Kommunales Energie-Hearing Erding am 20.01.2001 im Restaurant der Stadthalle

einige Themen: Geothermie - Energiemangement - Windkraft

Bilder: Alfred Lenz verfaßt: Walter Koppe


Die Veranstalter W. Becker und K-D. Walther


Grüne Kreispolitiker G. Kuhn und H. Stieglmeier




Ilse Myslisch (Stadtwerke Erding) zur Liberalisierung der Energieverorgung


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Windkraft: Josef Moser, Erfinder aus Pretzen


Josef Moser (oben rechts im Gespräch mit Armin Witt) vervielfacht u. a. mit einer neuen Oberflächenstruktur den Wirkungsgrad von Windkraftanlagen

Leider sind Erfinder nicht überall gern gesehen, wenn sie langfristige und kostenintensive Planungen größerer Firmen gefährden.
Außerdem ist Ideenraub häufig anzutreffen.
Armin Witt mit seiner Gruppe berät Erfinder und Tüftler.
Unter der Homepage www.bunderfinder-entdecker.de sind einige der innovativen Personen und Projektideen, u. a. auch der von Moser beschrieben, kann man Kontakt finden.
Regelmäßige Treffen finden in München-Ramersdorf statt.

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Geothermie: Alois Gabauer (Geschäftsführer des Zweckverband GEOWÄRME)

Das heute größte Projekt in Deutschland hatte rückblickend einen einen sehr schwierigen Stand. Eigentlich suchte man 1984 nach Erdgas, und das Ergebnis in 2,3 km Tiefe auf heisses Wasser zu stoßen, war für die Veranstalter der Bohrung und die Stadtobersten zunächst ziemlich enttäuschend.

Inzwischen haben sich die neu geschaffenen Funktionen zum großen Teil etabliert, gibt es ein Thermalbad, welches sich des höchsten schwefelgehaltes rühmt; etwas weniger bekannt, weil unsichtbar sind die unterirrdischen Leitungen zur thermischen Nutzung; z. B. für die Neubaugebiete im erdinger Süden, für Kreiskrankenhaus, Schulen, bis hin zu Stadthalle und Sparkasse, welche entlang der drei Hauptstränge weitere Haushalte für diese regenerative Form der Wärmegewinnung anzuschließen sucht.

Die Leitungsverluste sind gering, die Kosten orientieren sich an den herkömmliche Energieform Erdgas, auf welche bei Störungen oder Wartungsarbeiten der Pumpe jederzeit umgeschaltet werden kann. Die Kapazitäten aus dem sich in einem riesigen unterirdischen Seengebiet zwischen Bodensee und Passau ständig neu speisendem Reservoir ist ausreichend. Außerdem bietet dieses Wasser Mineralwasserqualitäten, findet es als Badewasser, und mit konventionellem Leitungswasser vermischt als Trinwasser genutzt.

Da die meisten der Investitionen in den letzten Jahren getätigt wurden, ist der Verlust von derzeit ca. 1 Mio DM / Jahr rückläufig (abzüglich der Abschreibungen bereits in der Gewinnzone), und man hofft in einigen Jahren sich bezüglich der Gewinne Gedanken machen zu dürfen.

Noch eindrucksvoller ist bereits heute ein Blick auf die eindrucksvolle positive Ökobilanz. Im Vergleich zur konventionellen Energie ergeben sich durch die erdinger Therme folgende Emissionen in t/Jahr (im Vergleich zu Erdöl):

für SO2: 832 (statt 6252), NOx: 3580 (statt 9176) und CO2: 4452 (statt 11391)
– dies bedeutet also eine Reduzierung auf ca. ein Viertel!

 

Kommunales Energiemanagement: Hanna Ermann, Stadträtin in Dorfen
(Thema auch der grünen Regiionalversammlung am 04.04.)

Wie ein öko-logisches Perpetuum mobile klingt die Idee der grünen Stadträtin, die Stelle eines Energiemanagers festschreiben, der sein Gehalt über die eingesparten Energiekosten quasi selbst bezieht.
Dabei werden bundesweit die Energiebilanzen kommunaler Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Feuerwehr, Rathaus, usw. mit ähnlichen Einrichtungen andererorts verglichen.
Laut Ermann gibt es bereits umfangreiches Material, und mit Hilfe des sog. Kennwerteverbrauchs und Schwachstellen-Checks lassen sich daraus entsprechende Schlüsse für die Gebäude in Dorfen ziehen.
Bereits die Ankündigung einer dafür notwendigen Energie-Buchhaltung hätte bewußteres Verhalten zum Ziel, und damit ca 5 - 15 % Energieeinsparung zur Folge. Bei Stromkosten von ca. DM 800.000 /Jahr für die ca. 12.000 Ew. große Stadt Dorfen ergäbe sich ein Einspareffekt von 80.000,-.
Würde man nun in Optimierungsmaßnahmen, z. B. in Gebäudetechnik wie Heizungsregulierung oder Zeitschaltuhren investieren, könnten gar Energieeinsparungen von 30 - 60 % realisiert werden
- Investitionen, die sich ebenfalls rasch amortisierten.
Nebenbei wäre dies ein wichtiger Beitrag, um die CO2-Emissionen zu begrenzen; also ein klassisches Beispiel dafür, wie sich ökonomische und ökologische Interessen mit einer Maßnahme rechnen.

Während man in Baden-Würtemberg, Hessen oder Rheinland-Pfanlz in Sachen Energiemanagement bereits viel weiter ist, gibt es in Bayern bisher höchstens in größeren Städten entsprechende Stellen und Agenturen, und so wird sowohl in Dorfen wie auch Erding noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten sein.
Immerhin hat die Stadt Dorfen auf Vorschlag von Hanna Ermann die Aufgaben des Bauamtsleiters entsprechend erweitert, so daß derzeit eine detailliertere Datenerhebungen der Gebäude stattfindet, mit dem Ziel, daraufhin eine Contracting-Firma zu beauftragen, entsprechende Einsparmaßnahmen durchzuführen.