1) am 22.09.: kein autofreier Sonntag!

2) Völlige Aufhebung des Nachtflugverbots während der WM 2006?


1) Was tun, wenn der eigentlich am 22.09. angesagte autofreie Sonntag auf einen Wahltag fällt?

Frau Roswitha Bendl, umweltpolitische Sprecherin der Stadt Erding, hat uns dazu folgende Pressemitteilung weitergegeben:

"In die Stadt - ohne mein Auto"

Am Sonntag, 22. September 02 ist der europaweite Aktionstag "In die Stadt ohne mein Auto". Er bietet Anlass auf die vielfältigen Möglichkeiten hinzuweisen, wie wir unsere Städte durch weniger Abgase und zugeparkte Straßen umweltfreundlicher machen können. Im Mittelpunkt steht der Wunsch, den Bürgerinnen und Bürgern die Vorteile des Radelns, zu Fuß Gehens (Laufen ist gesund) und der Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs nahe zu bringen.
Dieser Aktionstag ist nach Mitteilung der Umweltreferentin in Erding nicht, wie mancher vielleicht gedacht hat, heuer völlig vergessen worden. Eher das Gegenteil ist der Fall - er wird zwar später, aber dafür doppelt und mit einem besonders erfreulichen Angebot nachgeholt.
Der Grund für die Verschiebung ist, dass der von vielen lang gehegte Wunsch, auch am Samstag in Erding "mobil ohne Auto" sein zu können, ab Dezember Wirklichkeit wird, wenn für den Stadtbus der Samstagsbetrieb gestartet wird.

Diese für Erdings Bevölkerung und Umwelt erfreuliche Tatsache wird Grund genug sein, an den zwei vorausgehenden Samstagen, nämlich dem 30. November und 7. Dezember kräftig dafür die Werbetrommel zu rühren. Deshalb plant die Stadt, dass man an diesen beiden Samstagen den Bus kostenlos benützen und testen kann, wie angenehm es ist, z.B. für Weihnachtseinkäufe "ohne mein Auto in die Stadt" zu fahren.

Für den kommenden Sonntag, so die Umweltreferentin, bleibt uns in Erding deshalb nur die Menschen aufzufordern: gehen Sie ins Wahllokal - ohne ihr Auto - und genießen Sie die Bewegung und die frische Luft, auch wenn das Wetter nicht besonders einladend ist!


2) Völlige Aufhebung des Nachtflugverbots während der WM 2006?

Die vom Organisationskomitee für die WM 2006 geforderte Aufhebung von Nachtflugverboten während der Zeit der Spiele ist nach Ansicht der Umweltreferentin der Stadt Erding, Roswitha Bendl eine unerträgliche Zumutung für die vom Lärm betroffene Bevölkerung in der Flughafenregion. Der Wunsch, dass Kicker und Zuschauer möglichst rasch in die Quartiere bzw. nach Hause kommen, müsse durch andere Maßnahmen sichergestellt werden. Die OK-Forderung, dass es für die "Charterlinien für Teams und Fans" keine zeitliche Einschränkung geben dürfe, sei aus Sicht der erheblich unter dem Lärm leidenden Gemeinden des Landkreises zu denen auch Ortsteile von Erding gehören zynisch und deshalb vehement zurückzuweisen.

Zwar wurde auch von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bei einem vorbereitenden Treffen von Vertretungen von Bund und Ländern diesem Ansinnen widersprochen und auch vom OK betont, dass Nachtflüge nach Mitternacht keineswegs die Regel, sondern allenfalls die Ausnahme sein sollen, dennoch befürchtet Bendl dass letztlich wieder Ausnahmeregelungen für alle möglichen Fälle geschaffen werden. Ihr Vertrauen in eine etwaige Rücksichtnahme auf die Interessen der Bevölkerung sei nach der Durchsetzung der neuen Nachtflugregelung auf jeden Fall auf dem Tiefpunkt angelangt.

Bendl fände es gut, wenn die Umweltreferenten und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden möglichst schnell energisch gegen die jetzt bekannt gewordenen Forderungen des Organisationskomitees protestieren würden. Dasselbe könne selbstverständlich auch jede/r einzelne tun. Auch über eine Postkartenaktion an das Organisationskomitee (dessen Chef Franz Beckenbauer ist) müsse nachgedacht werden.
Zur näheren Information vgl. den Artikel "Starts zu später Stunde" in der SZ vom 20.9.02