Landkreis CSU und MdB Obermeier schon vor dem Erdinger Volksfest in seliger Bierlaune und politisch nicht ganz bei Trost: Prost!
Da spricht der Landrat und CSU-Kreisvorsitzende mehrfach davon, dass Stoiber nun nicht nur König in Bayern sei, sondern auch Kaiser von Deutschland werden solle. Nachdem er dies nun mehrfach wiederholt hat, muss ich ihm schon entgegen halten, Kaiser ist nur einer, der heißt Beckenbauer und der hat bei der Feier zum 70. Geburtstag von Bundesinnenminister Otto Schily im Juli geäußert, dass er sich Schröder und Schily auch in den nächsten vier Jahren als Kanzler und Inneminister wünsche. Und Bayerstorfer muss sich auch klar machen, wenn der Bundeskanzler direkt gewählt werden würde, dann hätte sein "Kini" keine Chance.
Dem Erdinger Ortsvereinsvorsitzenden Max Gotz gefällt es nicht, dass die Erdinger Landtagsabgeordnete Dr. Hildegard Kronawitter als Heimatabgeordnete angesprochen wird ( was sie selbst nie in Anspruch genommen hat) und dass sie sich im Landkreis politisch kompetent einmischt. Die Erdinger CSU, ganz im Gegensatz zur weltoffenen Bevölkerung Erdings meint da, (wohl um Frau Kronawitter abzuqualifizieren) dass die in Erding verantwortlichen und lebenden Politiker keinen Rat aus München bräuchten. Wenn das nur nicht der Ministerpräsident hört, oder der Ministerrat, der doch in der Münchner Staatskanzlei entscheidet. Es wäre trotz alledem manchmal schon gut, wenn die Erdinger Politiker, insbesondere die von der CSU, Rat auch mal von auswärts annehmen und nicht nur in der eigenen Suppe kochen würden. Vielleicht hätten wir dann schon lange einen S-Bahn-Ringschluss oder einen vernünftigen Busverbindung zum Erdinger Flughafen oder eine Express-S-Bahn. In der FMG hat der Freistaat Bayern die Mehrheit im Aufsichtsrat und die CSU-Regierung könnte schon mal was für die Region tun. Wirklich tun, nicht nur immer wieder neue Ankündigungen vor den Wahlen ablassen.
Und der 'Freisinger"(!) Bundestagsabgeordnete Herr Obermeier hält es für hahnebüchen, dass die Erdinger Landkreis SPD und ihre Landtagsabgeordnete sich gegen die Isentaltrasse aussprechen und sich gegen die eigene Partei stellten.
1. Haben der Landesvorsitzende der BayernSPD Wolfgang Hoderlein, die frühere Landesvorsitzende und jetzige stellvertretende Bundesvorsitzende Renate Schmidt und auch Bundesinnenminister Otto Schily die gleiche Meinung wie die Erdinger LandkreisSPD, nämlich: dass die Entscheidung für die Isentaltrasse der A 94 ökologisch und ökonomisch falsch ist.
2. ist ja auch der Kreistag des Landkreises gegen die Isentaltrasse,
3. ist für die Trassenführung die CSU, genauer der Freistaat verantwortlich, denn der hat sie beim Bund beantragt, diese Entscheidung kommt aus München ( in dem Fall hätte Max Gotz ja ausnahmsweise recht) und
4. gibt es ja auch in der CSU unterschiedliche Meinungen nicht nur zur A 94, sondern auch zum Flughafenausbau, der 3. Startbahn und zum Fluglärm.
Und der Bürgermeister von Berglern Herr Knur, (CSU) hat recht wenn er den Widerstand dagegen organisiert und fördert. 'Das ist keineswegs hahnebüchen'. Hahnebüchen ist lediglich die Argumentation Obermeiers für den Transrapid: "Der ICE ist derzeit keine richtige Konkurrenz zum Flugzeug.Die schnellere Magnetschwebebahn könnte es aber sein" und er deshalb den Transrapid zwischen München und dem Flughafen für gut heiße.
Die Verwirklichung des Transrapid in Bayern würde soviele bayerische Mittel binden, dass der S-Bahn-Ringschluss, den wir dringend brauchen, nicht mehr gebaut werden kann, ja nicht einmal die Verbindung zwischen Erding und München verbessert werden kann.
Bei alledem kann man nur hoffen, dass der Engel Aloisius den Weg von München nach Erding findet und die hier lebenden CSU-Politiker mit himmlischen Manna versorgt und dabei die göttlichen Ratschläge (aus München oder woher auch immer) nicht im Festzelt vergißt.
Horst Schmidt SPD-Kreisvorsitzender 29.8.02