Piratenpartei duldet ehemalige NPD-Mitglieder
- doch dulden das deren Wähler? 

Vor einigen Tagen wurde der hiesige Kreisvorsitzende der Piratenpartei, Valentin S. in Freising zurückgetreten, nachdem sich herausstellte, dass dieser zuvor schonmal das Amt des stellvertretenden Kreisvorsitzenden der NPD inne hatte. 

Ganz offensichtlich gibt es typische Muster bei Parteien, welche in den Regionen bisher kaum in Erscheinung traten, nun aber plötzlich gezwungen werden, sich ein eigenes Gesicht aufzusetzen, um mit Strukturen, Vertretern und Positionen ans Licht der Öffentlichkeit zu treten. Woher das alles plötzlich nehmen?

So verwundert es nicht, wenn PC-Freaks mit bis dato Null Bock auf Politik welche über die Freiheit des Internet hinausgeht, nun plötzlich im Rampenlicht auch der hiesigen Medien stehen, um über innen- wie außenpolitische Zusammenhänge, und erst recht der arbeitsintensiven Kommunalpolitik Flagge zu zeigen - dazu aber kaum einen vernünftigen Satz zustande bekommen; so wie kürzlich auch in Berlin geschehen, wo sich grade mal 15 Personen für eine Liste fanden, um sich hinterher allesamt im Berliner Senat wieder begrüßen zu dürfen, mit dem Wählerauftrag, dort erst einmal einen Selbstfindungskurs in Politik zu belegen. 
Ist es dann verwunderlich, wenn der plötzlich so wichtig gewordene bundesweite Parteienvorsitzende, ehemals CDU-Mitglied, eine Erklärung herausgibt, die ehemaligen Rechtsextremen vom Chiemsee bis zur Ostsee bei den Piraten zu dulden, um ihnen eine Alternative zu bieten - mangels eigener Alternativen?

Wie erklärt man das eigentlich den Wählern, falls diese wissen wollen, welchen Personen und Programmen man da eigentlich seine Stimme anvertraut? Oder ist das auch gar nicht so wichtig?
Man sollte eigentlich meinen, dass gerade wer gegen die Politikverdrossenen anrennt, zumindest die eigenen Parteienvertreter auf nicht allzu wackelige Füße zu stellen. 
Statt dessen scheint auch beim KV in Erding ein Programm erst mal nicht so wichtig. Stefan Lorenz, wie die anderen Mitglieder allesamt aus der Informationstechnologie, fällt dazu genauso wenig ein. "Und wenn schon", meint einer in der Männerrunde, "die in Berlin hatten doch auch kein Programm, und sind trotzdem gewählt worden". 

Wäre es ein Wunder, wenn man sich zwar linksliberal gibt, tatsächlich aber eher die Rechten die Schlagzeilen bestimmen, um dann tatsächlich eher von Rechts unterwandert zu werden?
Tatsache ist immerhin, dass für Wähler im eher linken Parteienspektrum eine eigentlich schon recht gute Auswahl an Parteien besteht (SPD, Grüne, Linke), welche allesamt im Bundestag vertreten sind, während dies für die Rechte nur Schwerlich der Fall ist, um damit gerade für Sympathisanten der NPD ein idealer Platz für Maulwürfe sein könnte.

Wer oder was also ist die Piratenpartei? Steht man eher links oder rechts, oder duldet man alles, solang die Partei nur einfach Zulauf an neuen Mitgliedern hat und von möglichst vielen gewählt wird? Falls ja, sind dann auch die Wähler nicht genauso beliebig und einäugig, wie es Augenklappen eben nicht besser zulassen?

Walter Koppe für xED