ATTACKE  IN  ERDING

volles Haus bei attac-Gründungsveranstaltung im Mayr Wirt

Auf der Schwarzen Tafel am Eingangsbereich wiesen die Buchstaben "Attack" ins Schützenstüberl nach unten - offensichtlich entgegen des Trends, was die Bewegung attac in Erding betrifft. Denn spätestens zwischen den ersten einleitenden Worten von Holger Oppenhäuser, dem Referenten aus Frankfurt war im Underground kaum mehr Platz; wurden immer noch ein paar weitere Stühle in den Raum gezwängt. Und natürlich war bei den fast 50 Zuhörern die eigentlich angedachte Vorstellungsrunde undurchführbar. 
Um trotzdem etwas über die Besucher zu erfahren organisierte Oppenhäuser, im Attac-Bundesbüro für regionale Neugründungen zuständig, eine Bewegungsübung, in der sich in der engen Räumlichkeit mal die eine Gruppe auf eine Seite des Raumes drängte, mal die andere; konkret jene, die schonmal Kontakt zu attac hatten, danach, die in Parteien aktiven. Das politische Spektrum von ödp, Grüne, SPD, Linke, Piraten und Freie Wähler, welches sichtbar wurde, sei durchaus attac-typisch, so Oppenhäuser. 
Dieser sollte sich auch zweieinhalb Stunden später sehr zufrieden über den Ablauf des Abends zeigen. Nachdem er allgemeine Infos der national und international agierenden Gruppe dargestellt hatte, war auch das letzte Stückchen freier Boden mit roten und blauen Zettelchen bedeckt. Die Teilnehmer hatten darauf Themen notiert, welche eine attac-Ortsgruppe behandeln könnte. Was an das Remake längst vergangener lokaler Agenda-Veranstaltungen vor 10 Jahren erinnert; und längst nicht mehr wie der erste zaghafte Versuch von attac, ebenfalls vor rund 10 Jahren, als sich im Heilig-Geist-Hof in Erding maximal 5 Personen zusammen fanden, sich mangels Masse kurz danach wieder auflöste (xED berichtete).
Die Zeit ist heute eine andere als im Jahr 2002, so eine Teilnehmerin. Und weiter: "Das Jahr 2012 ist Reif für Attac".

07.02 Thema: Geld sozial verantwortlich investieren, siehe hier

13.02. Gründung und Einteilung in Arbeitskreise, siehe hier

aus dem Notizzettel:
Wem nutzen Deregulierung und Liberalisierung?
Sind Nutznießer der Verschuldung die Privatisierer?
Welche Fragen werden in den Medien kaum gestellt, könnten aber von attac gestellt werden?
Damit verwandt die Forderung nach einer transparenten Demokratie.
Wofür könnte eine Tobin-Steuer eingesetzt werden? - für notleidende Menschen und zur Entwicklungshilfe oder für notleidende Banken, bzw. weltweite Solidaritätssteuer zur Lösung der Bankenkrise?

Eine gerechte Welt/Gesellschaft bedingt auch gerechte Löhne, Arbeitnehmerrechte, Grundeinkommen, ... jedenfalls keine Billiglohn-Menschen
- Info-Stände zu Tobin-Steuer, DAX, Krötenwanderung (Bankenwechsel) -> Veranstaltung im Feb., Spekulation mit allem was geht, auch mit Nahrungsmitteln - aber: Mit Essen spielt man nicht !

Agrarindustrie, Gen-Tec im Futtermittel

PPP bei Trinkwasser, Straßenbau (Flughafen-Tangente), Schiene (die Privatisierung der Münchner S-Bahn droht !)
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Wie geht's weiter?
demnächst über www.attac-erding.de !?
wichtig: Fortführung der Kommunikation, z.B. per Forum, Mailingliste, Treffen
Einbinden bestehender Netzwerke, Weitergabe interessanter Veranstaltungen
z.B. thematisiert das "Sozialpolitische Forum Erding" (SoPoFo) schon seit ca 1 Jahr
typische attac-Schwerpunkte, wie PPP (Trinkwasser, S-Bahn), Billiglohn,?
Themen des SoPoFo (siehe hier ) waren bisher: kommunale Tendenzen bei Leiharbeit, "Sinkende Lebenserwartung von Geringverdienern", "Landraub - ein neues Gerangel um Afrika", "Gerecht geht anders - gewerkschaftliche Alternativen zur neoliberalen Politik".
?
nächste Veranstaltung: 24.01.

Info-Weitergabe des Attac-OV-Neugründers Rainer Forster
- zuletzt Organisator einer Info-Veranstalungen zur Gen-Tec, siehe hier

Seit über 10 Jahren engagieren sich Menschen überall auf der Welt für eine Globalisierung hoher Sozial- und Umweltstandards – in Deutschland über 20.000 in rund 180 Attac-Regionalgruppen. Im Zuge der seit 2008 schwelenden globalen Wirtschaftskrise wurde weithin anerkannt, dass die Kritik, die hier formuliert wurde, Hand und Fuß hat. So ist die Gründungsforderung von Attac, nämlich die Einführung einer Finanztransaktionssteuer mittlerweile in der Rhetorik der Bundesregierung und anderer europäischen Regierungen angekommen. Umgesetzt ist sie bisher freilich ebenso wenig wie viele andere Vorschläge von Attac. Die aktuelle Politik wirkt vielmehr krisenverschärfend, ist sozial unverträglich und untergräbt die Demokratie. 
Attac schafft mit Aktionen Raum für Diskussionen und bringt frische Ideen in unsere vom schnellen Geld getriebene Welt. Viele Möglichkeiten sich zu engagieren bieten sich für Attacies an, die nun auch eine Gruppe in Erding gründen wollen und zu einer Informationsveranstaltung einladen. 
Was macht Attac eigentlich genau und welche Menschen machen mit, wie arbeitet Attac und wäre das etwas für mich? Ein Mitarbeiter aus dem Attac-Bundesbüro wird die Arbeitsweise, die Struktur und die Möglichkeiten die das Attac-Netzwerk bietet vorstellen und zeigen, wie die Arbeit in Regionalgruppen aussieht. Alle Interessierten sind willkommen, der Eintritt ist kostenlos. 
Im Anschluss an den Informationsteil sollen die ersten Aktivitäten der neuen Gruppe geplant werden. Auch dabei sind alle Interessierten herzlich eingeladen, Vorschläge zu machen, mitzudiskutieren und mitzuarbeiten. 
Wer zu diesem Termin keine Zeit hat, aber künftig gerne bei der Gruppe mitmachen möchte kann sich bei regionalgruppen@attac.de melden.

Walter Koppe für xED, 15.01.2012