2) Völlige Aufhebung des Nachtflugverbots während der WM 2006?
Die vom Organisationskomitee für die WM 2006 geforderte Aufhebung von Nachtflugverboten während der Zeit der Spiele ist nach Ansicht der Umweltreferentin der Stadt Erding, Roswitha Bendl eine unerträgliche Zumutung für die vom Lärm betroffene Bevölkerung in der Flughafenregion. Der Wunsch, dass Kicker und Zuschauer möglichst rasch in die Quartiere bzw. nach Hause kommen, müsse durch andere Maßnahmen sichergestellt werden. Die OK-Forderung, dass es für die "Charterlinien für Teams und Fans" keine zeitliche Einschränkung geben dürfe, sei aus Sicht der erheblich unter dem Lärm leidenden Gemeinden des Landkreises zu denen auch Ortsteile von Erding gehören zynisch und deshalb vehement zurückzuweisen.
Zwar wurde auch von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bei einem vorbereitenden Treffen von Vertretungen von Bund und Ländern diesem Ansinnen widersprochen und auch vom OK betont, dass Nachtflüge nach Mitternacht keineswegs die Regel, sondern allenfalls die Ausnahme sein sollen, dennoch befürchtet Bendl dass letztlich wieder Ausnahmeregelungen für alle möglichen Fälle geschaffen werden. Ihr Vertrauen in eine etwaige Rücksichtnahme auf die Interessen der Bevölkerung sei nach der Durchsetzung der neuen Nachtflugregelung auf jeden Fall auf dem Tiefpunkt angelangt.
Bendl fände es gut, wenn die Umweltreferenten und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden möglichst schnell energisch gegen die jetzt bekannt gewordenen Forderungen des Organisationskomitees protestieren würden. Dasselbe könne selbstverständlich auch jede/r einzelne tun. Auch über eine Postkartenaktion an das Organisationskomitee (dessen Chef Franz Beckenbauer ist) müsse nachgedacht werden.
Zur näheren Information vgl. den Artikel "Starts zu später Stunde" in der SZ vom 20.9.02