Wahrend es sich über den schönsten Brunnen, aber auch über Architektur und Städtebau im Allgemeinen wunderschön streiten läßt, weil diese für lange Zeit erhalten bleibt, ist die Verhüllung der menschlichen Statik temporär,
ist Spielball modischer Schwankungen und eigener mehr oder weniger eitler
Vorstellungen - innerhalb xED wird dies gar per Mausklick möglich.
Wir befinden uns mitten in einer Revolution, welche seinen Ausgangspunkt im Bereich der sog. Neuen Medien längst genommen, und recht bald viele gesellschaftliche und auch kulturelle Werte in Frage stellen wird. Demnächst wird das, was gestern noch als Undenkbar galt, unser Leben bestimmen - ob wir wollen oder
nicht.
Nun, wo manches tatsächlich an die Mär vom Zauberlehrling erinnert, der das in seiner Laune Herbeigezauberte nicht mehr los wird, sei uns lediglich die schüchterne Frage erlaubt, wie jenes Ding denn eigentlich zu lenken sei - um schließlich nicht selbst davon überrollt zu
werden.
So wie neue Zeiten nach neuen Maßstäben verlangen, so wie es in Zukunft schwer sein wird, Berufs- und Privatwelt klar zu trennen und zu handhaben - Stichwort Telearbeit etwa, so wird es auch in der hiesigen, scheinbar noch wohl geordneten Provinz, für die Sicherheit, geordnete soziale Strukturen und Brauchtum samt Trachtenumzügen und Maibaumstehlen wesentliche Elemente darstellen, bald manch einschneidende Veränderung geben, werden nebst neuartigem Arbeitsplatz und Berufsbild im Multi-Media-Bereich mit abstrus klingenden Namen auch manch bis dato unbekannten Dienstleister entstehen lassen; und so stellt sich längst auch zwischen Isar und Isen die Frage, wie man sich all der neuen Perspektiven stellt; ob voraus- blickend, aktiv und ohne Berührungsängste die bietenden Möglichkeiten zu be- und evtl. auch zu ergreifen sucht, oder ob man abwartend eher die Abwehrstellung einnimmt, vielleicht alles Neue als Bedrohung empfindend, wie die Maus vor der Schlange in lähmendem Entsetzen auf den erlösenden Biß zu
warten.
Gerade die Jahrtausendwende böte die Gelegenheit, sich in aktiverer Form mit den neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, das enge Denken hinter den gewohnheitsmäßig aufgesetzten Scheuklappen abzulegen und den Blick auf den weiten Horizont vor uns freizugeben.
Beim bunten Themenfeld der Politik gibt
es längst zahlreiche Gruppen von Trendforscher, die sich für des Bürgers Meinung interessieren, uns allwöchentlich das ein oder andere Ohr hinhalten, mit dem Ergebnis, daß wir unsere Meinung in Form bunter Balkendiagramme an unsere
TV-Augen zurückprojeziert bekommen. Um unsere Sinne vollständig zu überfluten, folgt dann seit geraumer Zeit der Zauberspruch, daß nämlich all das gerade Berichtete auch per Internet über "http:www.irgendwie.de" abzurufen
sei.
Wir werden uns wohl noch daran gewöhnen, daß manche Info nicht der weiteren Verwirrung, sondern im
Gegenteil - der Orientierung dient.
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