| aus der neueren Vergangenheit | hist. Verein Erding e. V. | Heimatmuseum Erding |
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| Heft 19 der Reihe "Erdinger Land" erschienen In Heft 19 stellt Dr. Hans Bauer seine Überlegungen zum Ursprung des Erdinger Stadtwappens vor. |
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Nach zwei Themenbänden ("Die Sempt von der Quelle bis zur Mündung", "Der Kulturpreis des Landkreises Erding") und einem Sammelband mit Beiträgen über verschiedene historische Interessengebiete (Nr. 18 hier), liegt der Kreisverein für Heimatschutz und Denkmalpflege Landkreis Erding e.V. im 50. Jahr seines Bestehens mit der Nummer 19 der heimatkundlichen Reihe »Erdinger Land« einen neuen Sammelband vor. Die Aufgabenstellung, die sich der Verein bei seiner Gründung 1951 gesetzt habe, hebt Landrat Xaver Bauer in seinem Vorwort hervor, bleibe aktuell: die Heimat und ihre Geschichte für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. »Dies auch in schriftlicher Form zu tun, war die ausdrückliche Absicht der Vereinsgründer, und sie setzten dieses Ziel bereits ein Jahr später mit der Zeitschrift ›Zwischen Sempt und Isen‹ um. Ihr folgte 1977 die neue Reihe ›Erdinger Land‹. Sie faßt in Aufsatzsammlungen und Themenheften das Wissen und die Diskussionsergebnisse der Vereinsmitglieder zusammen.« Das reich bebilderte Heft (96 Abbildungen, davon die Hälfte in Farbe!) zählt mehr als 200 Seiten und bietet einen Querschnitt durch die Historie des gesamten Landkreises. |
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Dr. Hans Bauer, (hier während einer Stadtführung), stellt seine Überlegungen zum Ursprung des Erdinger Stadtwappens vor: »Mit der Pflugschar im Wappen wird Erding durch ein ›redendes‹ Wappen repräsentiert, d. h. die Pflugschar ›spricht‹ für den Namen der Stadt Erding. Aber auf welchem Weg hier eine Verbindung zwischen Bild und Aussage hergestellt werden könnte, ist in der heraldischen und Ortsnamenforschung bisher umstritten. Gemeinsam ist diesen Deutungen, daß sie versuchen, einen bildlichen oder lautlichen Zusammenhang zwischen Erding und der Pflugschar im Sinne von ›Erd‹bearbeitung zu begründen. «Vielleicht könnte, meint Bauer, hier ein anderer Ansatz weiterhelfen. Dieser dürfe nicht im modernen, hochdeutsch ausgesprochenen Namen Erding gesucht werden, sondern in dem alten, hell ausgesprochenen, und von den Einheimischen auch historisch korrekt tradierten Namen Arding. Er führe zeitlich weiter zurück, zu dem aus keltischer Zeit stammenden, inzwischen längst in Vergessenheit geratenen Wort für den Typus der eisernen Pflugschar, der in unserem Stadtwappen abgebildet ist. »Ard« für »Arding« - der phonetische Gleichklang von Wappenbild und Stadtname, hier finde die Aussage von Erdings redendem Wappen ihren Ursprung. |
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Des weitgehend vergessenen Streits um die Niederlassung von Jesuiten in Dorfen im ausgehenden 18. Jahrhundert hat sich Claudius Stein angenommen.
Beim dortigen Priesterhaus auf dem Rupprechtsberg gründete 1775 der Freisinger Bischof ein Priesterseminar, dessen Lehrer fast ausnahmslos dem 1773 aufgelösten Jesuitenorden angehört hatten. Interner Hader und gegenseitige Verdächtigungen machten die Einrichtung zu einer wahren Schlangengrube. Beschwerdebriefe, wie dieser hier, machten die Runde: »Die Einrichtung des Seminariums … und das ganze Haus wurde an allen Orten auch von gutgesinnten verruefen und verschreiet - Jesuiten-Noviziat, Zuchthaus, … Freisingisches Spondau, geistliche Cujonade, waren noch die leidentlichsten Schimpf-Namen, mit welchen mans belegte. Daher kömmts, dass die umliegende H.H. Pfarrer und andere verehrungswürdige Männer, welche diesem Haus Gutes gethan hätten, abgeschröckt und weggescheucht wurden - daher kömts, das viele Studenten alle Mühe anwenden, um andere Wege zum geistlichen Stand zu finden, oder eine andere Lebensart wählen … - daher kömts, dass man in vielen Orten ohne Beschämung nicht sagen kann, man kome von Dorfen. «Anton Michl, ein Priester, der die Zustände dort persönlich kennen lernen konnte, veröffentlichte 1782 eine ätzende Schmähschrift gegen das Seminar. Sie wird im Anhang zu Steins Beitrag, der den zeitlichen Zusammenhang herstellt, abgedruckt und erläutert. |
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| Ein weiteres, bislang für die heimatkundliche Forschung verschüttetes Kabinettstückchen ist die volkskundlich so interessante wie stellenweise amüsant zu lesende Abhandlung Johann Georg von Aretins über die Sitten und Gebräuche des Erdinger Landvolks. Sie wurde 1790 in der kurzlebigen Zeitschrift »Der baierische Landbot« veröffentlicht und war praktisch verschollen. Der noch jugendliche Aretin verband in seinem Werk Darstellung und Belehrung: »Man liest mit so vielem Antheile Beschreibungen von den Sitten und Gebräuchen entfernter Nationen, warum soll das, was in unserm Vaterlande üblich ist, uns fremd bleiben, und nicht Interesse in uns erwecken; da doch dieser Punkt ein so großes Licht über den Charakter eines Volks verbreitet, und wir in Baiern noch keinen Versuch dieser Art aufzuweisen haben.« Gehoben haben diesen kleinen Schatz Gerhard R. Koschade und Claudius Stein. Der Text wird nach dem Original vollständig abgedruckt und von Claudius Stein und Dietmar Schmitz eingeleitet. |
| Daß auch die - von den Historikern allzu oft vernachlässigte - Geschichte eines Dorfes viel zu bieten hat, beweist der Beitrag von Christoph Bachmann, der als Archivar in München tätig ist. Er breitet nicht nur die Geschichte des Ortes Innerbittlbach anhand der Bestände des Münchener Staatsarchivs bzw. Hauptstaatsarchivs vor uns aus. Eine Einführung in die Quellen und die Verwaltungsstruktur der bischöflich-freisingischen Herrschaft Burgrain gibt uns einen ersten Überblick über ein Gebiet, das erst nach 1802 dem Landgericht Erding zugeschlagen wurde. Ein Abriss der Ortsgeschichte schließt sich an, und die ausführlichen Haus- und Hofchroniken runden diesen Beitrag ab, der Heimatforschern, die vor ähnlichen Aufgaben stehen, wertvolle Ansatzpunkte für die eigene Arbeit geben kann. |
| Zum guten Schluss präsentiert Helmut Szill die Erlebnisse und Erkenntnisse einer Gruppe von Freizeitarchäologen, die das Stadtgebiet von Erding als Betätigungsfeld für sich entdeckt haben. Die Arbeitsgruppe des Städtischen Heimatmuseums hat in zehn Jahren auf zahlreichen Baustellen Notbergungen vorgenommen, die neue Erkenntnisse über die Frühgeschichte Erdings, aber auch über das Alltagsleben bis zum Dreißigjährigen Krieg und darüber hinaus geliefert haben. Wer wissen will, was es heißt, als ehrenamtlicher Schatzgräber mit einer hungrigen Baggerschaufel im Rücken auf die Suche nach Scherben und Gebrauchsgegenständen vergangener Zeiten zu gehen, sollte sich diesen Beitrag auf keinen Fall entgehen lassen. |
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Das Heft kostet DM 20.- (EUR 10,-)
Die Schriftenreihe »Erdinger Land« ist an Wochentagen erhältlich an der Pforte des Landratsamtes (zu den Dienstzeiten), im Fremdenverkehrsbüro Erding (Landshuter Str. 12, geöffnet Freitag von 14-16 Uhr und Samstag von 10-12 Uhr) oder im Städtischen Heimatmuseum Erding (geöffnet jeden Sonntag von 14-17 Uhr).
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