Richard Neveit, ein französischer Durchschnittsbürger, Raphael, ein Althippie in einem Eisenbahnwaggon, Weinende Taube, ein Australischer Eingeborener, ein chinesischer Professor – das sind nur ein paar der Personen, die in "Pforten zur Ewigkeit" erleben, wie die Steine zu wachsen beginnen. Felsen, den Menhiren ähnlich, brechen durch ihr Erscheinen in den Alltag dieser Menschen ein,- sie begegnen ihnen unterwegs, in der Arbeit, sie wachsen in ihren Gärten, - und sie bewirken seltsame Dinge, Ereignisse, deren Bedeutung nur langsam klar wird:
Die Auflösung alles Bekannten, Naturkatastrophen.......das Ende des Planeten Erde, der menschlichen Zivilisation.
Unabhängig voneinander gleiten die Figuren der Erzählung, sei es nun Alexey, Arbeiter in einem russischen Atomkraftwerk oder Miguel, ein Mechaniker auf einem Schrottplatz an der mexikanischen Grenze, in einen Wirbel von Spekulationen, Geschehnissen, Absurditäten, hin zum Unbegreiflichen, hin zu dem, was dem menschlichen Verstand vom Wesen her unbegreiflich ist.
Spannend, Gesellschaftskritisch? Schwarzmalerei? Realistische Vision? Gegenwart? Nahe Zukunft? Märchen? Alptraum? Phantasie? Nüchterne Tatsachen? Hilferuf? Angeekelter Aufschrei? Verzweifelter Seufzer? Resigniertes Stöhnen? Letztes Röcheln? Odem der Wahrheit?
Jedenfalls eine packende, eine beklemmende Story, die wohl viele Fragen aufwirft, - zum Überdenken der Situation des Menschen auf unserer Erde anregt.
Richard Neveit, Durchschnittsfranzose mit leichten Problemen in seiner Ehe, schreckt eines Nachts, durch einen unerklärlichen Donnerschlag und einen Lichtblitz geweckt, hoch.
Mit Erschrecken sieht er vom Schlafzimmerfenster aus, sein neu aufgestelltes Gartenhäuschen in Flammen aufgehen.
Ein paar Tage später findet er die Spitze eines großen Steines, die aus dem Fundament seiner Laube gestoßen ist.
Er beobachtet den Stein, versucht ihn auszugraben und stellt fest:
Der Stein wächst!
In der Folge, während Neveit den Kummer über die Trennung von seiner Frau, die ihn nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung verlassen hat, in Alkohol ertränkt, passieren seltsame Dinge um den Stein herum.
Plötzlich tauchen Termiten auf, Ungeziefer aller Art, in gigantischen Massen, - nur der Stein und ein kleiner Kreis um ihn herum bleiben verschont.
Die Insekten vermehren sich immer weiter, ein Chaos nimmt seinen Lauf.
Auch Raphael, ein Althippie, der in einem ausgedienten Eisenbahnwaggon auf einem Grundstück in Bayern lebt, daß er von seiner Großmutter geerbt hat, erlebt das Auftauchen und Wachsen eines Steines, ebenso Saskia Winherr, eine Alleinerziehende Mutter in Norddeutschland, Colin, aus einem kleinen Dorf in Nordirland, der kleine Ranu in Indien, Weinende Taube in Australien oder Professor "Name" ein einsamer Eremit in den Bergen von "Name".
Und jeder dieser Steine, die da auftauchen, zeitigt ungewöhnliche, bizarre Ereignisse, die sich letztendlich jeder Kontrolle durch Menschenhand entziehen, alle bestehenden Vernunftregeln über den Haufen werfen,- die dem humanoiden Verstand nicht mehr zugänglich sind.
Und ob Miguel, ein armer Mechaniker an der mexikanischen Grenze, der das Wachsen des Steines zusammen mit seinem pfiffigen Busenfreund Vigo gewinnbringend vermarktet, oder Pascale Delong, der Präsidentin einer Flughafengesellschaft in Brasilien, die mit ihrer Persönlichkeitsspaltung ohnehin in größten Schwierigkeiten ist, oder Charline Turner, der Pilotin eines Jumbos der Air-France, die mit ihrem Drogenproblem kämpft, und deren Maschine nun genau auf der Piste landen soll, auf der Fernandez, ein alternder Flughafenangestellter soeben den wachsenden Stein entdeckt hat, - jede der vielen agierenden Figuren wird in einen Strudel von Ereignissen persönlicher und allgemeiner Art gesogen, die letztendlich auf Eines hinauslaufen:
Den Untergang des "Blauen Planeten".