Von wegen: "Konkurrenz täte gut", SZ-Bericht vom 05.11.
 
Die im Bericht genannte Bayrische Oberlandbahn (BOB) ist eine Tochter des Veolia-Konzerns, welcher zuletzt wegen Privatisierungen beim Trinkwasser inkl. der Ver- und Entsorgung in die Schlagzeilen geriet. Der Film "Water makes Money" zeigte anschaulich, wie aufgrund kurzfristigen Renditestrebens die Wartung von Leitungen der Ver- und Entsorgung oft solange hinausgezögert wurde, bis riesige Wassermassen im Untergrund versickerte, die Kommunen letztendlich für ein Vielfaches der Kosten aufkommen mussten.
Aufgrund u.a. solcher Erfahrungen kippt der Trend vom Privatisieren inzwischen wieder in Richtung Rekommunalisierung, konkret was Veolia betrifft, geschah das erst vor wenigen Monaten mit Hilfe eines Bürgerbegehrens in Berlin.
Aber auch in anderen Bereichen, etwa bei Stadtwerken (siehe e.on), bei Krankenhäusern, oder auch beim Privatisieren der Bahn gilt, dass kurzfristige Kostenvorteile von der Allgemeinheit oft teuer erkauft werden. Es ist erst wenige Monate her, dass die Billiglöhne der BOB zu Streiks führten, und da aufgrund von Lohndumping die Binnennachfrage beim Handel der Region zurückgeht, sinken die Einnahmen für Gewerbesteuer in den Kommunen. Doch auch die Sicherheit beim Streckennetz leidet. Bereits heute werden Gleisreparaturen vermehrt von ungelernten Billiglohnarbeitern privater Leiharbeitsfirmen durchgeführt, während dafür ausgebildeten Fachpersonal reduziert wird. In England führte dies bereits zu tödlichen Unfällen.
Inzwischen erkennen immer mehr Menschen, dass die Rendite weniger Investoren zu oft auf Kosten der Allgemeinheit geht - sobald man nur etwas längerfristig rechnet, und dass auch neoliberale Hausmittelchen wie "Konkurrenzdruck" kein Allheilmittel sein kann - erst recht nicht für die betroffenen Menschen.
 
Sozialpolitisches Forum Erding