebahn zu rechtfertigen - steigende
Umsatzzahlen, die in der Realität mit Billigflug und Billiglohn erkauft werden. Die beschäftigten Journalisten
sind dabei selbst Gefangene, haben nie die Funktion einer aufgeklärten und freien Berichterstattung, sondern sind
mäßig bezahlte Handlanger von Machtinteressen. Preise gibt es nicht für guten
Journalismus, sondern für möglichst gute Einflussnahme (siehe hier).
Gegen Ende dieser Rückschau zurück zur ersten Zeile, der dicken Überschrift dieses Artikels:
vom Misstrauen in der Politik, und jenen der jungen Garde der
Erdinger Union, welcher äußerlich so an den neokonservativen
Zwei-Meter-Mann Missfeld erinnert.
Numberger als Stellvertreter der politischen Macht im Rathaus am Ende des Jahres 2010
nutzt die seltene Gelegenheit der Selbstkritik - während eines sich selbst
feiernden Stehempfangs der Jungen Union. In dem Bericht der Erdinger SZ geht er aber dann doch lieber nicht auf eigene
Zuständigkeiten für dieses Misstrauen ein, zählt statt dessen lieber landespolitische Themen
auf, etwa die Pleite der Landesbank mit der sich dadurch ergebenden
kommunalen Finanznot, oder die Entscheidungen zur A94 und der
Laufzeitverlängerung (siehe hier).
Dagegen könnte
man zweifeln, ob derlei
Selbstkritik dann auch zur Folge hat,
künftige
Umweltpreise der Stadt Erding nicht auch weiterhin auf sehr fragwürdige Weise an die eigene
politische Lobby zu vergeben, also an den Bienenzuchtverein des benachbarten
Gemeinderats, oder den ehemaligen Stadtrat
und Initiator des Umweltpreises und seiner Pfarrei St. Martin
- und eben nicht das mit
Abstand erfolgreichste Projekt eines unabhängigen Selbstdenkers,
dessen Idee bereits einen gesellschaftlichen Nutzen von einigen Mio € eingebracht
hat (zum xED-Bericht),
inzwischen aber von HartzIV lebt. Die lokale Presse hatte wieder einmal
rechtzeitig beide Augen zugedrückt, um die
Öffentlichkeit im Dunkeln zu lassen; und zu zeigen: Die
ökologisch innovativsten Bürger kommen ohnehin aus Rathäusern und Kirchen.
Also liebe Leute, seid ruhig, und lasst Euch auch weiterhin brav von oben
herab regieren.
Auch ja, Numberger
ist nicht nur Vorsitzender einer traditionell-konservativen Partei, sondern sitzt auch im Vorstand des
hiesigen historischen
Vereins. Man könnte meinen, Erdings Vergangenheit mit inzwischen zwei
Heimatmuseen hat auch im Jahr 2011 mehr zu sagen als Erdings Zukunft. Wer die Frage nach gegenwärtiger Kultur und
Kommunikation stellt, könnte auch fragen, wieso das Konzept des Kultur- und
Bürgerhauses in der alten Post trotz Hunderten von Unterschriften kein Gehör im Stadtrat fand (zum xED-Bericht), oder wieso auch
der vierte Versuch der Reaktivierung des Stadttheaters an der Langen Zeile vor
einigen Tagen (am
18.12.2010) erfolglos beendet wurde. Fehlt es aufgrund der konservativen Tradition an Offenheit für
Neues, damit auch für die Bereitschaft zum Dialog, zur demokrartischen Transparenz, und
damit auch für
Bühnen? Wer nicht einmal spielerisch in neue Rollen schlüpfen kann, der wird
es auch nicht in der Realität versuchen. Wäre aber genau das zum Anfang eines
jeden Neuen Jahres nicht die sinnvollste aller Fragen: Quo vadis Erding?
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Jury zum Unwort des Jahres:: Sprachwissenschaftler verschiedener Universitäten,
Redakteure,
Sozialethiker, ..
 regionale Redakteure mischen sich in
arbeitsrechtliche Angelegenheiten - häufig nicht zugunsten der
Beschäftigten. Die Folge ...
... gekündigt mangels
ausreichender arbeitsrechtlicher Vertretung
- im Juli 2009 in der Panorama-Sendung der ARD
Journalismus als Auftragsarbeit
"Wir
haben verstanden" als Selbsterkenntnis eines Stadtrats auf Stehempfang der JU
?
Die Realität aber sind
nichtöffentliche Entscheidungen.
Den Umweltpreis der Stadt
Erding 2010 gewannen Stadt- und Gemeinderäte.
Die Teilnahme der MiFaZ wurde
verschwiegen. Dabei hat das xED-Projekt
aus Erding (oben: teilnehmende Kommunen,
zum Vergleich der Lkr. ED) bis heute 550.000 l Sprit,
1.400 t CO2, 830.000 € Spritkosten, 7 Mio.
Pkw-km = 50 Autos, ... eingespart.
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